Rapha Brevet Cargo Bib Shorts III im TestCargo-Trägerhose für lange Tage im Sattel

Sandra Schuberth

 · 18.07.2026

Die Rapha Women's Brevet Cargo Bib Shorts III hat jede Menge Stauraum zu bieten
Foto: Matthias Borchers

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​Vier Taschen, ein Sitzpolster für die Langstrecke und ein Bund, der auch nach Stunden im Sattel nicht einschneidet: Die Rapha Women's Brevet Cargo Bib Shorts III verspricht einiges für lange Tage auf dem Rad. Wir haben die Cargo-Trägerhose über 525 Kilometer getestet.

Themen in diesem Artikel

Für mich als Radhosentesterin, die gern lange Touren bis hin zu Ultracycling-Events fährt, sind bei Radhosen drei Aspekte besonders wichtig:

  1. Träger, die Hose und Polster in Position halten, ohne dass der Bund eng am Bauch sitzen muss. Auf Dauer bekomme ich bei Druck beziehungsweise Einschneiden am Bauch Probleme.
  2. Pee-friendly-Konstruktion, damit ich bei Bio-Pausen nicht so viel Zeit verliere und nicht halbnackt am Wegesrand stehe.
  3. Cargo-Taschen am Oberschenkel – in die eine stecke ich meist das Smartphone, in die andere kommen Snacks oder deren Verpackungen. Die Taschen am Rücken habe ich persönlich bisher selten genutzt, freue mich aber, wenn es sie gibt und ich zusätzlichen Stauraum habe.

Die Cargo-Radhose auf einen Blick

  • Vier Taschen, zwei an den Beinen, zwei am Rücken
  • Nahtloses Sitzpolster in zwei Dichten, gut positioniert
  • Pee-friendly konstruiert, an Bauch und Rücken etwas höher geschnitten; Zweiteres fordert etwas mehr Geschick beim Runterziehen der Hose für die Toilettenpause
  • Angenehmer Bund, schneidet nicht ein
  • Reflektierende Details für mehr Sichtbarkeit
  • Drei Farben
  • Preis: 300 Euro >> hier erhältlich
  • Kaufen, wenn: Stauraum am Bein und ein zuverlässiges Sitzpolster für lange Tage gesucht werden
  • Eher nicht, wenn: 300 Euro zu teuer sind – dann gibt es günstigere Alternativen

Was die Hose können soll

Rapha bewirbt die Brevet Cargo Bib Shorts III als die bislang leichteste Cargo-Trägerhose des Labels: mit nahtlosem Endurance-Sitzpolster für ganztägigen Komfort und vier Taschen für Stauraum. Das hochdehnbare Trägeroberteil soll unkomplizierte Bio-Pausen ermöglichen und die Standzeit dabei möglichst kurz halten. Getestet wurde die Hose unter anderem von Jana Kesenheimer bei ihrem Sieg beim Transcontinental Race 2025 – ein Rennformat, bei dem Sitzkomfort über viele Tage am Stück entscheidend ist. Ebenso entscheidend ist es, die Pausenzeit so gering wie möglich zu halten – auch bei Toilettenpausen läppern sich die Sekunden zu Minuten und am Ende vielleicht sogar Stunden. Statt Reflexionsweste aus, Jacke aus, Trikot aus, Hose runter, Hose wieder hoch, Trikot an, Jacke an, Reflexionsweste an heißt es hier nur: Hose runter, pinkeln, Hose hoch, fertig.

Kurzfakten

  • Ausstattung: vier Taschen (zwei Cargo-Taschen an den Beinen, Reißverschlusstasche und Einschubtasche am Rücken)
  • Polster: nahtloses Endurance-Sitzpolster in zwei Dichten
  • Passform: pee-friendly durch seitliche Träger-Konstruktion
  • Preis: 300 Euro
  • Größen: XXS bis XL
  • Farben: Black/White, Dark Olive/White, Dark Forest/White

In der Praxis: Taschen und Sitzkomfort auf 525 Kilometern

TOUR Transalp, Feierabendride und ein Gravel-Bikepacking-Wochenende hat die Hose mitgemacht, insgesamt 525 Kilometer. Das reicht locker, um eine präzise Einschätzung abzugeben und auch erste Hinweise zur Haltbarkeit zu erhalten.

