Auf der finalen 5. Etappe der Tour de Romandie 2024 über 151 Kilometer mit Start und Ziel in Vernier kam es am Ende zu einem Massensprint. Dort hatte Dorian Godon (Decathlon AG2R La Mondiale) die schnellsten Beine, der nach der 1. Etappe auch die Schlussetappe für sich entscheiden kann. Deutlich hinter ihm schnappt sich Simone Consonni (Lidl-Trek) Platz zwei, Dion Smith (Intermarche-Wanty) wird Dritter.
Bei der letzten scharfen Linkskurve befand sich Clement Venturini (Arkea-B&B Hotels) an der Spitze des Feldes und konnte sogar eine kleine Lücke zum hinter ihm liegenden Dorian Godon öffnen. Anschließend zündete Godon aber den Turbo: Er distanzierte die hinter ihm liegenden Fahrer schnell und zog an Venturini vorbei, der darauf folgend von weiteren Fahrern einkassiert wurde. Den langgezogenen Sprint gewann Godon deutlich, Consonni schaffte es nicht mehr, den Tagessieger in Bedrängnis zu bringen. Dion Smith wehrte dagegen den Angriff Tim van Dijkes (Visma | Lease a Bike) ab und holte sich Platz drei.
Zwar griff auf der 5. Etappe keine deutschen Fahrer in den Kampf um den Tagessieg ein, mit Blick auf die Gesamtwertung überzeugte ein Fahrer aber ganz besonders: Florian Lipowitz (Bora-Hansgrohe) fuhr im Gesamtklassement auf den dritten Rang. Vor allem auf den beiden Bergetappen wusste 23-Jährige mit einem vierten und einem zweiten Platz zu überzeugen. Auf der vierten Etappe musste er sich nur Richard Carapaz (EF Education-EasyPost) geschlagen geben, konnte aber andere Fahrer wie Egan Bernal oder Juan Ayuso distanzieren. Am Ende fehlen dem Ex-Biathleten nur neun Sekunden auf den Gesamtsieg, den sich der Spanier Carlos Rodriguez (Ineos Grenadiers) holt. Platz zwei geht an Lipowitz’ Teamkollegen Aleksandr Vlasov. Ein weiterer Deutscher gewann außerdem die Bergwertung: Juri Hollmann (Alepcin-Deceuninck).
Vom Start weg war das Rennen der finalen Etappe unruhig, es gab zahlreiche Attacken, die aber vorerst nicht von Erfolg gekrönt waren. Es dauerte 24 Kilometer bis sich dann eine Spitzengruppe des Tages formierte: Der äußerst aktive Franzose Remi Cavagna (Movistar) riss mit Darren Rafferty (EF Education-EasyPost) und Alexandre Balmer (Swiss Cycling) eine Lücke, kurz darauf kam auch der Deutsche Marco Brenner (Tudor Pro Cycling Team) dazu.
Vor allem das Team Ineos Grenadiers mit dem Gesamtführenden Carlos Rodriguez war für die Nachführarbeit zuständig, aber auch Lidl-Trek und Bora-Hansgrohe zeigten sich immer wieder an der Spitze des Pelotons. Maximal ließ man den Ausreißern einen Vorsprung von zwei Minuten, richtig von der Leine gelassen wurden die Ausreißer auf dem hügeligen Terrain nicht.
46 Kilometer vor dem Ziel setzte sich dann Remi Cavagna von der Führungsgruppe ab und versuchte sich in Folge als Solist. Anschließend fiel Balmer aus dem Verfolgertrio zurück, Rafferty und Brenner schlossen 15 Kilometer später wieder zu Cavagna auf. Der Vorsprung auf das Peloton war mittlerweile auf klar unter einer Minute geschrumpft.
Auf den letzten 30 Kilometern ging es dann noch einmal temporeich zu: Guillaume Martin (Cofidis) eröffnete das Finale mit einem Antritt aus dem Peloton heraus. Der Franzose konnte sich zwar nicht absetzen, wenig später war aber das Ausreißertrio gestellt.
In Folge griff der Gesamtvierte Juan Ayuso (UAE Team Emirates) an, konnte sich aber ebenso wenig klar absetzen wie kurze Zeit später Enzo Paleni (Groupama-FDJ). 12 Kilometer vor dem Ziel schafften es dann Michael Hepburn (Team Jayco-AlUla) und Michael Valgren (EF Education-EasyPost), sich abzulösen, aber auch sie wurden vier Kilometer später wieder gestellt.
Am Ende kam es also zu einem Massensprint, den Dorian Godon für sich entschied. Auf der langgezogenen Schlussgerade setzte er sich deutlich vor Simone Consonni und Dion Smith durch.