Zoll-FragenDie wichtigsten Fragen und Antworten zu 32-Zoll-Gravelbikes

Jens Klötzer

 · 07.06.2026

Zoll-Fragen: Die wichtigsten Fragen und Antworten zu 32-Zoll-GravelbikesFoto: Wolfgang Papp
Größere Laufräder könnten das nächste große Ding beim Gravelbike werden. Aber sind sie auch besser?
Sind größere Laufräder schon ein Trend? Was können sie besser, was ändert sich? Die wichtigsten Fragen und Antworten zur neue Laufradgröße.

Themen in diesem Artikel

​Wo kann man ein 32-Zoll-Gravelbike kaufen?

Aktuell gar nicht, denn bislang existieren lediglich Prototypen. Das gilt sowohl für Rahmen als auch für Reifen und Laufräder. Da aber bereits mehrere Hersteller Interesse bekundet haben, den Trend zu bedienen, könnte es im kommenden Jahr schnell gehen: Mit Schwalbe, Maxxis und Vittoria zeigten große Reifenhersteller schon eigene Modelle. An der Laufradfront zeigten sich unter anderem DT Swiss, Newmen und Bike Ahead mit passenden Produkten. Die Rahmen sind überwiegend noch Einzelstücke kleiner Rahmenbauer. Jüngst stattete Scott beim prestigeträchtige Unbound-Gravelrennen zwei gesponserte Athleten mit zwei 32-Zoll-Prototypen aus Carbon aus, Robin Gemperle gewann die XL-Variante 2026 über 563 Kilometer. Das dürfte in der Branche als Startschuss wahrgenommen werden.

Welche Vorteile haben 32-Zoll-Laufräder?

Als wichtigstes Argument wird das Überrollverhalten angeführt: Größere Laufräder rollen leichter über Hindernisse. Das ist logisch bei großen Brocken: Ein größeres Rad rollt eher darüber, ein kleineres eher dagegen. Aber auch bei kleineren Hindernissen wie Schottersteinen auf glatten Pisten bieten die Räder Vorteile: Sie lassen sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen, sind weniger anfällig dafür, bei plötzlichen Schlägen den Lenker zu verreißen. Auch die größeren Kreiselkräfte stabilisieren die Fahrt bei hohem Tempo. Rennfahrer versprechen sich davon mehr Speed auf ruppigen Strecken.

Gibt es auch Nachteile?

Unbedingt: Allem voran das höhere Gewicht, das je nach Qualität zwischen 500 und 1000 Gramm für den bereiften Laufradsatz liegen dürfte, und das hauptsächlich als rotierende Masse. Damit sind die Laufräder träger beim Beschleunigen und weniger agil in Kurven, das Rad ist in verblocktem Gelände dadurch schwerer zu kontrollieren. Die Laufräder werden mechanisch instabiler, weil größere Hebelkräfte wirken, zumindest wenn sich nicht gleichzeitig die Einbaubreite vergrößert. Hinzu kommen geometrische Probleme, besonders bei kleinen Menschen bzw. Rahmen. Auch aerodynamisch dürften die großen Laufräder nachteilig sein.

Welche Folgen hätte das für die Komponenten?

An der Laufradgröße ändern sich die Bedingungen für viele Komponenten, im Grunde muss ein Rad komplett neu gedacht werden. Neben Reifen, Felgen und Speichen muss das komplette Rahmen-Set bzw. dessen Geometrie verändert werden. Aufgrund des größeren Abrollumfangs sind andere Übersetzungen gefragt; auch die Bremsscheiben müssten theoretisch mitwachsen, damit die gleiche Verzögerung erreicht wird. Um den Lenker tiefer zu bekommen, sind nach unten weisende Vorbauten nötig.

Kommt das auch am Straßenrennrad?

Sehr unwahrscheinlich. Zum einen sind die Vorteile der größeren Laufräder beim Einsatz auf der Straße (oder auch auf glatten Schotterwegen) nicht gefragt und die Nachteile überwiegen deutlich. Im Straßenrennsport ist die Laufradgröße außerdem vom Reglement der UCI gedeckelt. 32 Zoll dürften im Rennsport nicht eingesetzt werden. Das behindert erfahrungsgemäß auch eine relevante Verbreitung im Markt.

Wie fährt sich ein Gravelbike mit größeren Laufrädern?

Das haben unsere Testfahrer in einem direkten Duell herausgefunden:

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Jens Klötzer

Jens Klötzer

Redakteur

Jens Klötzer ist gelernter Wirtschaftsingenieur und bei TOUR der Experte für Komponenten aller Art: Bremsen, Schaltungen, Laufräder oder Reifen – alles testet Jens auf Herz und Nieren. Er sammelt historische Rennräder, besitzt sowohl ein modernes Zeitfahrrad wie ein Gravel-Reise-Rennrad aus Titan. Auf Reisen erkundet er gern unbekannte Straßen in Osteuropa – auf breiten, aber schnellen Reifen.

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