Pedalplatten richtig einstellenDie Einstellung am Rennradschuh

Robert Kühnen

 · 15.12.2022

Pedalplatten richtig einstellen: Die Einstellung am RennradschuhFoto: Matthias Bochers

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Die Schuhplatten rasten in die Pedale ein und sichern den Halt. Aber wo und wie genau muss man sie montieren? Was bewirken unterschiedliche Positionen der Platten? Ein Ratgeber für eine gute Verbindung zu den Klickpedalen.

Die Füße übertragen im Wesentlichen die Leistungen der großen Muskeln um Hüft- und Kniegelenk. Nur ein kleiner Teil der Tretleistung stammt aus der Streckung des Sprunggelenks. Der Fuß sollte so auf dem Pedal stehen, dass die gesamte Gelenkkette geschmeidig arbeitet und keine Spannungsspitzen in der Muskulatur auftreten. Nicht nur über die Position der Pedalplatten, auch über den Abstand der Pedale zueinander und Einlagen in den Schuhen kann man korrigierend in den Bewegungsablauf eingreifen.

Millimeterarbeit an den Pedalplatten

Es lohnt sich, mit der Position der Pedalplatten zu experimentieren, um das individuelle Optimum zu finden; schon wenige Millimeter können den Unterschied machen. Ziel ist immer ein lockerer, unverkrampfter Tritt. Bei größeren Änderungen müssen Sie Ihrem Körper Zeit geben, sich an die neuen Bedingungen zu gewöhnen, sonst können - vor allem rund ums Knie - Schmerzen die Folge sein. Ihre optimale Platten-Position können Sie mit Schablonen auch auf neue Schuhe übertragen, zum Beispiel mit der Schuhplattenschablone von Ergon*.

Schuhplatten vor und zurück setzen

In Ausgangsstellung liegt der Fußballen über der Pedalachse. Die Schuhplatte kann deutlich zurückgesetzt werden, damit der Fuß mittiger auf dem Pedal steht. Das entlastet die Wade und verringert die Haltearbeit - besonders für Langstrecken eine Option. Die Spritzigkeit im Antritt leidet etwas bei zurückgesetzten Schuhplatten, aber die Dauerleistung wird nicht beeinflusst. Wenn Sie die Schuhplatten mittiger platzieren, sollten Sie den Sattel um einige Millimeter tiefer stellen. Für kraftbetontes Pedalieren und volle Sprint-Power fixiert man die Pedalplatten eher weiter vorne, so dass der Ballen über der Pedalachse steht.

Schuhplatten zur Seite

Der seitliche Abstand der Füße orientiert sich an der Hüftbreite, die Beine sollen sich in der Senkrechten möglichst parallel bewegen. Das kann man auf der Rolle vor einem Spiegel kontrollieren, Markierungspunkte an den Gelenken und ein Linienlaser können beim Feintuning helfen. Mit unterschiedlich langen Pedalachsen lässt sich der Abstand zwischen linkem und rechtem Pedal ebenfalls in Grenzen beeinflussen. Ziel ist es, die Beine gerade und parallel zu führen. Speedplay bietet die größte Auswahl unterschiedlich langer Pedalachsen an, weshalb das System auch bei professionellen Bikefittern beliebt ist.

Der Winkel der Pedalplatten

Der Fersenwinkel orientiert sich am natürlichen Gang. Eine leichte Außenrotation der Knie ist weit verbreitet, entsprechend dürfen die Schuhspitzen auf den Pedalen etwas nach außen zeigen. Bei Schuhplatten mit seitlicher Bewegungsfreiheit kann sich der Fuß frei positionieren.

Eine Übersicht über die verschiedenen Pedalplatten-Systeme

Drei Pedal­bauarten stehen zur Wahl, die jeweils andere Pedalplatten erfordern. Die Schuhplatten sind Teil des Bindungssystems, werden mit dem Schuh verschraubt und rasten ins Pedal ein; eine Drehung der Ferse gibt den Fuß frei. Die meis­ten Rennradschuhe sind nur für eines der drei Bindungssysteme ausgelegt. Mit Adap­tern sind Anpassungen möglich, erfordern aber Kompromisse.

Drei-Loch-Schuhplatten

   Foto: Robert Kühnen

Diese Befestigung ist bei Rennradschuhen am weitesten verbreitet. Typische Pedale, deren Platten auf die drei Bohrungen in der Schuhsohle passen, kommen von Shimano (SPD SL)* und Look (Kéo)*. Die besten Schuhplatten baut Shimano: Sie verschleißen am wenigsten, sind am leichtesten zu montieren, und man kann im Vergleich mit den anderen Systemen am besten damit gehen. In Fahrt nehmen sich die verschiedenen Pedale dieses Typs wenig. Alle Hersteller bieten Pedalplatten an, welche den Fuß entweder starr auf dem Pedal fixieren oder seitliche Bewegungsfreiheit erlauben. Die Pedale unterscheiden sich geringfügig im Gewicht, der Qualität ihrer Lager und dem Einstellbereich der Federspannung für die Auslösehärte. Schon günstige Modelle funktionieren sehr gut.

Speedplay (Vier-Loch-System)

   Foto: Robert Kühnen

Speedplay baut besonders leichte und minimalistische Pedale mit sehr leichtgängiger, einstellbarer Drehfreiheit. Nicht umsonst hat das System schon viele TOUR-Testsiege eingefahren. Für minimalen Fußabstand zur Pedalachse sind allerdings spezielle Sohlen mit vier Gewindebuchsen notwendig. Per Adapter gelingt auch der Anschluss an Drei-Loch-Sohlen. Der Mechanismus zum Verriegeln sitzt in der Schuhplatte. Nachteil: Ein Tritt in den Dreck, und das System kann streiken. Auch der Gehkomfort der Schuhplatten ist schlecht; aufsteckbare Gummikappen helfen, den Landgang zu verbessern.

SPD-MTB-System (Zwei-Loch-System)

   Foto: Georg Grieshaber

Shimano und diverse Nachahmer bauen Mountainbike-Pedale, die ebenso für Gravelbikes und Rennräder geeignet sind. Eine kleine, verschleißfeste Stahlplatte, die vertieft zwischen den Profilblöcken der Sohle montiert wird, rastet ins Pedal ein. Dadurch stören die Pedalplatten kaum beim Gehen und sind weitgehend unempfindlich gegen Verschmutzung. Nachteil: Man steht etwas kippeliger auf dem Pedal als bei den anderen Systemen - abhängig vom Verschleiß des Schuhprofils. Nach längerer Nutzung neigen die Bindungen zum Klappern, was vor allem in Verbindung mit harten Rennschuhsohlen nervig ist.