Mit furiosem Sprint gegen PidcockZimmermann feiert bei Eschborn-Frankfurt “größten Sieg der Karriere”

Sebastian Lindner

 · 01.05.2026

Mit furiosem Sprint gegen Pidcock: Zimmermann feiert bei Eschborn-Frankfurt “größten Sieg der Karriere”Foto: Getty Images / Christian Kaspar-Bartke
Georg Zimmermann feiert in Frankfurt den größten Sieg seiner Karriere.
Georg Zimmermann (Lotto Intermarché) hat Eschborn-Frankfurt 2026 gewonnen. Der Augsburger feierte vor der Alten Oper den größten Erfolg seiner Karriere. Im Sprint einer Ausreißergruppe, die sich hauchdünn vor dem Feld ins Ziel rettete, siegte er vor Tom Pidcock (Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team) und Ben Tulett (Team Visma | Lease a Bike).

Zimmermann sorgte damit für den 14. deutschen Sieg in der 63. Auflage des Rennens. Zuletzt gelang das 2019 Pascal Ackermann, als der Radklassiker am 1. Mai noch ein Rennen für die Sprinter war. Mit nun mittlerweile 3300 Höhenmetern auf 211 Kilometern und einer nochmaligen Verschärfung im Vergleich zum Vorjahr sind gewisse Kletterqualitäten neben einer Portion Endschnelligkeit gefragt.

Der Deutsche Meister Zimmermann war Teil einer zwölfköpfigen Gruppe, die sich bei der dritten und letzten Überquerung des Mammolshainer Stichs aus dem Feld absetzte. Mit dabei waren auch Florian Stork (Tudor Pro Cycling Team) und Felix Engelhardt (Team Jayco AlUla), die das Rennen auf den Plätzen neun und elf beendeten und damit auch abgesehen vom Sieg für das beste deutsche Ergebnis in der Breite seit Jahren sorgten.

​”Das ist der größte Sieg meiner Karriere“, sagte Zimmermann im Ziel, sein fünfter als Profi insgesamt. Und er kam mehr als überraschend. Denn im Saisonverlauf hatte sich der 28-Jährige überhaupt noch nicht in Szene setzen können. Ein Top-15-Ergebnis war ihm an bis dato 23 Renntagen nicht geglückt. “Mein Plan war es, von hinten in die letzte Kurve zu gehen und dann zu attackieren. Das Tempo war allerdings sehr hoch und ich habe befürchtet, dass ich mich verpokert habe. Bei 300 Metern bin ich mit Schwung los und die letzten 150 Meter bin ich von vorne gefahren. Ich habe alles aufs Pedal geworfen und gehofft, dass keiner mehr rankommt. So war es zum Glück auch. In diesem schönen Trikot wollte ich unbedingt ein Rennen gewinnen. Umso schöner, dass es hier in Frankfurt geklappt hat.“

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Das Profil von Eschborn-Frankfurt 2026Foto: A.S.O.Das Profil von Eschborn-Frankfurt 2026

Die deutschen Fahrer zeigten sich bei ihrem Heimspiel von Beginn an angriffslustig. Nils Politt (UAE Team Emirates - XRG) und auch Lennard Kämna (Lidl - Trek) scheiterten noch mit ihren frühen Attacken. Jonas Rutsch (Lotto Intermarché) gelang es dann aber, mit Tudors Aivaras Mikutis, Matyas Kopecky (Unibet Rose Rockets) und dem TotalEnergies-Duo Samuel Leroux und Thomas Garchignard, die als Erste eine kleine Lücke reißen konnten, die Gruppe des Tages zu bilden.

Und die Lücke wurde riesig. Über den Sandplacken auf dem Weg zum ersten Feldberg-Anstieg fuhr sich das Quintett mehr als sieben Minuten Vorsprung heraus. Auf dem Weg zur zweiten Passage des höchsten Punktes des Rennens sank der Abstand zunächst, bevor er bei der ersten Überquerung des Mammolshainer Stichs wieder bei sechs Minuten lag. Über den Feldberg retteten Rutsch und Co. dann aber doch nur noch knapp 300 Minuten. 100 Kilometer waren an der Stelle noch zu fahren.

Das zweite Mal in Mammolshain trennte sich die Spitzengruppe. Rutsch und Garchignard ließen ihre Mitausreißer zurück, gleichzeitig attackierten aus dem Feld Tim Wellens (UAE Team Emirates - XRG)m Emiel Verstrynge (Alpecin-Premier Tech) und Jamie Meehan (Cofidis). 66 Kilometer vor dem Ziel hatte das Trio an der Spitze angedockt, auch Leroux und Kopecky waren wieder mit dabei. Der Vorsprung auf das Feld betrug eine knappe Minute.

Vorentscheidung in Mammolshain: Zwölfergruppe löst sich bei letzter Überfahrt

Bevor es zum dritten Mal durch Mammolshain ging, lösten die Wellens und Verstrynge mit ihren frischen Beinen vom Rest, der dann im wieder im Feld verschwand. Am Stich selbst konnte auch Verstrynge Wellens nicht mehr folgen. Aber auch er wurde schnell von einer zwölfköpfigen Gruppe gestellt, die sich aus dem Feld löste. Mit dabei die drei Deutschen Zimmermann, Engelhardt und Stork sowie Pidcock und Tulett oder auch Pello Bilbao (Bahrain - Victorious), Ion Izagirre (Cofidis) oder Michael Valgren (EF Education EasyPost).

Auf den verbleibenden gut 30 Kilometern hielt die Gruppe das Feld relativ konstant bei einem Abstand von rund 30 Sekunden. Erst in den Frankfurter Häuserschluchten kam vorne Unruhe rein, sodass vier Kilometer vor dem Ziel doch alles nach Zusammenschluss roch. Nur noch wenige Meter hatten die Ausreißer Vorsprung, doch die sollten reichen. Auf der Ziel sprintete die Gruppe unmittelbar vor dem Feld um den Sieg. Stork war dabei in guter Ausgangsposition, konnte seine Geschwindigkeit aber nicht halten. Dafür schoss Zimmermann vom Ende der Gruppe noch an allen anderen - auch am deswegen reichlich verärgerten Pidcock - vorbei und konnte an der Alten Oper jubeln.

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