Komoot für Wear OSNeue Smartwatch-App navigiert ohne Smartphone

Adrian Kaether

 · 21.10.2026

Komoot für Wear OS: Neue Smartwatch-App navigiert ohne SmartphoneFoto: Komoot
Komoot bringt eine neue Smartwatch-App inklusive Kartenbasierter Navigation.

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​Komoot baut seine Smartwatch-Navigation grundlegend um: Die neue App für Wear OS bringt erstmals detaillierte Offline-Karten, eigenständige Tourenaufzeichnung und automatische Routenneuberechnung für Android ans Handgelenk. Eine vergleichbare iOS App existiert bereits.

​Einschätzung: Komoot rückt Smartwatches näher Fahrradcomputer

Mit der neuen Wear-OS-App schließt Komoot eine wichtige Lücke. Detaillierte Offline-Karten, eigenständige Navigation, Tourenaufzeichnung und Routenneuberechnung machen die Smartwatch deutlich unabhängiger vom Smartphone. Für kurze Feierabendrunden, Wanderungen oder Laufeinheiten kann die Uhr damit einen separaten Fahrradcomputer beziehungsweise ein Outdoor-Handgerät teilweise ersetzen. Auf langen Radtouren bleiben klassische GPS-Fahrradcomputer wegen ihrer größeren Displays, längeren Akkulaufzeiten und besseren Bedienbarkeit am Lenker zwar im Vorteil - aber nicht mehr so sehr wie bisher. - Adrian Kaether, Redakteur Test & Technik

Komoot veröffentlicht eine komplett überarbeitete Smartwatch-App für Wear OS. Das Update macht kompatible Android-Uhren deutlich unabhängiger vom Smartphone: Geplante Touren lassen sich auf der Smartwatch öffnen und anschließend offline navigieren und aufzeichnen. Unterstützt werden unter anderem die Samsung Galaxy Watch, Google Pixel Watch und OnePlus Watch sowie weitere Smartwatches mit Wear OS. Update: Eine ähnliche App für die Apple Watch existiert bereits.

Gegenüber der bisherigen Komoot-App ist das ein großer Funktionssprung. Bislang zeigte die Uhr im Wesentlichen die nächste Abzweigung an, während Navigation und Kartendarstellung nur über das Smartphone liefen. Die neue Version bringt nun Karten, Abbiegehinweise und wichtige Navigationsfunktionen direkt auf die Uhr.

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Komoot-Navigation mit Offline-Karten am Handgelenk

Die wichtigste Neuerung sind hochauflösende, sportartspezifische Offline-Karten. Nutzer können die Karte auf dem Display der Smartwatch zoomen und verschieben, um sich einen Überblick über die Umgebung zu verschaffen. Neben dem geplanten Streckenverlauf zeigt die App auch Wegdetails und interessante Orte entlang der Tour.

Damit richtet sich die neue Wear-OS-App nicht nur an Radfahrer, sondern ebenso an Wanderer und Läufer. Gerade auf längeren Touren oder in Regionen mit schlechtem Mobilfunkempfang kann die vollständig offline verfügbare Navigation einen deutlichen Mehrwert bieten.

Die Route muss weiterhin vorab mit Komoot geplant beziehungsweise auf die Uhr übertragen werden. Unterwegs ist für die Navigation anschließend jedoch weder eine Internetverbindung noch ein mitgeführtes Smartphone erforderlich.

Abbiegehinweise per Display und Vibration

Während der Tour führt Komoot mit visuellen Abbiegehinweisen und Vibrationssignalen über die geplante Strecke. Dadurch müssen Radfahrer nicht permanent auf das Display schauen. Vor einer Abzweigung macht die Uhr per Vibration auf den bevorstehenden Richtungswechsel aufmerksam.

Die Navigation funktioniert laut Komoot auch ohne Mobilfunkempfang. Das ist besonders für Gravel-, Mountainbike- und Bikepacking-Touren interessant, die häufiger durch abgelegene Regionen führen.

