Stefan Frey
· 10.08.2026
Kaum ein Bereich hat sich am modernen Rennrad in den vergangenen Jahren so stark verändert wie das Cockpit. Vollintegrierte Lenker-Vorbau-Einheiten gehören inzwischen bei vielen Performance-Bikes zum Standard, versprechen eine aufgeräumte Optik, weniger Gewicht und verbesserte Aerodynamik. Mit Columbus steigt nun eine echte Traditionsmarke erstmals in dieses Segment ein. Die Italiener präsentieren gleich drei integrierte Cockpits sowie drei neue Carbon-Gabeln für Rennrad-, Allroad- und Gravel-Bikes und erweitern damit ihr Komponentenprogramm deutlich.
Seit über 100 Jahren ist Columbus vor allem für seine Rahmenrohre bekannt. Nun baut die Mailänder Marke ihr Komponentenportfolio konsequent aus und bietet erstmals eigene vollintegrierte Cockpits an. Die drei neuen Lenker-Vorbau-Einheiten decken unterschiedliche Einsatzbereiche ab:
Gemeinsam haben alle Modelle eine vollständig integrierte Konstruktion, interne Leitungsführung und einen klaren Fokus auf geringes Gewicht sowie moderne Ergonomie.
Das Spirit Racing Integrated Cockpit ist die sportlichste Variante im neuen Programm. Columbus kombiniert einen aerodynamisch geformten Oberlenker mit ausgestellten Unterlenkern und einer integrierten Lenker-Vorbau-Konstruktion.
An den Drops setzt Columbus auf eine sogenannte Drei-Finger-Zone. Sie soll auch bei hoher Belastung einen sicheren Griff ermöglichen. Die Geometrie fällt kompakt aus, bleibt mit einem Reach von 75 Millimetern und einem Drop von 115 Millimetern aber klar auf sportliche Straßenfahrer zugeschnitten.
Das Cockpit wiegt in der Größe 380 Millimeter Lenkerbreite und 110 Millimeter Vorbaulänge 340 Gramm. Insgesamt stehen 15 Kombinationen aus Lenkerbreite und Vorbaulänge zur Verfügung.
| Spirit Racing Integrated Cockpit | |
| Gewicht | 340 Gramm |
| Lenkerbreiten | 360 bis 400 Millimeter |
| Vorbaulängen | 90 bis 130 Millimeter |
| Drop | 115 Millimeter |
| Reach | 75 Millimeter |
| Flare | 6 Grad |
| Preis | 699 Euro |
Das Futura Allroad ist für schnelle Straßenfahrten und leichtere Gravel-Einsätze gedacht. Der Lenker besitzt einen 120 Millimeter großen Drop und einen Reach von 70 Millimetern. Damit fällt die Geometrie kompakt und vergleichsweise zugänglich aus.
Eine Aussparung im Oberlenker soll das Verlegen des Lenkerbands erleichtern. Das Band kann bis in den mittleren Bereich geführt werden, wodurch eine gleichmäßige Oberfläche und ein sauberer Übergang entstehen sollen.
Mit 357 Gramm ist das Futura Allroad geringfügig schwerer als das Spirit Racing. Die Auswahl umfasst zwölf Größen mit Lenkerbreiten zwischen 380 und 420 Millimetern.
| Cento Gravel Integrated Cockpit | |
| Gewicht | 357 Gramm |
| Lenkerbreiten | 380 bis 420 Millimeter |
| Vorbaulängen | 90 bis 120 Millimeter |
| Drop | 120 Millimeter |
| Reach | 70 Millimeter |
| Flare | 7 Grad |
| Preis | 699 Euro |
Das Cento Gravel ist die breiteste und am stärksten auf Geländeeinsatz ausgelegte Variante. Columbus kombiniert einen Reach von 85 Millimetern mit einem Drop von 113 Millimetern. Der Flare beträgt 8 Grad.
Die ausgestellten Unterlenker sollen auf ruppigen Schotterpassagen mehr Kontrolle bieten. Gleichzeitig bleibt die Geometrie kompakt genug, um auch bei häufigen Griffwechseln eine komfortable Position zu ermöglichen.
Das Cento Gravel wiegt in der Größe 420 Millimeter Lenkerbreite und 100 Millimeter Vorbaulänge 340 Gramm. Columbus bietet neun Kombinationen an.
| Cento Gravel Integrated Cockpit | |
| Gewicht | 340 Gramm |
| Lenkerbreiten | 400 bis 440 Millimeter |
| Vorbaulängen | 90 bis 110 Millimeter |
| Drop | 113 Millimeter |
| Reach | 85 Millimeter |
| Flare | 8 Grad |
| Preis | 699 Euro |
Auch bei den Gabeln erweitert Columbus sein Angebot. Die Futura Fast Gravel ist für den Renneinsatz konzipiert, während die Futura Divide auf Bikepacking und lange Touren zielt. Die Trefoil Allroad soll Straße und Gravel miteinander verbinden.
