Ein verschlissener Akku muss beim Lezyne E-Drive nicht das Ende der gesamten Pumpe bedeuten: Der Energiespeicher lässt sich austauschen. Das verbessert die Voraussetzungen für eine lange Nutzungsdauer und ist gegenüber einem fest eingebauten Akku ein Vorteil bei der Reparierbarkeit. Wie nachhaltig das Gerät insgesamt ist, lässt sich daraus allein allerdings nicht ableiten.
Die zweite Besonderheit ist die aktive Kühlung. Sie soll die beim Pumpen entstehende Wärme abführen. Ein sinnvoller Ansatz für einen Minikompressor, dessen Gehäuse beim Einsatz unmittelbar in der Hand liegt.
Im Praxistest funktioniert die Wärmeabfuhr: Der E-Drive lässt sich während und nach dem Pumpen jederzeit anfassen. Unangenehm heiße Gehäuseflächen fallen nicht auf. Die Kühlung bringt damit einen unmittelbar spürbaren Nutzen bei der Handhabung.
Weniger günstig fällt die Bilanz beim Transport aus. Mit 225 Gramm gehört der Lezyne zu den schwereren Vertretern seiner Klasse. Zudem baut er etwas dicker als die Konkurrenz. Wer seine Pannenhilfe möglichst leicht und platzsparend zusammenstellen möchte, muss hier Abstriche machen.
Mit einer Akkuladung schafft der E-Drive im Test gut vier Füllungen mit vier bar Druck von Rennradreifen mit 30 Millimetern Breite. Die durchschnittliche Pumpzeit beträgt dabei 90 Sekunden. Sowohl die Zahl der Füllungen als auch das Tempo liegen nach den vorliegenden Praxiserfahrungen etwas unter dem Standard dieser Geräteklasse.
Für einen Druck von fünfeinhalb Bar benötigt der Kompressor 150 Sekunden. Auch bei diesem Messpunkt bleibt die Pumpleistung unter dem Vergleichsniveau. Die aktive Kühlung verbessert somit die Handhabung, verbessert jedoch nicht seinen Wirkungsgrad.
Zum gemächlichen Druckaufbau kommt ein deutlich wahrnehmbarer akustischer Nachteil: Das Pumpgeräusch ist sehr laut und hochfrequent. Gerade bei längeren Pumpvorgängen fällt dieser schrille Ton unangenehm auf.
Mit einem Preis von 140 Euro liegt der E-Drive zudem etwas über dem Schnitt. Sein Mehrwert besteht deshalb vor allem im austauschbaren Akku und der wirksamen Kühlung, nicht in überdurchschnittlicher Pumpleistung oder besonders kompakten Abmessungen.
Die Alleinstellungsmerkmale vom Lezyne E-Drive sind sein Wechselakku und die aktive Kühlung. Das Gehäuse bleibt anfassbar, und ein verschlissener Energiespeicher lässt sich ersetzen. Dafür müssen Käufer ein vergleichsweise hohes Gewicht, die dickere Bauform und ein sehr lautes Pumpgeräusch akzeptieren. Auch Tempo und Akkuausdauer bleiben unter dem Standard. Für 140 Euro ist der E-Drive vor allem dann interessant, wenn Austauschbarkeit und angenehme Gehäusetemperaturen wichtiger sind als geringes Packmaß und schnelles Aufpumpen.

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