Die Sprachsteuerung ist die interessanteste Neuerung des Edge 1060: Fahrdaten abrufen oder ein Navigationsziel festlegen, ohne zum Display zu greifen, könnte die Bedienung unterwegs erleichtern. Für Rennradfahrer sind zudem die kompakteren Abmessungen und die Routenwahl mit möglichst wenigen Stopps interessant. Ob Sprachbefehle auch bei hohem Tempo, Fahrtwind und auf Schotter zuverlässig erkannt werden, muss ein Praxistest zeigen.
Eine Aufzeichnung starten, Leistungsdaten abfragen oder ein Navigationsziel festlegen, ohne auf den Bildschirm zu tippen: Das soll der neue Garmin Edge 1060 per Sprachbefehl ermöglichen. Neben dem integrierten Mikrofon zählen ein kompakteres Gehäuse und zusätzliche Möglichkeiten bei der Routenplanung zu den wichtigsten Änderungen gegenüber dem Edge 1050.
Die Sprachsteuerung wird mit „Okay Garmin“ aktiviert. Darüber lassen sich unter anderem Fahrdaten abrufen und vorlesen, bereits geladene Strecken auswählen oder interessante Orte entlang der Route suchen. Auch Gefahrenstellen sollen sich auf Zuruf melden lassen.
Auf dem Rennrad könnte die Funktion beispielsweise helfen, während einer Trainingseinheit Daten abzufragen, ohne eine andere Bildschirmseite aufzurufen. Auf einer Gravel-Tour wäre die Suche nach einer Verpflegungsmöglichkeit ein möglicher Einsatz. Wie zuverlässig das funktioniert, hängt allerdings auch von den Umgebungsbedingungen ab: Garmin weist ausdrücklich darauf hin, dass die Leistung der Sprachsteuerung je nach Fahrbedingungen variieren kann. Zudem ist sie nur in ausgewählten Sprachen verfügbar.
Für Text- und Sprachnachrichten benötigt der Edge 1060 ein gekoppeltes, kompatibles Smartphone und die Garmin Messenger App. Ein eigenständiger Mobilfunk-Messenger ist der Radcomputer somit nicht. Der eingebaute Lautsprecher gibt außerdem Navigations- und Trainingshinweise aus und dient als digitale Klingel.
Das LCD-Touchdisplay misst weiterhin 3,5 Zoll und löst mit 480 × 800 Pixeln auf. Garmin verpackt es jedoch in einem kürzeren und etwas schmaleren Gehäuse: Der Edge 1060 misst laut Datenblatt 58,5 × 107,0 × 16,3 Millimeter und wiegt 142 Gramm. Gegenüber dem Edge 1050 sind das 11,5 Millimeter weniger Länge und 19 Gramm weniger Gewicht. Die Gehäusedicke bleibt unverändert. Bedient wird der neue Radcomputer per Touchscreen und Tasten.
Zum Vergleich: Den bisherigen großen Garmin haben wir im Beitrag zum Edge 1050 mit LCD-Display vorgestellt.
Die angegebenen Akkulaufzeiten ändern sich nicht. Garmin nennt bis zu 20 Stunden bei intensiver Nutzung mit aktiver Navigation und gekoppelten Sensoren sowie bis zu 60 Stunden im Energiesparmodus. Die tatsächliche Laufzeit hängt von Nutzung und Einstellungen ab.
Bei der Routenberechnung können Fahrer zwischen beliebten Strecken, der schnellsten Verbindung, möglichst wenigen Höhenmetern oder einer Variante mit wenigen Stopps und Kreuzungen wählen. Mehrere Vorschläge lassen sich vorab vergleichen. Eine Routenvorschau informiert unter anderem über Distanz, voraussichtliche Fahrzeit und gemeldete Gefahren.
Für gleichmäßige Rennrad-Ausfahrten ist insbesondere die Option mit möglichst wenigen Unterbrechungen interessant. Sie könnte helfen, eine Strecke zu finden, auf der Ampeln und Kreuzungen seltener den Rhythmus stören. Ob die Vorschläge vor Ort tatsächlich zum gewünschten Training passen, muss sich in der Praxis zeigen.
Die vorinstallierte Fahrradkarte enthält Informationen zu befestigten und unbefestigten Straßen und Wegen. Strecken lassen sich direkt auf dem Gerät planen, auch ohne Smartphone und Internetverbindung.
„Up Ahead“ zeigt ausgewählte Wegpunkte entlang der Route samt Entfernung an, beispielsweise Cafés, Trinkwasserstellen oder Fahrradläden. Gerade auf längeren Rennrad- und Gravel-Touren kann das die Planung von Verpflegungsstopps erleichtern. ClimbPro liefert weiterhin Informationen zu bevorstehenden Anstiegen, auch ohne zuvor geladene Strecke.
Bekannte Funktionen wie Stamina, Power Guide und Garmin Coach bleiben an Bord. Stamina schätzt die verbleibenden Energiereserven während der Belastung. Power Guide unterstützt die Planung des Krafteinsatzes anhand der Strecke und ihres Höhenprofils. Je nach Funktion sind zusätzliche Sensoren erforderlich.
Neu gestaltet sind laut Garmin die Datenseiten für Workouts und Segmente. Sie sollen wichtige Leistungsdaten und die anstehenden Trainingsabschnitte übersichtlicher darstellen. Trainingspläne lassen sich unter anderem mit Garmin Connect und TrainingPeaks synchronisieren.
GroupRide wird um zusätzliche Vergleichsmöglichkeiten erweitert: Herzfrequenz, Leistung und Trittfrequenz lassen sich dem Gruppendurchschnitt gegenüberstellen. Für die vernetzten Gruppenfunktionen sind ein kompatibles Smartphone und Garmin Connect erforderlich.
Viele grundlegende Trainings- und Analysefunktionen bleiben nicht dem Spitzenmodell vorbehalten. Einen Überblick über die kompakteren Geräte bietet unser Beitrag zu Garmin Edge 550 und 850.
Neu ist die Rückwärtsladefunktion: Über den Akku des Edge 1060 lassen sich beispielsweise ein Smartphone oder kompatible Beleuchtung laden. Dafür ist ein geeignetes USB-C-Kabel erforderlich.
Wichtig für lange Ausfahrten: Laut Garmin ist die Funktion ausdrücklich nicht zum Laden während der Fahrt vorgesehen. Sie ist damit eher eine Reserve für die Pause. Wie viel Energie anschließend für Navigation und Aufzeichnung übrig bleibt, hängt von der abgegebenen Ladung ab.
Der Garmin Edge 1060 ist laut Hersteller ab sofort für eine unverbindliche Preisempfehlung von 799,99 Euro erhältlich. Zum Lieferumfang gehören eine Standardhalterung, eine Aerohalterung, ein Befestigungsband, ein Lade- und Datenkabel sowie eine Schnellstartanleitung.

Redakteur CvD
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