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Die Katadyn Group hat mit der Befree AC Bottle eine neue Wasserfilter-Flasche im Programm, die sich an Radfahrer, Wanderer und Reisende wendet. Die selbststehende Konstruktion passt in gängige Trinkflaschenhalter am Fahrrad und ermöglicht die Wasseraufbereitung aus unterschiedlichen Quellen wie Bächen, Seen oder Wasserleitungen.
Das Herzstück bildet ein zweistufiges Filtersystem. Die erste Stufe arbeitet mit einem Hohlfaserfilter, der Bakterien, Protozoen (Einzeller) und Mikroplastik aus dem Wasser entfernt. Die zweite Stufe nutzt Aktivkohle zur Verbesserung von Geschmack und Geruch sowie zur Reduzierung von Chlor. Die EZ-Clean Membrane lässt sich durch Schütteln oder Schwenken in sauberem Wasser reinigen, ohne dass Rückspülen oder zusätzliche Hilfsmittel nötig sind.
Die Durchflussrate gibt der Hersteller mit bis zu zwei Litern pro Minute an. In unseren Tests haben wir geringfügig niedrigere Mengen verzeichnet. Saugen am Mundstück funktioniert, ein Luftloch sorgt dabei für den Druckausgleich, sodass sich die Flasche nicht zusammenzieht. Das Trinken wird durch Drücken und Quetschen der Flasche nochmals spürbar erleichtert.
Die Befree AC Bottle 0.7L besteht aus TPU-Material (Thermoplastisches Polyurethan). Die Flasche lässt sich zusammendrücken, was den Wasserfluss unterstützt. Sie behält ihre Form jedoch und ist weniger weich wie die zusammenrollbaren Katadyn Befree AC Filter mit Faltflasche.
Ein robuster Tragegriff am Verschluss ermöglicht das Anhängen am Rucksack. Eine Flip-Cap dichtet den Filter ab, während das Silikon-Mundstück zur Reinigung oder zum Austausch entfernt werden kann. Das Produkt ist PVC- und BPA-frei.
Die 0.7-Liter-Ausführung bringt 93 Gramm auf die Waage und ist in den Farben Smoke, Red, Green und Blue erhältlich. Sie besitzt einen runden Boden und steht selbstständig. Mit den Abmessungen von 95 x 75 x 236 mm passt sie problemlos in Standard-Flaschenhalter am Fahrrad.
Neben der 0.7-Liter-Version bietet Katadyn die Befree AC Bottle in Rauchgrau auch mit 0.9 Litern Fassungsvermögen an, die sich für längere Touren eignet.
Die Filterleistung beträgt bis zu 1.000 Liter Wasser für den Hohlfaserfilter, abhängig von der Wasserqualität. Der Aktivkohlefilter hält bis zu 200 Liter. Damit eignet sich das System für kurze Tagestouren und längere Trekkingabenteuer.
Das 42-Millimeter-Gewinde der Flaschenverschlüsse mit EZ-Clean Membrane passt auf Elite Fly Trinkflaschen sowie auf die meisten Flaschen von Hydrapak und anderen Herstellern. Die Verschlüsse samt Filter lassen sich also auf verschiedene Flaschen aufschrauben.
Wer die Flasche mit Filter benutzt, sollte den Filter nach rund 5 Litern reinigen. Dazu entweder die Flasche mit frischem Wasser füllen und schütteln oder den Filter (ohne Mundstück) in sauberem Wasser schwenken. Achtung: Das Abspülen unter fließendem Wasser kann den Filter zerstören und sollte daher unterlassen werden.
Alle 100 Liter etwa und vor der Langzeitlagerung soll der Hohlfaserfilter desinfiziert werden. Dazu wird eine Reinigungslösung oder alternativ Natriumhypochloridlösung (Haushaltsbleichmittel) durch den Filter gedrückt. Anschließend alles an der Luft trocknen lassen, fertig.
Die 0.7-Liter-Ausführung kostet 50 Euro und ist in vier Farbvarianten erhältlich. Im Lieferumfang sind der Aktivkohlefilter und der in den Verschluss integrierte Hohlkammerfilter enthalten. Ein Ersatzfilter samt neuem Verschluss kostet 30 Euro, Aktivkohlefilter im 3er-Pack ebenfalls 30 Euro. Eine neue Ersatzkappe oder drei Silikonmundstücke gibt’s für jeweils 15 Euro. Die Flaschen sind ab sofort im Fachhandel und z.B. hier erhältlich.
Zuerst zur Durchflussmenge: Wir haben es geschafft, in 10 Sekunden rund 250 ml aus der Katadyn Befree AC Bottle mit Filtereinsätzen zu drücken - hochgerechnet wären das etwa 1,5 Liter pro Minute. Der Hersteller gibt bis zu 2 Liter pro Minute an, vielleicht muss dann nur noch fester gedrückt werden. Zum entspannten Trinken reicht das allemal: In 3 Sekunden ist der Mund so voll, dass man 3 Mal schlucken kann.
Aber vor allem wollten wir wissen: Funktioniert das wirklich mit dem Entfernen von Geschmäckern und Gerüchen? Das Wasser aus dem Hahn schmeckt schließlich überall ein wenig anders. Mancherorts muss es sogar erst auf Trinkwasserqualität gebracht, chemisch behandelt und zum Beispiel gechlort werden. Damit kann man dann zwar das Dehydrieren verhindern, Genuss ist anders.
Also haben wir den Wasserfilter mit dem vielleicht härtesten Geschmacksgegner in unseren Breiten getestet – Schwimmbadwasser, da ist schön viel Chlor drin, und es gilt dann ja zumindest als so unbedenklich, dass man durchs Baden nicht wirklich krank wird. Selbst wer täglich ins Schwimmbad geht und dabei kleine Mengen des Badewassers aufnimmt, muss keinen größeren Schaden befürchten. Einfach so trinken sollte man es keinesfalls!
Mit dem Katadyn-Wasserfilter kann man faul im Pool liegen bleiben und sich bedienen! Das Wasser aus der Flasche schmeckt zwar weniger gut als frisches Wasser aus der Leitung. Das Leitungswasser ist hier, wo ich lebe, allerdings auch besonders feinschmeckend. Aber das gefilterte Schwimmbadwasser schmeckt neutral, ohne Chlorgeschmack oder sonstige Nebengeschmäcker. Kaum zu glauben. Bauchweh hat von dem Probierschluck auch niemand bekommen.
Die Antwort auf die Frage: “Darf man auf der Hütte seine Trinkflasche am Waschbecken einfach auffüllen oder nicht?” lautet also: “Es kommt drauf an.” Die Filter-Flasche von Katadyn eliminiert Krankheitserreger und Schadstoffe aus dem Wasser, nur keine Viren, die Aktivkohle reduziert darüber hinaus Gerüche und verbessert den Geschmack. Das Wasser dürfte man dann wohl aus gesundheitlicher Sicht bedenkenlos trinken. Die Gewissensfrage, die sich dabei aber stellt, muss sich jeder selbst beantworten.
Redakteur
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