Elf Wetter-Trikots im TestDer Testsieger kommt von Maap

Matthias Borchers

 · 02.10.2026

Im Tour-Test: Elf Wettertrikots für die Übergangszeit
Foto: iStock/GibsonPictures

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Wettertrikots liegen zwischen klassischem Langarmtrikot und Softshelljacke. Sie sollen Fahrtwind bremsen, kurze Schauer abhalten und zugleich atmungsaktiv genug bleiben, damit sie auch bei intensiver Belastung funktionieren. TOUR hat elf Modelle von Alé bis Sportful für 130 bis 285 Euro getestet. Testsieger wird die Maap Pro Race Jacket vor Sportful und Castelli. Passende Modelle gibt es für trockene Kältetage und schnelle Trainingsfahrten gibt es passende Lösungen.

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Die Übergangszeit stellt Rennradfahrer vor eine wiederkehrende Frage: Welche Schicht schützt am Morgen bei fünf Grad und feuchter Luft, ohne am ersten Anstieg zu warm zu werden? Eine Regenjacke hält Nässe zuverlässig ab, ist bei hoher Belastung aber oft zu dicht. Ein normales Langarmtrikot bleibt atmungsaktiv, bietet gegen Wind, Nebel und Spritzwasser jedoch häufig zu wenig Schutz.

Das sind unsere elf Testkandidaten

Castelli hat’s erfunden

Wettertrikots sollen diese Lücke schließen. Castelli hat die Kategorie mit der Gabba-Serie geprägt, heute setzen viele Hersteller auf eine ähnliche Konstruktion: eine winddichte Front, eine wasserabweisende Außenhaut und eine atmungsaktive Rückseite. Anders als eine klassische Softshelljacke sitzen diese Oberteile eng am Körper und sind für die gebeugte Haltung auf dem Rennrad gemacht. Vorn darf sich kein Stoff am Bauch stauen, hinten muss das Trikot weit genug reichen, damit Rücken und Gesäß bedeckt bleiben und die Taschen nicht hochrutschen.

TOUR hat elf Modelle in Größe L gewogen, im Spray-Test auf ihr Abperlverhalten geprüft und den Windschutz in der Praxis bewertet. Dazu kamen Passform, Stoffgefühl, Reißverschlüsse, Kragen, Ärmelabschlüsse, Taschen und Reflexdetails. Die Gesamtnote setzt sich aus Wetterschutz sowie Passform und Tragekomfort zu je 30 Prozent, Gewicht und Packmaß zu 20 Prozent sowie Ausstattung und Funktion zu weiteren 20 Prozent zusammen.

Windschutz und Abperleffekt machen den Unterschied

Ein Wettertrikot muss nicht wasserdicht sein. Wer zwei Stunden im Dauerregen fährt, braucht weiterhin eine Regenjacke. Für die typische Trainingsrunde bei fünf bis 15 Grad ist wichtiger, wie gut ein Oberteil Wind stoppt, wie lange Tropfen abperlen und ob der Stoff dabei ausreichend Feuchtigkeit nach außen transportiert.

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Im TOUR-Spray-Test erzielen Bioracer, Castelli, Gobik, Maap und Sportful die Bestnote beim Wetterschutz. Bei ihnen perlt Wasser am zuverlässigsten ab, und ihre Frontpartien halten auch auf schnellen Abfahrten dicht. Gerade bei nasser Fahrbahn, feuchtem Nebel und kurzen Schauern macht das einen spürbaren Unterschied: Die Modelle bleiben länger trocken, nehmen weniger Wasser auf und schützen damit besser vor Auskühlung.

Am vollständigsten gelingt dieser Kompromiss der Maap Pro Race Jacket. Sie schützt sehr gut gegen Wind und Nässe, ohne sich wie eine starre Jacke anzufühlen. Der gefütterte Kragen liegt eng an, der doppelte Reißverschluss erleichtert die Temperaturregulierung am Berg. Wer Wärme loswerden möchte, kann von unten öffnen, ohne dass das Trikot am Hals aufklafft. Eine Reißverschlusstasche und gut sichtbare Reflexdetails ergänzen die umfangreiche Ausstattung. Mit 255 Gramm ist die Maap kein Leichtgewicht, doch Wetterschutz, Passform und Funktion stehen in einem sehr stimmigen Verhältnis. Die Gesamtnote 1,3 bedeutet den Testsieg. Mit 285 Euro ist sie allerdings auch das teuerste Modell im Feld.

Sportful folgt mit der Fiandre Shift Jacket knapp dahinter. Das Modell bietet ebenfalls sehr guten Schutz vor Wind und kurzen Schauern, ist mit 225 Gramm aber deutlich leichter als die Maap. Der Zweiwege-Reißverschluss funktioniert in der Praxis gut und erleichtert die Belüftung. Die normale, sportliche Passform spricht Fahrer an, die keinen extrem engen Race-Schnitt wünschen. Abzüge gibt es für die wenigen Reflexdetails. Dennoch erreicht Sportful mit der Gesamtnote 1,4 Rang zwei.

Castelli belegt mit der Do.Di.Ci. Jacket knapp dahinter Rang drei. Das 240 Gramm leichte Modell verbindet guten Wetterschutz mit einer sportlichen, aber nicht übermäßig engen Passform. Der hinterlegte Reißverschluss hält Zugluft wirksam ab, die Rückseite bleibt atmungsaktiv genug für intensive Einheiten. Mehr Reflexmaterial würde das ansonsten sehr ausgewogene Konzept abrunden.

