Red Bull-BORA-hansgrohe bindet Ben Zwiehoff laut einer Pressemitteilung langfristig an das Team. Wie lange, wird aber nicht erklärt. Der Vertrag des 32-Jährigen läuft über das Jahr 2026 hinaus. Zwiehoff wechselte 2021 vom Mountainbike auf die Straße und absolvierte seine erste Grand Tour bei der Vuelta a España, die er als 47. der Gesamtwertung beendete.
Zwiehoff hat sich als Helfer einen Namen gemacht. Er prägt Rennen in Phasen, die oft nicht im Fernsehen zu sehen sind. 2022 gehörte er beim Giro d'Italia zum Aufgebot um Jai Hindley, der das Rennen gewann. Zwiehoff selbst wurde 51. der Gesamtwertung. 2026 unterstützte er Hindley erneut beim Giro, wo der Australier auf das Podium fuhr. Bei fünf Grand Tours zeigte der Deutsche seine Bedeutung für die Kapitäne des Teams.
Zwiehoff selbst sagt: "Ich fühle mich hier extrem wohl, deshalb bedeutet mir die Vertragsverlängerung viel. Radsport ist ein extremer Teamsport: Du kannst den stärksten Leader im Rennen haben – wenn die Mannschaft aber bestimmte Situationen nicht kontrolliert, wird es für den Kapitän irgendwann schwierig. Genau diese Arbeit macht mir extrem viel Spaß – und ich habe noch einiges vor mit diesem Team."
Zak Dempster, Chief of Sports bei Red Bull-BORA-hansgrohe, erklärt: "Ben ist genau der Fahrertyp, den jede erfolgreiche Mannschaft braucht. Er ist erfahren, extrem zuverlässig und kümmert sich sowohl auf als auch neben dem Rad um seine Teamkollegen. Diese Arbeit taucht oftmals in keiner Ergebnisliste auf, für unsere Kapitäne ist sie aber jeden Tag entscheidend. Umso mehr freuen wir uns, dass wir diesen Weg gemeinsam weitergehen."
Die UAE Tour 2023 beendete Zwiehoff als Gesamtachter. Es war sein bis dahin bestes Ergebnis in einem Rennen der UCI WorldTour. Bei der Czech Tour 2023 belegte er auf der letzten Etappe den zweiten Platz und rückte in der Gesamtwertung ebenfalls auf Rang zwei vor, hinter seinem Teamkollegen Florian Lipowitz. Bei der Presidential Cycling Tour of Türkiye 2023 wurde er Zweiter der Gesamtwertung und holte auf einer Etappe den zweiten Platz. 2025 gewann er die Bergwertung der Tour de Romandie.
Weitere Ergebnisse: Platz fünf beim Giro della Toscana 2024, Platz sieben in der Gesamtwertung der Tour of Slovenia 2023 und der Settimana Internazionale Coppi e Bartali 2023, Platz neun bei der Tour of Guangxi 2025 sowie Platz 13 bei der Tour Down Under 2024. Bei der Sauerlandrundfahrt 2026 gewann er eine Etappe.
Der gebürtige Essener studierte Rechtswissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum und fuhr parallel Cross-Country-Rennen. 2015 gewann er zusammen mit Manuel Fumic, Helen Grobert und Maximilian Brandl den Europameistertitel in der Staffel. Bei den Europameisterschaften 2014 und 2016 holte die deutsche Staffel Silber und Bronze. Im Cross-Country der U23-Europameisterschaften 2016 belegte Zwiehoff den vierten Rang, bei den U23-Weltmeisterschaften im selben Jahr wurde er Siebter. 2019 gewann er Silber bei den Deutschen Meisterschaften im Cross-Country.
Im Herbst 2019 entstand der Kontakt zu Bora-hansgrohe. Nach Auswertung der Leistungsdaten und einem Trainingslager vereinbarten beide Seiten, dass Zwiehoff sich zunächst beim MTB-Team Centurion-Vaude auf die Olympischen Spiele 2020 vorbereiten sollte. Anschließend war ein Einsatz als Stagiaire auf der Straße geplant. Die COVID-19-Pandemie verhinderte beide Vorhaben. Die Teamleitung sah in Zwiehoff einen Kletterer und gab ihm mit 26 Jahren einen regulären Vertrag für die Saison 2021.

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