Automatische Routenneuberechnung ohne Smartphone

Eine der innovativsten Funktionen der neuen Komoot-App ist die automatische Routenneuberechnung direkt auf der Smartwatch. Wer eine Abzweigung verpasst oder die geplante Strecke verlässt, bekommt eine neue Verbindung zurück zur ursprünglichen Route berechnet.

Damit geht die App über eine reine Kartendarstellung oder das Spiegeln von Smartphone-Anweisungen hinaus. Die Uhr übernimmt unterwegs zentrale Navigationsaufgaben selbstständig. Wie schnell die Neuberechnung arbeitet und wie zuverlässig sie auf komplexen Wegen funktioniert, muss ein Praxistest zeigen.

Touren direkt mit der Wear-OS-Uhr aufzeichnen

Auch die Aufzeichnung einer Aktivität startet direkt am Handgelenk. Während der Fahrt, Wanderung oder Laufeinheit zeigt die App anpassbare Echtzeitdaten an. Nutzer können damit selbst festlegen, welche Werte während der Aktivität im Vordergrund stehen sollen.

Mehrere Touren lassen sich zunächst offline auf der Uhr zwischenspeichern. Sobald wieder eine Verbindung besteht, werden die Aufzeichnungen automatisch hochgeladen. Das dürfte vor allem auf mehrtägigen Touren oder bei Aktivitäten ohne dauerhaft gekoppeltes Smartphone hilfreich sein.

Vereinfachte Karte soll den Akku schonen

Eine dauerhaft aktive Kartendarstellung gehört zu den größten Stromverbrauchern einer Smartwatch. Komoot begegnet diesem Problem mit einer reduzierten Ansicht: Dimmt sich das Display im Always-on-Modus ab, wechselt die App zu einer vereinfachten Karte, die weniger Energie benötigen soll.

Die vollständige Kartendarstellung erscheint wieder, sobald das Display aktiviert wird. Wie stark sich dieser Ansatz tatsächlich auf die Laufzeit auswirkt, hängt allerdings von der verwendeten Uhr, der Displayhelligkeit, der GPS-Nutzung und der Länge der Tour ab.

Diese Funktionen sollen später folgen

Komoot kündigt bereits weitere Updates für die Wear-OS-App an. Diese Funktionen gehören noch nicht zum aktuellen Startumfang, sollen aber in den kommenden Monaten ergänzt werden:

  • Live Sync: Änderungen an einer Route, die auf dem Smartphone vorgenommen werden, sollen unmittelbar auf der Uhr erscheinen. Die laufende Aufzeichnung wird dabei nicht unterbrochen.
  • Live-Tracking: Nutzer sollen ihren aktuellen Standort in Echtzeit mit Familie oder Freunden teilen können.
  • Hinweise auf interessante Orte: Die App soll Entfernung und Weg zu Cafés, Biergärten, Aussichtspunkten oder anderen interessanten Orten anzeigen.
  • Vorschau auf Anstiege: Bevorstehende Steigungen sollen automatisch erkannt und mit Angaben zu Länge und Steilheit dargestellt werden.

Besonders die geplante Anstiegsvorschau könnte für Rennradfahrer, Gravelbiker und Mountainbiker interessant sein. Sie würde die Komoot-App stärker in Richtung der Climb-Funktionen moderner Fahrradcomputer entwickeln.

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Adrian Kaether fährt am liebsten Mountainbikes auf rumpeligen Enduro-Strecken. Der Tech-Experte und Bike-Tester kennt sich aus mit Newtonmeter und Wattstunde, High- und Lowspeed-Dämpfung. Als Testleiter bei MYBIKE schaut Adrian auch gerne über den Tellerrand und testet Cargo-Bike und Tiefeinsteiger ebenso, wie die neuesten (E-)MTBs.  

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