Analog statt digitalSilca rettet den analogen Radcomputer Omata

Sandra Schuberth

 · 16.10.2026

Analog statt digital: Silca rettet den analogen Radcomputer OmataFoto: Silca
Kein Display, kein Piepen, 800 US-Dollar: Silca hat den analogen Radcomputer Omata übernommen und in kleiner Stückzahl neu aufgelegt. Kaufen kannst du ihn derzeit nur in den USA und nur in kleinen Chargen. In Europa gibt es ihn bisher nicht.

Themen in diesem Artikel

Der Omata ist ein Radcomputer mit GPS und Zeigerwerk. Die Zeiger zeigen unter anderem Tempo und Distanz. Im Hintergrund werden die Daten aufgezeichnet. Das Gerät ist für alle gedacht, die vom Dauerblinken am Lenker genug haben und Radfahren wieder so erleben wollen wie früher: Man bog falsch ab und musste am Ende der Sackgasse umdrehen.

Der Omata One übersetzt GPS-Daten in eine mechanische Anzeige. Nach eigenen Angaben ist er der erste analoge Radcomputer mit internem GPS. Silca, 1917 in Mailand gegründet, hat die Marke gekauft. Silca ist bekannt für Pumpen, Werkzeug und Schmierstoffe und nennt sich selbst Pionier der Rahmenpumpe. CEO Josh Poertner ist in seinem Element, wenn es um Marginal Gains und Besonderes geht. Er sagt: „Wir haben Omata gekauft, weil wir glaubten, dass es ein Produkt ist, das in dieser Welt weiter existieren sollte”.

Der Omata nutzt alte Seiko-Bauteile, und der Vorrat ist begrenzt. Silca montiert ihn in Indianapolis von Hand und verkauft ihn in kleinen Chargen. Laut Poertner testet die Firma so jedes Gerät auf lange Haltbarkeit.

Unsere Einschätzung

Der Omata ist keine Antwort auf die Datenflut am Lenker, sondern eine Gegenposition. Du siehst Tempo und Distanz, den Rest liest du später aus. Das passt zu Fahrern, die ohne Zahlenstress fahren wollen. Wer lieber Intervalle nach Wattwerten fährt und vorgeplanten Routen folgen will, braucht weiterhin einen Computer mit Display. Da die Aufnahme zu Garmin- und Wahoo-Haltern passt, kannst du ihn leicht am Rad montieren und nach Belieben wechseln. Wir würden ihn gern mal für Ausfahrten der anderen Art mitnehmen: spontan abbiegen, ohne zu wissen, wo der Weg hinführt.

Das stört uns:

  • Nur iOS: Android-Nutzer bleiben außen vor.
  • Preis: 800 US-Dollar sind umgerechnet grob 700 Euro, noch ohne Versand und mögliche Einfuhrabgaben.
  • Sensoren: Leistung und Puls erscheinen nur in der Aufzeichnung, nicht auf dem Zifferblatt.
  • Fehlende Angaben: Akkulaufzeit, Gewicht und Maße nennt die Pressemitteilung nicht.

Unser Fazit: Der Omata ist ein Liebhaberstück und kein Garmin-Ersatz.

Zahlen, Daten, Fakten

  • Anzeige: analoges Zeigerwerk von Seiko, Tempo und Distanz
  • Aufzeichnung: internes GPS, FIT-Datei
  • Datentransfer: iOS-App oder USB-C
  • Gehäuse: Aluminium, drehbare Lünette
  • Halterung: quadratische Aufnahme für Garmin und Wahoo
  • Kompatibilität: nur iOS
  • Preis: 800 US-Dollar (UVP)
  • Verfügbarkeit: kleine Chargen, laut Hersteller ausgewählte Regionen (USA), In Europa gibt es ihn bisher nicht

Der Omata im Detail

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Ablesen: Das Zifferblatt hat vier Zeiger. Der rote läuft über die äußere Skala und zeigt das Tempo, je nach Version in km/h oder mph. Der dünne weiße zeigt die Distanz. Zwei kleine Zeiger in Teilzifferblättern zeigen weitere Daten. Dazu kommen Statusanzeigen für GPS und Akku.

Daten und Sensoren: Der Omata speichert die Fahrt als FIT-Datei. Die überträgst du per iOS-App oder USB-C aufs Handy oder den Rechner. Von dort kannst du sie auch nachträglich zu Strava und Co. hochladen. Ein Firmware-Update koppelt Sensoren per ANT+, etwa Powermeter oder Pulsgurt. Die Werte landen in der Aufzeichnung. Auto-Pause und GPS-Fix sind an Bord.

Hardware: Silca hat die Hardware neu gebaut. Eine dreifache Lippendichtung dichtet die drehbare Lünette ab. Eine Gore-Tex-Membran sitzt über dem Barometer.

Modelle im Überblick

  • Omata metrisch: Kilometer und km/h
  • Omata imperial: Meilen und mph

Hättest du bei 800 Dollar zugeschlagen? Schreib es uns in die Kommentare.

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Sandra Schuberth

Sandra Schuberth

Redakteurin

Sandra Schuberth, mal Feierabendrunde, mal Trainingsride, mal unsupported Bikepacking-Challenge. Hauptsache sie und ihr Gravelbike – abseits vom Verkehr. Seven Serpents, Badlands oder Bright Midnight: Sie hat anspruchsvolle Bikepacking-Rennen gefinisht. Gravel und Bikepacking sind ihre Herzensthemen, ihr Anspruch an Equipment ist hoch. Was sie fährt, nutzt und empfiehlt, muss draußen bestehen: nicht im Marketing, sondern im echten Leben.

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