Flèche WallonneSeixas an der Mur de Huy eine Klasse für sich

Sebastian Lindner

 · 22.04.2026

Flèche Wallonne: Seixas an der Mur de Huy eine Klasse für sichFoto: Getty Images / Dario Belingheri
Paul Seixas gewinnt den Flèche Wallonne an der Mur de Huy.
Paul Seixas (Decathlon CMA CGM) hat sich an der Mur de Huy zum jüngsten Sieger des Flèche Wallonne gekürt. Der 19-Jährige, der als großer Favorit ins Rennen ging, hatte im bis zu 19 Prozent steilen Finale alles unter Kontrolle und feierte souverän seinen nächsten Sieg.

Der Franzose konnte sich früh zum Jubeln aufrichten. An seinem Sieg war bereits bei Hälfte des knapp 1000 Meter langen Schlussanstieges nicht mehr zu rütteln. Im Kampf um Rang zwei blieb es allerdings bis zur Ziellinie spannend. Der Schweizer Mauro Schmid (Team Jayco AlUla) entschied ihn vor Ben Tulett (Visma | Lease a Bike) und Benoit Cosnefroy (UAE Team Emirates - XRG) für sich.

200 Kilometer lang war die 90. Ausgabe des Flèche Wallonne in diesem Jahr, am Ende zählte aber nur der letzte davon. Bis dahin hatte Decathlon alles unter Kontrolle, der letzte Ausreißer wurde sieben Kilometer vor dem Ziel eingeholt. “Ich möchte mich bei all meinen Teamkollegen bedanken, die von Beginn an hart gefahren sind, die Ausreißversuche unter Kontrolle gehalten und mich in den entscheidenden Momenten gut positioniert haben”, lobte Seixas dann auch als Erstes sein Team, bevor er auch sich selbst zu sprechen kam. Ich bin wirklich glücklich, dass ich das Rennen für mich entscheiden konnte. Bei meinem allerersten Start zu gewinnen, ist unglaublich! Bis letztes Jahr habe ich dieses Rennen noch im Fernsehen verfolgt.”

Mit seiner Performance hat Seixas untermauert, dass er beim vierten Monument des Jahres am Sonntag bei Lüttich-Bastogne-Lüttich der große Herausforderer von Tadej Pogacar (UAE Team Emirates - XRG) sein kann, den mindestens ganz Frankreich erhofft. “Das heutige Ergebnis zeigt, dass ich in großartiger Form bin.” Und das im Grunde schon das ganze Jahr. Seixas feierte in Huy seinen siebenten Saisonsieg. Nur Remco Evenepoel (Red Bull - BORA - hansgrohe) kommt noch auf diese Anzahl. Der Belgier hatte den Flèche ausgelassen, um sich in Ruhe auf Lüttich vorbereiten zu können.

Flèche Wallonne 2026 - Ergebnisse


2026:

La Flèche Wallonne: Herstal - Mur de Huy

22.04.2026 | 200.332 km
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So lief der Flèche Wallonne 2026

Das Profil des Flèche Wallonne 2026 der MännerFoto: ASODas Profil des Flèche Wallonne 2026 der Männer

Bei gutem Wetter und 16 Grad, was in jüngerer Vergangenheit eher Seltenheit in Wallonien hatte, machte sich eine sechsköpfige Gruppe kurz nach dem Start auf, den ersten Teil des Tages zu bestimmen. Angeführt von Andreas Leknessund (Uno-X Mobility) fuhr sich die Gruppe auf den ersten 50 Kilometern drei Minuten Vorsprung heraus. Bis zum Erreichen des drei Mal zu fahrenden Rundkurses genau zu Mitte des Rennens war eine davon wieder weg.

1:20 Minuten Rückstand zeigte die Uhr noch, als das Feld erstmals die Mur de Huy überquert hatte. Eine Runde später waren noch gut 40 Sekunden übrig. Leknessund und Jardi Christiaan van der Lee (EF Education - EasyPost) setzten sich dort von ihren Mitausreißern ab, Sjoerd Bax (Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team) und Jakub Otruba (Caja Rural - Seguros RGA) kamen aber nochmal zurück. Doch das war nur von kurzer Dauer.

Als Stärkster unter den Ausreißern erwies sich eindeutig Leknessund, der an der Cote d’Ereffe alle Mitfahrer abschüttelte. Am Fuß der Cote de Cherave sieben Kilometer vor dem Ziel wurde dann aber auch er gestellt. Bis zur Mur blieb dann ein großes Feld zusammen, unten fuhren alle noch relativ gleichmäßig ins den Anstieg. Seixas, Schmid und Tulett bildeten 500 Meter vor dem Ziel die erste Reihe, während die weiteren Profis dahinter bereits mächtig zu kämpfen hatten. Als der Franzose im steilsten Stück aber nochmal den Druck erhöhte, konnten auch die beiden anderen nicht mehr mithalten. 250 Meter vor dem Ziel eröffnete er schließlich seinen Sprint, den es in dieser Form gar nicht mehr benötigt hätte. Seixas siegte souverän vor Schmid, der den Kampf der Verfolger für sich entschied.

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