TOUR Online
· 30.05.2026
Am Schlusswochenende des Giro d’Italia der Männer startete parallel dazu der Giro d’Italia Women mit einer Flachetappe entlang der Adria über 139 Kilometer von Cesenatico nach Ravenna. Das Finale fand über mehrere Runden auf einem 13 Kilometer langen Kurs rund um die Zielstadt statt - mit dem erwarteten Massensprint als Ausgang.
Der Sieg ging an Lorena Wiebes (Team SD Worx – Protime), der großen Favoritin im Vorfeld. Gegen ihren frühen Antritt und ihre Beschleunigung waren die Konkurrentinnen chancenlos. Elisa Balsamo (Lidl – Trek) erreichte Platz zwei vor Lara Gillespie (UAE Team ADQ).
Es folgte das normale Prozedere: Siegerinterview, Trikotzeremonie in Rosa für Wiebes. Doch im Führungstrikot wird die Niederländerin auf der 2. Etappe nicht an den Start gehen. Die Jury disqualifizierte die Niederländische Meisterin einige Stunden nach dem Rennausgang.
Rennveranstalter RCS Sport teilte per Pressemitteilung mit:
”Lorena Wiebes ist vom Giro d'Italia Women ausgeschlossen worden, weil sie gegen Regel 2.12.007 – 2.2 verstoßen hat: Benutzen eines Fahrrades, das nicht den Regeln entspricht, insbesondere durch Nichteinhaltung der Mindestgewichtsanforderungen”
Damit geht das Führungstrikot an die ursprünglich Zweitplatzierten, Elisa Balsamo.
Wiebes Team SD Worx – Protime reagierte ebenfalls in einem Statement und zeigte sich darin “erstaunt” über die Disqualifikation. Nach Aussage des Rennstalls wog “das Rad 6,78 Kilogramm und hat deshalb nicht das Minimalgewicht der UCI von 6,8 Kilogramm erreicht”.
Der Giro d’Italia Women startete einen Monat früher als üblich, da der Veranstalter RCS Sport eine neue Teamplanung umgesetzt hat. Damit soll die Überschneidung mit der Tour de France der Männer vermieden werden und der Giro der Frauen soll mehr Aufmerksamkeit erhalten.
Auf der ersten Etappe mussten lediglich 240 Höhenmeter bewältigt werden – es gab keine Bergwertung. Eine Massenankunft war der erwartete Ausgang dieser Etappe. Entsprechend aussichtslos waren von Beginn an jegliche Fluchtversuche.
Trotzdem fanden sich nach wenigen Kilometern mit Sharon Spimi (Top Girls Fassa Bortolo), Valeria Curnis (Isolmat – Premac – Vittoria), Ilaria Marinetto (Team Mendelspeck E-Work) und Sofia Arici (Vini Fantini – BePink) vier Italienerinnen, die ihr Glück als Ausreißerinnen versuchten. Während Marinetto frühzeitig zurückfiel, erarbeiteten sich die übrigen drei Fahrerinnen einen zwischenzeitlichen Vorsprung von rund vier Minuten. Im Feld koordinierten Team SD Worx – Protime und UAE Team ADQ die Nachführarbeit.
Ein Massensturz führte unterwegs zur frühen Aufgabe von Car Ferguson (Movistar Team). Insgesamt kam es während der Etappe zu mehreren Stürzen.
50 Kilometer vor dem Ziel holte das Feld die drei Ausreißerinnen wieder ein. Inzwischen beteiligte sich auch das Team Lidl-Trek an der Tempoarbeit. Im Finale wurde das Rennen mit Aussicht auf den Massensprint und das erste Rosa Trikot der Rundfahrt extrem hektisch, insbesondere auf den letzten Kilometern. Weitere Stürze blieben jedoch aus. Im Massensprint erwies sich Lorena Wiebes dann als unschlagbar.