Matthias Borchers
· 08.02.2026
TOUR: Wann haben Sie zum ersten Mal bemerkt, dass Ihre Sehkraft beim Radfahren eine Rolle spielt – und wie sind Sie damals damit umgegangen?
Matej Mohorič: Ich habe tatsächlich zuerst beim Autofahren in der Nacht bemerkt, dass meine Sehkraft nicht mehr perfekt war, besonders wenn es regnete und ich müde war. Bald darauf stellte ich dasselbe auch beim Radfahren fest, insbesondere bei schlechten Lichtverhältnissen, zum Beispiel beim Fahren durch einen Wald oder bei schlechtem Wetter. Ich ging zum Arzt und bekam eine Brille verschrieben. Meine Sehschwäche war nicht besonders stark und ist es auch heute noch nicht, daher dachte ich zunächst, dass ich zum Radfahren keine Brille benötige. Sie war eher für das Betrachten von Bildschirmen bei Nacht und zum Autofahren gedacht.
Welche Sehhilfen oder Strategien haben Sie in der zu Anfang ausprobiert?
Ich habe nie wirklich etwas ausprobiert, da ich nicht dachte, dass es viel ändern würde, und meine Sehschwäche ist nicht groß, höchstens etwa -0,75 Dioptrien. Dann wurde ich eines Tages von Rudy Project darauf angesprochen, und als ich 2020 meine neue Brille bekam, änderte sich alles.
Gab es eine Eingewöhnungsphase, als Sie angefangen haben, mit einer Fahrradbrille mit Sehstärke zu fahren?
Ich finde nicht, dass meine Brille mit Sehstärke viel schwerer ist als das Standardmodell, sie sieht auch sehr ähnlich aus. Meine Erfahrungen sind sehr positiv, ich hatte kaum Probleme. Seit ich sie benutze, habe ich gemerkt, dass ich mich nicht mehr so sehr anstrengen muss, um scharf zu sehen. Mein Fahrerlebnis ist viel besser, da meine Augen weniger müde sind und ich entspannter bin.
Ist Ihre Fahrradbrille ein Modell mit Gleitsichtgläsern, also mit unterschiedlichen Sehbereichen für Nah- und Fernsicht?
Ich habe eigentlich nur Probleme mit der Fernsicht, daher benutze ich nur eine Korrektur dafür und habe keine Erfahrung mit Gleitsichtgläsern.
Im Rennen wechseln Bedingungen ständig: Sonne, Regen, Waldpassagen, Tunnel. Ist Ihre Brille für solche Situationen speziell angepasst – mit einer bestimmten Tönung oder Anti-Beschlag-Beschichtung?
Ja, ich verwende bei kaltem und regnerischem Wetter immer eine Anti-Beschlag-Beschichtung. Außerdem benutze ich fast immer photochrome Gläser, außer bei sehr starker Sonneneinstrahlung im Sommer, dafür habe ich eine getöntes, korrigiertes Modell.
Würden Sie sagen, dass eine konstant gute Sicht während eines Rennens Ihnen auch hilft, konzentrierter zu bleiben und weniger schnell zu ermüden?
Ja. Bevor ich meine Korrektionsbrille ausprobiert habe, war mir das nicht bewusst, aber sie hat wirklich einen großen Unterschied gemacht. Ich bleibe konzentriert und aufmerksam, meine Augen werden nicht mehr müde und ich habe bessere Reflexe im Rennen, insbesondere bei schlechten Lichtverhältnissen oder wenn sich die Lichtverhältnisse ändern, beim Wechsel von einer offenen Straße in einen Wald oder beim Ein- und Ausfahren aus Tunneln.