Tour-Probe in Pogacar-HeimatLipowitz will Rummel meiden

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 · 16.06.2026

Tour-Probe in Pogacar-Heimat: Lipowitz will Rummel meidenFoto: Nicolás Carvalho Ochoa/dpa
Lipowitz will sich in Slowenien den letzten Schliff für die Tour holen. (Archivbild)
Wird Florian Lipowitz wieder zum Tour-Helden? Nach einem starken Frühjahr soll ein Rennen in der Heimat des großen Rivalen weitere Prozentpunkte bringen. Warum Lipowitz trotzdem auf Ruhe hofft.

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David Langenbein, dpa

In der Heimat von Tour-Dominator Tadej Pogacar will sich Deutschlands Radsport-Hoffnung Florian Lipowitz den letzten Feinschliff für den Saisonhöhepunkt holen. Ab Mittwoch geht der 25-Jährige bei der eher unbekannteren Slowenien-Rundfahrt an den Start und setzt in Abwesenheit von Pogacar, der die schwerere Tour de Suisse vorzieht, auf eine fokussierte Vorbereitung. «Wir erhoffen uns, dass die Rundfahrt ein bisschen ruhiger ist, ohne allzu große Erwartungen, ohne zu viel Stress», sagt der Vorjahres-Dritte der großen Schleife in Frankreich, die in diesem Jahr am 4. Juli beginnt. 

Dass der Red-Bull-Profi bei seiner Generalprobe für die Tour in Radsport-Deutschland nicht genau beobachtet werden wird, ist aber wohl Wunschdenken. Zu groß ist der Hype, den er mit seinen Leistungen geweckt hat. Zu hoch die Erwartungen, auch in diesem Jahr in Frankreich zu den Besten zu gehören. In Slowenien geht der frühere Biathlet als Favorit ins Rennen. Allerdings ist die Strecke zwar hügelig, bietet aber nur wenige ganz schwierige Anstiege und keine echte Bergankunft.

Lipowitz zeigt schon im Frühjahr gute Form

Auf seinen ersten Rundfahrt-Sieg als Profi wartet der Deutsche noch, aber wegen möglicher größerer Chancen darauf habe er sich nicht auf Slowenien festgelegt. «Ich will am Ende einfach Rennen fahren, für mich das Beste geben und dann wird sich zeigen, ob am Ende mal ein Sieg irgendwo dabei rauskommt», erklärt der 25-Jährige.

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Seine Kletterstärke hat Lipowitz auch in diesem Jahr schon nachgewiesen. Bei der Katalonien-Rundfahrt wurde er Dritter. Im Baskenland Zweiter hinter Frankreichs neuem Jungstar Paul Seixas (19). Bei der Tour de Romandie war nur Dominator Tadej Pogacar besser. «Ich kann super happy mit dem Frühjahr sein bis jetzt, auch wenn die Vorbereitung bis Katalonien ein bisschen holprig verlief. Grundsätzlich konnte ich mich von Rennen zu Rennen weiterentwickeln», sagt Lipowitz.

Der Deutsche will noch das «ein oder andere Watt drauflegen»

Direkt vor der 113. Tour de France gehen sich die großen Namen aus dem Weg. Pogacar fährt in der Schweiz. Der Däne Jonas Vingegaard erholt sich nach seinem Triumph beim Giro, auch Lipowitz' Co-Kapitän Remco Evenepoel fährt kein Rennen mehr. Seixas stürzte nach einem hervorragenden Frühjahr bei der Tour Auvergne-Rhône-Alpes und gab auf. Der Jungstar soll nun einige Tage pausieren, bevor er die Vorbereitung auf die Tour wieder aufnimmt.

Lipowitz sieht sich selbst noch besser als Vorjahr: «Ich glaube, dass ich mich insgesamt als Fahrer weiterentwickelt habe. Zum anderen sind natürlich die Werte auch noch mal einen Tick besser geworden.» Bei der Tour de Romandie habe er schon Form gezeigt wie letztes Jahr bei der großen Schleife in Frankreich. Seine Angriffe auf der Schlussetappe zollten auch Pogacar Respekt ab. «Als er das zweite Mal attackiert hat, war das ziemlich beeindruckend», befand der Weltmeister.

Und Lipowitz sieht noch Potenzial bei sich. «Deshalb hoffe ich natürlich, wenn jetzt die Vorbereitung gut läuft, dass ich da noch mal das eine oder andere Watt drauflegen kann», sagt er. Aber reicht das für den Angriff auf Pogacar und Vingegaard? «Es ist natürlich schwierig. Ich hoffe, dass ich noch nicht an meinem Leistungsmaximum bin.» 

Nach Slowenien noch mal Ruhe und Höhentraining

Welche Rolle Lipowitz spielen kann, wird aber auch maßgeblich davon abhängen, wie die Dynamik mit Millionen-Einkauf Evenepoel bei Red Bull funktioniert. «Man hat in Katalonien gesehen, dass wir gut zusammen funktionieren. Die Stimmung ist immer gut, wenn wir zusammen unterwegs sind», sagt der Deutsche. Zuletzt waren die beiden auch zusammen im Höhen-Trainingslager in der Sierra Nevada in Spanien.

Lipowitz ist ohnehin kein Fan des großen Rummels um seine Person und fühlt sich so im Schatten des extrovertierten Belgiers nicht unwohl. Nach der Slowenien-Rundfahrt sucht der Deutsche mit seiner Freundin noch einmal die Ruhe im Kühtai für ein Höhentraining. «Dann kann ich mich da noch gut auf die Tour vorbereiten», sagt er.

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