Mit Keramiklagern und Carbon-SpeichenNeues Mavic-Laufrad Comete 50

Jens Klötzer

 · 25.05.2026

Mit dem Comete 50 will Mavic an glorreiche Zeiten anknüpfen
Foto: Mavic
Mavic bringt mit dem Comete 50 ein modernes Allround-Race-Laufrad mit 50 Millimeter Felgenhöhe und 23 Millimetern Innenbreite. Das Laufradpaar soll 1315 Gramm wiegen und nutzt flache Carbon-Speichen sowie Keramiklager. Das neue Comete 50 kostet 2499 Euro.

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Nach wirtschaftlich turbulenten Jahren meldet sich der französische Traditionshersteller Mavic mit einem technisch modernen Wettkampf-Laufrad am Markt zurück. Das neue Comete 50 ist als leichter und aerodynamisch guter Allrounder positioniert. Mit Carbonspeichen und Keramiklagern bietet es High-End-Technik und präsentiert sich auf Höhe der Zeit. Die Innenweite von 23 Millimetern passt zu aktuell im Profisport gefahrenen Reifenbreiten. Das Laufradpaar soll 1315 Gramm wiegen; es ergänzt das Race-Portfolio neben dem aufwendig gefertigten und noch leichteren, aber auch sehr teuren Cosmic Ultimate.

Die Felgenform entstand nach mehreren Entwicklungszyklen im Labor. Die Ingenieure führten Tests, Prototyping und Verbesserungen durch, bis das Felgenprofil die Projektziele erfüllte. Die Aero Wide Rim Form soll den Luftwiderstand minimieren und die Stabilität bei Seitenwind erhöhen.

Carbonspeichen von Vonoa

Jedes Laufrad verwendet 21 flache Carbon-Speichen, die der Anbieter Vonoa beisteuert. Davon sind 14 Speichen zweifach gekreuzt angeordnet, um Kraft zu übertragen. Sieben radiale Speichen sorgen für die Balance. Diese Konfiguration ergibt laut internen Tests das beste Verhältnis zwischen hoher Steifigkeit, guter Aerodynamik und geringem Gewicht. Die Form der Carbon-Speichen wurde im Windkanal optimiert. Die flachen Speichen sollen den Luftwiderstand durch frontale und rotierende Luftströmung reduzieren.

​Mavic testete das Comete 50 über 250 Stunden im etablierten Windkanal des CMEFE/HEPIA in Genf. Die Tests erfolgten bei 50 km/h mit 28-Millimeter-Reifen. Besonders bei Seitenwind ab 10 km/h und einem Anströmwinkel von 10 bis 20 Grad soll die Felgenform die Aerodynamik verbessern und 5 bis 10 Watt sparen. Bei 50 km/h und 15 Grad Windwinkel misst Mavic einen Vorteil von 5 Watt gegenüber dem besten aktuellen Konkurrenten. Über 50 Kilometer soll das Comete 50 damit zwölf Sekunden schneller sein als das Cosmic SLR 45. Gegenüber dem ersten Konkurrenten soll der Vorsprung vier Sekunden betragen.

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Neue Naben mit Keramiklagern

Die Nabe nutzt einen Zahnscheiben-Freilauf mit 40 Zähnen für schnelles Einrasten. Eine angepasste Feder soll die Reibung im Freilauf reduzieren. Die Nabenkörper wurden leichter konstruiert: Die Hinterradnabe spart 22 Gramm, die Vorderradnabe 5 Gramm gegenüber dem Vorgänger.

Mavic verbaut Keramiklager in der Nabe. Die Lager sollen die Reibung reduzieren und die Kraftübertragung verbessern, besonders bei steigender Geschwindigkeit oder am Berg. Die Nabe wurde außerdem aerodynamisch überarbeitet.

Aufwendige Tests für lange Haltbarkeit

Jedes Bauteil durchläuft einzeln Tests auf hauseigenen Maschinen, die 57 verschiedene Prüfungen ausführen können. Nach den Einzeltests folgt eine zweite Testreihe am montierten Laufrad. Labortests zur seitlichen und vertikalen Belastung erfolgten bei 70 km/h mit 120 kg Last, was einem Feldäquivalent von geschätzten 700.000 km entspricht.

Die hausinternen Aufpralltests liegen 50 Prozent über den UCI-Anforderungen bei frontalen Crashtests. Die Montage jedes Laufrads folgt einem kontrollierten Protokoll mit Speichenspannung, Auswuchtung und dynamischer Validierung.

Einsatz bei Profis

Thomas De Gendt, Etappensieger bei allen drei Grand Tours, testete das Comete 50 während der Entwicklung. Das UCI Women's Pro Team St Michel–Preference Home–Auber93 nutzt die Laufräder im Wettkampf. Alison Jackson fährt das Comete 50 unter Rennbedingungen.

Das Mavic Comete 50 kostet 2499 Euro, die Laufräder werden komplett in der Mavic-Firmenzentrale im französischen Annecy montiert.


Jens Klötzer

Jens Klötzer

Redakteur

Jens Klötzer ist gelernter Wirtschaftsingenieur und bei TOUR der Experte für Komponenten aller Art: Bremsen, Schaltungen, Laufräder oder Reifen – alles testet Jens auf Herz und Nieren. Er sammelt historische Rennräder, besitzt sowohl ein modernes Zeitfahrrad wie ein Gravel-Reise-Rennrad aus Titan. Auf Reisen erkundet er gern unbekannte Straßen in Osteuropa – auf breiten, aber schnellen Reifen.

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