Gravel-Sattel ausprobiertSelle Italia SLR Gravel Elite mit Spritzschutz

Sandra Schuberth

 · 06.09.2026

Der Selle Italia SLR Gravel Elite von oben: Kurze, breite Nase, große Aussparung, reflektierende Elemente
Foto: Sandra Schuberth
Ein Sattel für Schotter, Regen und lange Tage auf dem Gravelbike. Diese drei Punkte will der Selle Italia SLR Gravel Elite erfüllen. Dazu nutzt er das bewährte SLR-Profil, neu gedacht für Gravel. TOUR hat den Sattel ausprobiert – auf Feierabendrunden und mehrtägigen Alpentouren.

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Der SLR Gravel Elite bringt drei Extras mit, die ihn vom Standard-SLR-Elite unterscheiden: das Bow Rail System zur Vibrationsdämpfung, ein herausnehmbares Protective Insert über der Superflow-Aussparung und reflektierende Seitenkanten. Getestet auf Feierabendrunden und mehrtägigen Touren mit Alpenetappen.

Fazit

Wichtig vornweg: Ein Sattel, auf dem eine Person richtig gut sitzt, kann für die andere Person das Gegenteil sein. Unsere Testerin ist vorher schon verschiedene Selle Italia Sättel gefahren, etwa den SLR Lady Boost Superflow oder den SLR Boost Gravel.

Das herausnehmbare Protective Insert ist selbsterklärend: Die Lasche nach oben ziehen zum Entnehmen, einsetzen und drücken zum Montieren. Bei nassem Untergrund schützt es das Radhosen-Polster vor Spritzwasser – wer maximale Belüftung will, nimmt es einfach heraus.

Bei längeren Touren bemerkte die Testerin ein Druckgefühl hinten an den Kanten der Aussparung. Ob die Kantenhärte, die Kantengeometrie, die Sattelposition, die Hose oder eine Kombination aus allem dafür verantwortlich ist, lässt sich nicht eindeutig sagen. Sättel sind eine sehr individuelle Angelegenheit – was für eine Person richtig gut passt, kann für die nächste überhaupt nicht funktionieren. Wer Ähnliches erlebt, sollte zuerst Sattelposition und Neigung prüfen und mit einer Hose fahren, die sich zuvor als gut passend bewährt hat. Am besten bei einem Bikefitting.

Die reflektierenden Seitenkanten erhöhen die Sichtbarkeit in der Dämmerung. Dass Selle Italia seinen Gravelsätteln dieses Feature gibt und Rennradsätteln nicht, macht dann Sinn, wenn man Gravel mehr als Abenteuer definiert als Rennrad. Dennoch sorgen die reflektierenden Kanten nur dann für Sichtbarkeit, wenn sie angestrahlt werden, etwa von Autoscheinwerfern.

Bei 199,90 € bewegt sich der SLR Gravel Elite im oberen Mittelfeld. Die mit 124,90 Euro günstigere Variante SLR Gravel Advan bietet ebenfalls Bow Rail System, Protective Insert und Reflexelemente, wiegt aber 214 Gramm statt 195 Gramm (S3-Version).

Der Sattel auf einen Blick

  • Hersteller / Modell: Selle Italia SLR Gravel Elite
  • Preis (UVP): 199,90 €
  • Gewicht: 195 g (S3) / 208 g (L3)
  • Größen: S3 (130 × 245 mm), L3 (145 × 245 mm)
  • Schienen: Stahlrohr, Ø 7 mm
  • Besonderheit: Bow Rail System, herausnehmbares Protective Insert, reflektierende Seitenkanten
  • Verwendung: Gravel

Welchen Sattel fährst du? Schreib's in die Kommentare.

Für wen – für wen nicht

Der SLR Gravel Elite passt zu ambitionierten Gravelradsportlern und abenteuerlustigen Gravelbikern, die auf der Suche nach einem Sattel für lange Touren und gemischten Untergrund sind. Das Protective Insert macht ihn attraktiv für Schlechtwettertouren und Bikepacking. Nicht ideal für Personen, die mit Sätteln mit Aussparung generell nicht klarkommen.

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Sandra Schuberth

Sandra Schuberth

Redakteurin

Sandra Schuberth, mal Feierabendrunde, mal Trainingsride, mal unsupported Bikepacking-Challenge. Hauptsache sie und ihr Gravelbike – abseits vom Verkehr. Seven Serpents, Badlands oder Bright Midnight: Sie hat anspruchsvolle Bikepacking-Rennen gefinisht. Gravel und Bikepacking sind ihre Herzensthemen, ihr Anspruch an Equipment ist hoch. Was sie fährt, nutzt und empfiehlt, muss draußen bestehen: nicht im Marketing, sondern im echten Leben.

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