Bioracer bietet mit dem Speedwear Concept Tempest Protect den stärksten Wetterschutz zum niedrigsten Preis. Für 130 Euro ist das Modell der günstigste Kandidat im Test. Es hält Wind, Kälte und Nieselregen überzeugend ab, fällt aber klein und körpernah aus. Wer zwischen zwei Größen liegt oder ein dickeres Unterhemd darunter tragen möchte, sollte vor dem Kauf anprobieren.

Passform und Ausstattung entscheiden über die Praxis

Entscheidend ist der Sitz auf dem Rad. In gebeugter Haltung verlängert sich der Rücken, die Schultern drehen nach vorn, und die Taschen werden mit Werkzeug, Verpflegung oder Smartphone beladen. Ist das Trikot hinten zu kurz, rutscht es nach oben. Ist es vorn zu lang, staut sich Stoff am Bauch. Beides kann bei Kälte und Nässe den Komfort deutlich verschlechtern.

Die Maap Pro Race Jacket löst diese Aufgabe im Test am besten. Sie liegt sauber am Bauch und am Heck, flattert kaum und bleibt auch mit gefüllten Taschen in Position. Der Kragen schließt dicht ab, ohne zu drücken, die Ärmel reichen weit genug über die Handgelenke. Castelli und Sportful kommen diesem Niveau sehr nahe. Beide Modelle eignen sich für Fahrer, die mit dünnem Funktionsunterhemd starten und nicht bei jedem Temperaturwechsel eine zusätzliche Schicht an- oder ausziehen möchten.

GripGrab punktet vor allem mit seiner Ausstattung. Das Pacr Thermal Long Sleeve Jersey kostet 140 Euro und erhält die Auszeichnung Preis-Leistung. Der Kragen ist gefüttert, der Reißverschluss hinterlegt und mit Zippergarage versehen. Dazu kommen eine Reißverschlusstasche und viel Reflexmaterial. Beim Wetterschutz erreicht GripGrab nicht die Bestwerte von Maap, Sportful oder Castelli, für normale Herbsttage und wechselhafte Trainingsbedingungen bietet es aber viele praxistaugliche Details zum vergleichsweise niedrigen Preis.

Alé überzeugt mit rennradspezifischem Sitz und einem breiten Größenspektrum von 2XS bis 4XL. Das Defence 2.0 fällt normal aus und spricht damit auch Fahrer an, die mit extrem engen Race-Schnitten wenig anfangen können. Kragen, Ärmelbündchen und hinterlegter Reißverschluss verhindern das Eindringen kalter Luft zuverlässig. Wetterschutz und Ausstattung sind solide, für Dauerregen fehlt aber die Reserve einer Regenjacke.

Q36.5 verfolgt mit dem Rain Shell Aero Jersey einen anderen Ansatz. Das kurzärmelige Oberteil wird mit Armlingen kombiniert und wiegt insgesamt nur 205 Gramm. Damit ist es das leichteste Modell im Test. Die Konstruktion erhöht die Flexibilität, verlangt aber eine bewusste Schichtenwahl. Für lange, kalte oder regnerische Touren sind vollwertige Langarmmodelle die passendere Lösung.

Für jede Übergangsfahrt gibt es den passenden Typ

Für den besten Kompromiss aus Passform, Wetterschutz und Ausstattung ist die Maap Pro Race Jacket die erste Wahl. Sie ist teuer, bietet aber das vollständigste Gesamtpaket im Test. Sportful überzeugt als leichtere Alternative mit sehr gutem Schutz und angenehmem Schnitt. Castelli bleibt ebenfalls eine ausgewogene Wahl für ambitionierte Fahrer, die bei Wind und kurzen Schauern intensiv trainieren möchten.

GripGrab bietet die beste Ausstattung zum vergleichsweise niedrigen Preis. Bioracer ist noch günstiger und schützt besonders gut gegen Wind und Nieselregen, verlangt wegen des engen Schnitts aber eine sorgfältige Größenwahl. Q36.5 richtet sich mit seinem niedrigen Gewicht und der Kombination aus Kurzarmtrikot und Armlingen an leistungsorientierte Fahrer, die flexibel schichten möchten.

Gonso und Santini besetzen die trockenere, wärmere Seite des Testfelds. Das Gonso Stivio Jersey Therm M trägt sich flauschig und komfortabel, bietet ohne Membran aber nur begrenzten Schutz gegen Wind und Nässe. Es passt daher vor allem zu kühlen, trockenen Tagen oder als wärmende Schicht unter einer Weste. Das Santini Redux Power Wool Thermo Jacket überzeugt mit weichem Merino-Material und sehr gutem Tragekomfort, ist mit 380 Gramm aber das schwerste Modell im Test. Die ausschließlich schwarze Ausführung kostet zudem Sichtbarkeit bei schlechtem Licht.

Alle elf Kandidaten eignen sich für die Übergangszeit. Sie ersetzen keine Regenjacke, machen die Kleiderwahl bei unsicherem Wetter aber deutlich einfacher. Ihr Vorteil gegenüber einer Softshelljacke liegt im körpernahen Schnitt, der besseren Bewegungsfreiheit und der höheren Atmungsaktivität. Welches Modell am besten passt, entscheidet am Ende weniger über das Markenlogo als über Einsatzbereich, gewünschte Passform und persönliches Wärmeempfinden.

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Matthias Borchers ist im Test-Ressort von TOUR, Experte für Bekleidung und Zubehör. Als Hobbyradsportler hat er die TOUR-Transalp und die TOUR-Trans Austria absolviert. Prägend sind zudem Reportage-Reisen von San Francisco bis Sakai sowie 17 Trips zur Tour de France mit rund 30.000 Wohnmobilkilometern.

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