Anfang der Woche, noch vor Beginn der Bahnrad-Weltmeisterschaften in Shanghai, sorgte bereits eine Personalie abseits der Rennbahn für Schlagzeilen: Großbritanniens Sprintstar Matthew Richardson wurde kurz vor dem WM-Start aus dem Nationalkader gestrichen. Der 27-Jährige soll Gegenstand einer Untersuchung von British Cycling wegen mutmaßlichen Fehlverhaltens sein. Medienberichten zufolge stehen dabei unter anderem Vorwürfe diskriminierender und rassistischer Äußerungen im Raum.
British Cycling bestätigte am Montag lediglich, dass Richardson aus dem Aufgebot für die Bahnrad-WM in Shanghai zurückgezogen wurde. Details zu den Vorwürfen nannte der Verband nicht. In einer Stellungnahme gegenüber britischen Medien erklärte British Cycling, man nehme „jegliche Vorwürfe von Belästigung, Mobbing oder Diskriminierung äußerst ernst“ und untersuche entsprechende Hinweise im Rahmen der etablierten Verfahren. Aus Fairness gegenüber allen Beteiligten werde man sich nicht zu laufenden Untersuchungen äußern.
Für die britische Mannschaft ist der Ausfall sportlich äußerst schmerzhaft. Richardson galt als einer der aussichtsreichsten Medaillenkandidaten in Shanghai und war für mehrere Disziplinen vorgesehen. Der gebürtige Brite, der nach den Olympischen Spielen 2024 von Australien zu Großbritannien wechselte, hatte sich in diesem Jahr als einer der wenigen ernsthaften Herausforderer von Sprint-Dominator Harrie Lavreysen gezeigt und bei den Europameisterschaften unter anderem Gold im Sprint und Keirin gewonnen.
Am Dienstag meldete sich Richardson erstmals selbst zu Wort. In einem auf Instagram veröffentlichten Statement erklärte er: „Ich verstehe die Ernsthaftigkeit dessen, was in den jüngsten Berichten über meinen Ausschluss von den Bahnrad-Weltmeisterschaften 2026 angesprochen wurde.“ Zudem kündigte der Brite mit Blick auf die eingeleiteten Verfahren von British Cycling an: „Ich werde bei diesen Verfahren uneingeschränkt kooperieren.“ Weiter schrieb Richardson, er werde sich bis zum Abschluss des Prozesses nicht weiter äußern und bat um Respekt für die Privatsphäre seiner Familie.
Richardson zeigte sich zugleich enttäuscht über sein WM-Aus: „Ich bin zutiefst enttäuscht, die Weltmeisterschaften zu verpassen, und wünsche dem Team Großbritannien sowie allen Fahrerinnen und Fahrern viel Erfolg.“ Die Untersuchung läuft derzeit weiter, ein Zeitpunkt für ihren Abschluss ist bislang nicht bekannt.

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