Die Futura Fast Gravel ist die konsequenteste Gabel im neuen Programm. Columbus verzichtet auf Ösen und Schutzblechaufnahmen. Übrig bleibt eine möglichst leichte und steife Konstruktion für schnelle Gravel-Rennen.
Die Reifenfreiheit reicht bis 700 x 50 Millimeter. Damit bleibt die Gabel trotz ihrer klaren Race-Ausrichtung auch für modernes Gravel-Rennmaterial interessant. Die Zugführung erfolgt intern.
| Futura Fast Gravel Fork | |
| Material | T700s und HFM Carbon |
| Reifenfreiheit | Bis 50 Millimeter |
| Gabelschaft | Konisch, 1 1/8 bis 1 1/2 Zoll |
| Ausfallenden | Carbon mit Aluminium-Einsätzen |
| Zugführung | Intern |
| Preis | 650 Euro |
Die Futura Divide ist für Fahrer gedacht, die ihr Gravel-Bike auch als Reiserad einsetzen. Mit einer Reifenfreiheit von 63 Millimetern bietet sie Platz für besonders breite Reifen und damit für anspruchsvollere Strecken.
Der 1,5 Zoll große Gabelschaft soll zusätzliche Steifigkeit liefern. Das Multi-Rake-System erlaubt es, den Gabel-Offset an die Laufradgröße und die Beladung anzupassen. Gerade bei einem schwer beladenen Bikepacking-Rad kann diese Möglichkeit das Fahrverhalten spürbar beeinflussen.
Für Gepäck stehen mehrere Befestigungsösen zur Verfügung. Außerdem ist die Gabel für die interne oder externe Kabelführung vorbereitet. Eine spezielle Führung für Nabendynamo-Kabel macht sie auch für längere Touren unabhängig von Ladeinfrastruktur interessant.
| Trefoil Allroad Fork | |
| Material | T700s und HFM Carbon |
| Reifenfreiheit | Bis 63 Millimeter |
| Gabelschaft | Konisch, 1 1/8 bis 1 1/2 Zoll |
| Zugführung | Intern und extern |
| Ausstattung | Bikepacking-Ösen, Multi-Rake-System |
| Preis | 630 Euro |
Die Trefoil Allroad soll die Lücke zwischen klassischem Rennrad und Gravel-Bike schließen. Sie nimmt Reifen bis 45 Millimeter Breite auf und bietet Befestigungsmöglichkeiten für leichtes Gepäck sowie verdeckte Schutzblechaufnahmen.
Mit einer Achse-zu-Krone-Höhe von 380 Millimetern ist die Gabel auf ein stabiles und eher ruhiges Fahrverhalten ausgelegt. Die interne Zugführung sorgt für eine aufgeräumte Optik.
| Trefoil Allroad Fork | |
| Material | T700s und HFM Carbon |
| Reifenfreiheit | Bis 45 Millimeter |
| Gabelschaft | Trilobe, konisch, 1 1/8 bis 1 1/2 Zoll |
| Zugführung | Intern |
| Ausstattung | Gepäckösen, verdeckte Schutzblechaufnahmen |
| Preis | 650 Euro |
Columbus überarbeitet außerdem die Futura Adventure Fork. Die neue Version soll Reifen bis zur 32-Zoll-Größe aufnehmen. Damit wäre sie laut Hersteller die einzige Gabel im Columbus-Programm, die für diesen Laufradstandard geeignet ist.
Größere Laufräder können Hindernisse leichter überrollen und auf technischen Strecken für mehr Laufruhe sorgen. Ob die zusätzliche Reifenfreiheit tatsächlich Vorteile bringt, hängt allerdings stark vom Rahmenkonzept, der Geometrie und dem jeweiligen Einsatzzweck ab.
Mit den neuen Cockpits folgt Columbus einem Trend, der im Straßenradsport längst etabliert ist und nun auch im Gravel-Bereich an Bedeutung gewinnt. Die Integration reduziert sichtbare Leitungen und ermöglicht eine klar definierte Kombination aus Lenker und Vorbau. Gleichzeitig schränkt sie die Anpassbarkeit gegenüber klassischen Einzelkomponenten ein.
Bei den Gabeln fällt vor allem die klare Trennung der Einsatzbereiche auf. Die Futura Fast Gravel ist auf maximale Performance im Rennen reduziert. Die Futura Divide bringt dagegen die nötigen Befestigungsmöglichkeiten für lange Touren mit. Die Trefoil Allroad positioniert sich dazwischen und dürfte für Fahrer interessant sein, die ein schnelles, aber vielseitig nutzbares Rad aufbauen möchten.

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