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Bei den Testfahrten zeigte sich schnell, wie die Cargo-Taschen im Alltag funktionieren. In die Trikottasche steckte ich die Gels, in der Hosentasche landeten die leeren Gelpackungen – so ließ sich sicherstellen, dass am Ende jede Gelpackung und jeder Schnipsel davon wieder mit ins Ziel kam und nicht in der Natur liegen blieb. Auf dem Rücken sitzt zusätzlich eine kleine Reißverschlusstasche für Essentielles wie den Haustürschlüssel, der beim Rennen allerdings zu Hause blieb, sowie eine kleine Einschubtasche auf der linken Seite für weitere Kleinigkeiten. Hier passt zum Beispiel die kleine Windweste aus der Rapha-Brevet-Kollektion rein.

Die nahtlosen Beinabschlüsse sitzen angenehm, ohne zu drücken oder einzuschneiden, auch der Bund umschließt den Bauch angenehm. Entscheidend für den Sitzkomfort ist aber vor allem das Sitzpolster und dessen Positionierung. Der Sattel war vorher passend eingestellt – ohne diese Grundvoraussetzung nützt auch die beste Radhose nichts. Trotzdem war während der ersten Etappe der TOUR Transalp die Erleichterung groß: Im Gepäck war nur die eine Hose, ein schlechter Sitz hätte das dreitägige Etappenrennen ziemlich unangenehm gemacht. Stattdessen überzeugte der Tragekomfort von Anfang an.In der Praxis: Pee-friendly mit kleinen Einschränkungen

Die Hose ist pee-friendly geschnitten und lässt sich dank der hinten seitlich angebrachten Träger über den Po nach unten ziehen. Da der Rücken etwas höher geschnitten ist als bei manchen anderen Modellen, braucht es dafür etwas mehr Geschick – mit etwas Übung ist es aber machbar.

Da, wo die Hose am Sattel reibt, zeigen sich, wie ich es auch von anderen Hosen kenne, nach den gut 500 Kilometern schon Gebrauchsspuren.

Supermarktstopp bei einem Bikepacking-Wochenende im Bayerischen WaldFoto: Nick RotterSupermarktstopp bei einem Bikepacking-Wochenende im Bayerischen Wald

In der Praxis: Pee-friendly mit kleinen Einschränkungen

Die Hose ist pee-friendly geschnitten und lässt sich dank der hinten seitlich angebrachten Träger über den Po nach unten ziehen. Da der Rücken etwas höher geschnitten ist als bei manchen anderen Modellen, braucht es dafür etwas mehr Geschick – machbar ist es aber allemal.

Fazit

Die Rapha Women's Brevet Cargo Bib Shorts III überzeugt vor allem dort, wo es um praktischen Nutzen auf langen Touren geht: durchdachte Taschen, ein gut positioniertes Sitzpolster, Beinabschlüsse und Bund, die auch nach Stunden im Sattel nicht einschneiden. Die Runterzieh-Funktion für die schnelle Toilettenpause funktioniert zuverlässig, auch wenn der höhere Rückenschnitt das Runterziehen etwas schwieriger macht als bei anderen Modellen – wer genau diesen höheren Schnitt bevorzugt, wird das allerdings eher als Vorteil sehen. Am Sattelkontaktpunkt zeigten sich zudem schon nach gut 500 Kilometern erste Gebrauchsspuren – ein Verschleißbild, das bei anderen Radhosen ähnlich ist, bei einer Hose in dieser Preisklasse aber dennoch auffällt. Mit 300 Euro bewegt sich die Hose im oberen Preissegment – wer regelmäßig mehrtägig unterwegs ist und Stauraum am Bein zu schätzen weiß, bekommt dafür aber auch ein durchdachtes, alltagstaugliches Ausstattungspaket.

Ideal für: lange Touren und Ultracycling-Rennen sowie für alle, die auf den Komfort von Cargo-Taschen und eine pee-friendly Konstruktion nicht verzichten wollen

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Sandra Schuberth

Sandra Schuberth

Redakteurin

Sandra Schuberth, mal Feierabendrunde, mal Trainingsride, mal unsupported Bikepacking-Challenge. Hauptsache sie und ihr Gravelbike – abseits vom Verkehr. Seven Serpents, Badlands oder Bright Midnight: Sie hat anspruchsvolle Bikepacking-Rennen gefinisht. Gravel und Bikepacking sind ihre Herzensthemen, ihr Anspruch an Equipment ist hoch. Was sie fährt, nutzt und empfiehlt, muss draußen bestehen: nicht im Marketing, sondern im echten Leben.

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