Pogacar jagt in «Hölle des Nordens» fehlenden Klassikersieg

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 · 10.04.2026

Pogacar jagt in «Hölle des Nordens» fehlenden KlassikersiegFoto: Francois Lo Presti/AFP/dpa
Tadej Pogacar bei seiner Erkundung der Strecke. (Archivbild)
Ein Triumph bei Paris-Roubaix fehlt noch in der Sammlung von Rad-Star Pogacar. Ein aktiver Deutscher hat sich schon in den berühmten Duschen als Sieger verewigt. Was macht das Rennen so besonders?

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Felix Schröder, dpa

Zweimaliger Weltmeister, Europameister, viermaliger Tour-de-France-Sieger: Rad-Star Tadej Pogacar hat in seiner Karriere schon so gut wie alles gewonnen. Nur wenige Siege bei den großen Rennen und Rundfahrten fehlen. Darunter aber die Königin der Klassiker, die dem aktuell wohl besten Profi noch in der reichhaltigen Trophäensammlung fehlt. 

«Es ist kein Geheimnis, dass Paris-Roubaix eines der großen Ziele für diesen Teil der Saison ist. Die wenigen Rennen, die ich bisher gefahren bin, sind perfekt gelaufen, daher ist die Motivation groß, der Druck aber gering», sagte Pogacar vor seiner zweiten Teilnahme bei dem Klassiker.

Von den fünf bedeutendsten Rad-Klassikern - den sogenannten Monumenten - hat der 27-Jährige vier mitunter mehrmals gewonnen. Aber die «Hölle des Nordens» fehlt ihm noch. Seine Form könnte kaum besser sein, erst am vergangenen Sonntag gewann er die Flandern-Rundfahrt. Ohnehin hat der slowenische Ausnahmekönner seit seinem WM-Triumph im September vergangenes Jahres jedes Rennen gewonnen, bei dem er am Start stand.

Was macht das Rennen so anspruchsvoll? 

Paris-Roubaix gehört auch ohne Berge zu den anspruchsvollsten Herausforderungen im Radsport. Schließlich geht es von den 258,3 Kilometern insgesamt 54,8 Kilometer verteilt auf 30 Sektoren über das harte Kopfsteinpflaster Nordfrankreichs. Die mittelalterlichen Landwege sind teils matschig und dreckig - gerade bei Regen eine explosive Mischung. Berühmt sind die Bilder von malträtierten und mit Staub bedeckten Radprofis. 

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Nördlich von der französischen Hauptstadt Paris aus schlängelt sich das Rennen von Compiègne Richtung Roubaix nahe der Stadt Lille und endet im geschichtsträchtigen Vélodrome, einer alten Radrennbann auf Beton. 

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«2021 war ich bei dem nassen Rennen mit dabei, als es komplett geregnet hat. Das war völlig gestört, weil man da eigentlich überhaupt keine Kontrolle mehr hatte», sagt der einstige Roubaix-Sieger John Degenkolb der Deutschen Presse-Agentur. Bisher haben zwei Deutsche das Eintagesrennen gewonnen. Josef Fischer im Jahr 1896 und Degenkolb 2015.

Warum ist das Kopfsteinpflaster so tückisch?

«Die Vibrationen, die der Körper dort aushalten muss, die sind wirklich stark», sagte Degenkolb und sprach von einem «absoluten Härtetest für Mensch und Maschine». Mit breiteren Reifen, weniger Luftdruck und einer anderen Lenker-Einstellung versuchen die Profis, der Tortur zu trotzen. 

Was für den gebürtigen Thüringer erschwerend hinzukommt: 2025 wurde er von einem schweren Sturz zurückgeworfen, dabei zog er sich Brüche im Handgelenk, Unterarm, Ellenbogen und Schlüsselbein zu, die teils mit Schrauben und Platten fixiert werden mussten. «Die Tests, die wir jetzt gemacht haben vorher, die haben alle gut funktioniert. Aber da habe ich schon gemerkt, dass das Handgelenk extrem ans Limit gekommen ist und dass ich da auch mehrere Tage danach auch noch Schmerzen habe.» 

Auf dem Kopfsteinpflaster haben vor allem Profis mit guter technischer Beherrschung klare Vorteile. Der niederländische Vorjahressieger Mathieu van der Poel, der schon dreimal in Roubaix erfolgreich war, gilt erneut als Topfavorit auf den Sieg. 

Was hat es mit den Duschen in Roubaix auf sich?

Die Duschen im Vélodrome von Roubaix haben Legendenstatus. Die in den 1940er-Jahren gebauten und spartanischen Sanitäranlagen sind immer wieder Quelle atemberaubender Fotos, wenn sich die Radprofis nach einem harten Tag von Schlamm und Staub befreien. Jedem Sieger ist darin ein Messingschild gewidmet. «Neben all diesen großen Namen einfach seinen eigenen Namen da zu sehen, ist schon etwas Besonderes», schwärmt Degenkolb, der auch elf Jahre nach seinem Triumph das eigene Schild zielsicher findet. 

Welche deutschen Profis sind dabei? 

Degenkolb wird zum 13. Mal beim Rennen teilnehmen. Der Deutsche Nils Politt unterstützt Pogacar wie schon zuletzt bei der Flandern-Rundfahrt, die der Ausnahmefahrer am vergangenen Wochenende zum dritten Mal für sich entschied. Auch die letztjährigen Tour-de-France-Debütanten Niklas Märkl und Marius Mayrhofer gehen an den Start. Der deutsche Senkrechtstarter Florian Lipowitz, der im vergangenen Jahr den dritten Gesamtrang bei der Frankreich-Rundfahrt erreicht hatte, wird nicht dabei sein.

Favoriten?

Den Sieg dürften voraussichtlich Pogacar und van der Poel unter sich ausmachen. Bei seiner ersten Teilnahme im vergangenen Jahr wurde Pogacar auch unter anderem wegen eines Ausrutschers Zweiter hinter van der Poel. Durch die vielen möglichen Szenarien auf dem Kopfsteinpflaster mit Stürzen und Defekten kann aber alles passieren. 

«Man muss den perfekten Tag erwischen, man muss Glück haben, man muss die perfekten Beine haben, das Material muss halten, man muss im richtigen Moment am richtigen Ort sein und das macht es so spannend», sagt Degenkolb.

Wo ist das Rennen zu sehen?

In Deutschland wird das Rennen im TV live im Ersten (ab 14.05 Uhr/Livestream startet früher ab 12.05 Uhr) und bei Eurosport (ab 10.30 Uhr) übertragen. Dazu wird Paris-Roubaix bei HBO Max im Stream ab dem Start zu sehen sein. Die sechste Edition des Frauenrennens findet zum ersten Mal am selben Tag statt und wird jeweils im Stream gezeigt.

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