Gravel-WMMarianne Vos gegen die Spezialistinnen

Leon Weidner

 · 10.10.2026

Gravel-WM: Marianne Vos gegen die SpezialistinnenFoto: Picture Alliance/Roth
Marianne Vos weiß wie es ist die Gravel-WM zu gewinnen. 2024 gelang ihr das knapp vor Lotte Kopecky
​Auf 125,6 Kilometern und mit 3179 Höhenmetern geht es in Nannup um das erste Regenbogentrikot der Gravel-WM außerhalb Europas. Marianne Vos will ihren Titel von 2024 zurück, doch die Spezialistinnen um Sofia Gomez Villafañe haben einen Kurs, der ihnen liegt.

​Die Frauen eröffnen am Samstag, 10. Oktober, die Gravel-WM in Nannup, einen Tag vor den Männern. Gestartet wird um 10:10 Uhr Ortszeit, in Deutschland ist es dann 4:10 Uhr. Das Ziel wird gegen 8:10 Uhr MESZ erwartet. Es ist die erste WM außerhalb Europas, und Titelverteidigerin Lorena Wiebes steht nicht auf der Startliste.

Die Strecke der Elite-Frauen

Die Frauen fahren bei der Gravel-WM 2026 einen knapp 125 Kilometer langen KursFoto: UCIDie Frauen fahren bei der Gravel-WM 2026 einen knapp 125 Kilometer langen Kurs

Die Frauen fahren den mittleren Kurs über 125,6 Kilometer und 3179 Höhenmeter, 84 Prozent davon auf Schotter. Es ist die kürzeste WM-Distanz der Frauen, aber mit fast dreimal so vielen Höhenmetern wie im Vorjahr in den Niederlanden, wo es nur 1190 waren. Der Kurs entspricht dem des Seven Gravel Race im Mai. Nach neun Kilometern welligem Asphalt und einem flachen Auftakt folgen früh der Brockman (2,4 km, 8,2 %) und später der Ellis Creek (2 km, 9,1 %). Die Zusatzschleife mit dem Arcadia fahren nur die Männer.

Im Finale geht es auf eine 24,5 Kilometer lange Schleife um Nannup. Sie beginnt mit einem Anstieg von 2,4 Kilometern, im Schnitt 4,8 Prozent steil und im letzten Kilometer deutlich steiler. Den Schlusspunkt setzt die Lindsay Rd (2,36 km, 2,6 %), deren Gipfel nur 3,5 Kilometer vor dem Ziel liegt. Danach geht es rund einen Kilometer bergab und flach über eine breite Asphaltstraße ins Ziel.

Wer holt den Sieg bei der Gravel-WM?

Als Favoritin gilt Sofia Gomez Villafañe (Argentinien). Die dreimalige Gesamtsiegerin des Life Time Grand Prix hat 2026 Unbound 200 und The Traka 200 gewonnen und diese WM seit fast einem Jahr als Ziel. Für Nannup verzichtet sie auf einen Grand-Prix-Start. Weil sie wenige UCI-Punkte gesammelt hat, startet sie weit hinten, rechnet sich aber gute Chancen aus, nach vorn zu kommen. Marianne Vos (Niederlande) ist Weltmeisterin von 2024 und Zweite des Vorjahres. Die Saison war für sie bisher durchwachsen, doch auf Schotter und im Rennverlauf bringt sie viel Erfahrung mit, und die Gegend kennt sie von früheren Rennen. Wenn sie in einer kleinen Gruppe ins Finale kommt, ist sie schwer zu schlagen.

Aus deutscher Sicht richten sich die Blicke bei der Gravel-WM auf Rosa Klöser. Sie hat 2026 The Traka 360 und die Pyrénées Catalanes Gravel Tour gewonnen und war bei den Lauf Gravel Worlds Zweite. Unterstützt wird sie von den Unbound-Siegerinnen Carolin Schiff sowie Romy Kasper, Nele Laing und Jade Treffeisen. Neben Vos ist auch die Niederländerin Geerike Schreurs am Start, Gesamtsiegerin der Gravel Earth Series, die allerdings auch als Teamkollegin Villafañes bei Specialized Off-Road unter Vertrag ist. Dazu kommt das Heimteam mit Tiffany Cromwell, die den Seven schon 2023, 2025 und 2026 gewonnen hat, und der Oceania-Meisterin Nicole Frain.

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Leon Weidner

Leon Weidner

Redakteur

Leon Philip Weidner ist Kölner, verfolgt den Profi-Radsport intensiv und ist selbst leidenschaftlich auf dem Rennrad unterwegs. Neben langen Kilometern im Sattel des Straßenrads sitzt er auch regelmäßig auf dem Zeitfahrrad – stets mit dem nächsten Triathlon im Blick. Seine Expertise verbindet sportliche Praxis mit Szenewissen.

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