InterviewLisa Brennauer zum Women’s Cycling Grand Prix

Kristian Bauer

 · 08.08.2023

Interview: Lisa Brennauer zum Women’s Cycling Grand PrixFoto: picture alliance / frontalvision
Elena Pirrone gewinnt Women's Cycling Grand Prix Stuttgart
Lisa Brennauer zieht im TOUR-Interview ein Fazit zum Profi-Radrennen Women’s Cycling Grand Prix in Stuttgart. Die Olympiasiegerin wurde am Rennwochenende Mutter.

Der Women’s Cycling Grand Prix soll das neue deutsche Vorzeigerennen im Radsportkalender werden. Der Parcours wurde von Lisa Brennauer entworfen, die als Sportliche Leiterin des Radrennens in Stuttgart fungiert. Nach der erfolgreichen Premiere haben wir mit Brennauer gesprochen.

Lisa Brennauer - zur Person

  • Geboren: 8. Juni 1988 in Kempten
  • Wohnort: Durach bei Kempten
  • Größe: 1,68 Meter
  • Gewicht: 63 Kilogramm
  • Familienstand: liiert mit ­Sebastian Nittke

Teams

  • 2009 Equipe Nürnberger 2010–2011 Hitec Products
  • 2012–2017 Specialized-Lulu­le­mon / Velocio-SRAM / Canyon/SRAM
  • 2018 Wiggle High5
  • 2019–2022 WNT-Rotor / Ceratizit-WNT

Wichtigste Erfolge

Olympiasiegerin mit dem Bahnvierer 2021, 30 Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften, davon 13-mal Gold; 14-mal Deutsche Meisterin; 8 Rundfahrtsiege, darunter zweimal Thüringen-Rundfahrt; 25 Etappensiege; Zweite Gent-­Wevelgem 2016; Zweite Flandern-Rundfahrt 2021; Vierte Paris-Roubaix 2021

Lisa Brennauer im Interview

TOUR: Wie ist ihr Fazit der Premiere des Women’s Cycling Grand Prix hinsichtlich Zuschauerinteresse, Medienpräsenz und Feedback der Teams?

Brennauer: Das Interesse der Medien war groß. Im Vorfeld gab es viele Berichte und ich habe selbst auch viele Interviews gegeben. Die Liveübertragung im SWR Fernsehen und der Stream bei Sportschau.de waren super. Da ich ja leider nicht vor Ort sein konnte habe ich mich besonders über die Rennübertragung gefreut, die ein großer Baustein in puncto Sichtbarkeit war. Schön war zu sehen wie viele Zuschauer das Event besucht haben und die tolle Atmosphäre war sogar hinterm Bildschirm spürbar. insgesamt muss ich sagen, hat mich sehr gefreut, wie groß das Medieninteresse war und ist. Von mehreren Fahrerinnen habe ich nach dem Rennen Nachrichten erhalten wie toll der Wettkampf organisiert war und dass man gerne wieder nach Stuttgart zurück käme für weitere Austragungen. Das Siegerinterview von Elena Pirrone, die genau das auch nochmal erwähnt hatte, zeigt, was für eine tolle Perspektive das Rennen hat.

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Women’s Cycling Grand Prix in der World Tour?

TOUR: Gibt es eine langfristige Perspektive für das Frauenrennen?

Brennauer: Die Langfristigkeit ihrer Planungen haben Albrecht Röder und sein Team von Anfang an betont. Es war und ist allen wichtig etwas aufzubauen das Zukunft hat mit dem Ziel World Tour.

Lisa BrennauerFoto: Christian Kaufmann

TOUR: Man hat den Eindruck die Tour de France Femmes lenkt die ganze Aufmerksamkeit auf sich. Ist das auch eine Bedrohung für andere Rennen?

Brennauer: Die Tour hat im gesamten Radsport eine Sonderstellung. Bedrohend würde ich das allerdings nicht einschätzen. Der Frauenradsport profitiert von der medialen Aufmerksamkeit der Tour, es ist eine große Chance für Teams sich und ihre Sponsoren zu präsentieren. Ich persönlich denke eher, dass sich das auch positiv auf andere Veranstaltungen auswirkt. Dass der Rennkalender momentan schneller wächst als die Teams und Strukturen drumherum und man als Team daher sehr gut planen und selektieren muss, wo man fährt, ist momentan vielleicht ein größeres Thema.

TOUR: Sie haben in der Nacht vor dem Women’s Cycling Grand Prix ihren Sohn zur Welt gebracht – das klingt nach einer Punktlandung. War das Zufall oder auch der Moment wo für Sie als Sportliche Leiterin klar war, dass alles geregelt und ihr Job erledigt ist?

Brennauer: Ich wäre natürlich einfach super gern am Wettkampfwochenende in Stuttgart dabei gewesen. Meine Arbeit hätte ich vor Ort gerne abgerundet, das hat jetzt gefehlt. Unser Sohn kam weit nach dem errechneten Geburtstermin zur Welt. Während man von außen also denkt man könnte sowas planen, spielen sich drinnen ganz andere Sachen ab.

TOUR: Wie viele Strampelanzüge mit Radsportbezug hat Konstantin geschenkt bekommen?

Brennauer: Bisher erst zwei und das fanden wir recht lustig. Und er hat sogar schon sein erstes kleines Radtrikot von Skoda geschenkt bekommen.

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Kristian Bauer

Kristian Bauer

Redakteur

Kristian Bauer ist gebürtiger Münchner und liebt Ausdauersport – besonders wenn es in die Berge geht. Er ist ein Fan der Tour de France und bevorzugt solide Rennradtechnik. Er führt für TOUR Interviews, berichtet von Events im Hobbyradsport und schreibt Artikel über die Fahrradbranche sowie Trends im Rennradsport.

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