Frühjahrscheck bei Rennrad und GravelbikeCheckliste für Reifen und Laufräder

Matthias Borchers

 · 03.04.2026

Saisonstart mit dem Rennrad
Foto: Wolfgang Papp

In diesem Artikel verwenden wir sogenannte Affiliate Links. Bei jedem Einkauf über diese Links erhalten wir eine Provision vom Händler. Alle vermittlungsrelevanten Links sind mit gekennzeichnet. Mehr erfahren.

Bevor das Rennrad aus der Winterpause wieder auf die Straße darf, empfiehlt sich eine gründliche Durchsicht. TOUR-Werkstatt-Chef Hans-Peter Ettenberger zeigt und erklärt dabei, worauf es ankommt. In diesem Teil geht es um Reifen und Laufrädern und die Unterschiede zwischen Tubeless und Schlauch.

Themen in diesem Artikel

Reifen

​Lag vergangenen Herbst eventuell schon etwas Split auf der Straße? Die scharfen Steinchen bohren sich in die Lauf­fläche und arbeiten sich Umdrehung für Umdrehung immer tiefer in den Gummi, bis sie die Pannenschutzlage durchdringen – typischer Grund für einen schleichenden Platten. Mit kleinem Schraubendreher oder ­einem schlanken Kunststoffspatel lassen sich die Übeltäter entfernen.

Schlauch

​Bevor man dem dünnen Gummi wieder Druck gibt, empfiehlt sich eine Sichtkontrolle. Der einvulkanisierte Ventilschaft muss frei von Scheuerstellen und Rissen sein. Bei aufgepumptem Schlauch muss das Ventil senkrecht aus dem Felgenloch schauen und sich gleichmäßig etwas nach links und rechts ­bewegen lassen.

Dichtmilch

​In Tubless-Reifen wird nach langer Standzeit Dichtmilch zu Dickmilch. Sie klebt zäh im Reifen und auf der Lauf­fläche und verliert ihre kriechende Eigenschaft. Das festgebackene Zeug muss restlos entfernt werden, ­bevor anschließend frische Dichtmilch eingefüllt wird. Merke: Verschiedene Fabrikate nicht mischen.

Ventil

​Reste von Dichtmilch können auch das Ventil verkleben, insbesondere wenn es während der Parkzeit am Boden stand. Ventileinsatz aus dem Schaft schrauben und eventuell vorhandene Reste entfernen.

Lagerspiel

​Das Lagerspiel in den Laufrädern lässt sich prüfen, indem man das Laufrad gegen die Gabelscheiden bzw. Hinterbaustreben drückt und zieht. Dabei darf kein Kippen in der Nabe spürbar sein. Ältere Konuslager lassen sich einstellen; die nicht einstellbaren Rillenkugellager aktueller Laufräder kann die Fachwerkstatt tauschen.

Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?

Rundlauf

​Mit einem Abstandshalter wie im Bild kann man mit ruhiger Hand und scharfem Blick den Rundlauf der Felgen prüfen.

Speichen

​Korrekte Speichenspannung entscheidet über den Rundlauf der Räder. Radial gespeichte Laufräder (links) lassen sich mit Hilfe der Klangprobe durch Anschlagen mit einem Stift prüfen – alle Speichen sollten den gleichen Ton erzeugen. Gekreuzte Speichen (rechts) drückt man paarweise ab, sie sollten gleichmäßig nachgeben. Das Zentrieren ist anspruchsvoll; ungeübt überlässt man das besser der Fachwerkstatt.

Tubeless oder Schlauch

​Tubeless hat sich auch bei Rennrädern und vor allem Gravelbikes etabliert, dennoch fragen sich viele, ob der Umstieg lohnt. Ohne Schlauch sinkt der Rollwiderstand spürbar, der Komfort steigt und kleine Durchstiche dichtet die Milch oft sofort ab. Gleichzeitig verlangt das System mehr Sorgfalt: Die Montage kann fummelig sein, die Dichtmilch muss regelmäßig erneuert werden, ohne Druckluft kann die Montage zum Nervenkrieg werden und nicht jede Felge harmoniert perfekt mit jedem Reifen. Klassische Clincher sind im Pannenfall unproblematisch und lassen sich auch mit der Minipumpe auf Druck bringen. Wer maximale Performance sucht, profitiert von Tubeless; wer’s unkompliziert will, ist mit dem klassischen Schlauch ­weiterhin bestens bedient.

Matthias Borchers ist im Test-Ressort von TOUR, Experte für Bekleidung und Zubehör. Als Hobbyradsportler hat er die TOUR-Transalp und die TOUR-Trans Austria absolviert. Prägend sind zudem Reportage-Reisen von San Francisco bis Sakai sowie 17 Trips zur Tour de France mit rund 30.000 Wohnmobilkilometern.

Meistgelesen in der Rubrik Kaufberatung