Wer ohne Korrekturbrille Rad fahren möchte, denkt früher oder später über eine Laserbehandlung nach. Diesen Weg ist auch Redaktionskollege Laurin Lehner gegangen. Nach ausführlicher Beratung entschied er sich für die PRK‑Methode – ein Eingriff, der zwar länger heilen muss, aber für seine Augen die sicherste Option war. Heute fährt er Rad ohne optische Hilfsmittel und genießt die freie und unbeschwerte Sicht
Beim Augenlasern stehen heute mehrere Verfahren zur Verfügung, die sich vor allem darin unterscheiden, wie die Hornhaut modelliert wird und für welche Formen der Fehlsichtigkeit sie geeignet sind. Die klassische Methode ist LASIK. Dabei wird mit einem Mikrokeratom oder Femtosekundenlaser ein dünner Hornhaut-Flap präpariert, der aufgeklappt wird. Ein Excimerlaser formt anschließend die Hornhaut so um, dass Licht wieder korrekt auf die Netzhaut fällt. LASIK eignet sich für viele Kurz- und Weitsichtige sowie für Astigmatismus (Hornhautverkrümmung) – vorausgesetzt, die Hornhaut ist ausreichend dick.
Eine Weiterentwicklung ist Femto-LASIK, bei der sowohl Flap als auch Korrektur vollständig per Laser erfolgen. Das erhöht die Präzision und verkürzt die Heilungszeit. Für Menschen mit dünner Hornhaut oder trockenen Augen kommt häufig PRK/LASEK infrage. Hier wird kein Flap erzeugt, sondern die oberste Zellschicht entfernt und die Hornhautoberfläche direkt gelasert. Die Heilung dauert länger, ist aber schonender für die Hornhautstruktur. Das modernste Verfahren ist SMILE. Dabei wird im Inneren der Hornhaut ein winziges, linsenförmiges Stück Hornhautgewebe (Lentikel) herausgelöst und entfernt. SMILE gilt als besonders stabil und eignet sich vor allem bei Kurzsichtigkeit und Hornhautverkrümmung. Welches Verfahren passt, hängt von Hornhautdicke, Fehlsichtigkeit, Alter und individuellen Risiken ab. Eine gründliche Voruntersuchung beim Spezialisten ist daher unverzichtbar.
BIKE-Redakteur Laurin Lehner trug Kontaktlinsen, seit er den Führerschein gemacht hat. Jetzt entschied er sich fürs Augenlasern und ist froh über seine Entscheidung.
TOUR: Laurin, Du hast Dir vor einem Jahr die Augen lasern lassen. Würdest Du es wieder tun?
Laurin Lehner: Sofort. Meine Lebensqualität hat sich deutlich verbessert, ich bin jetzt flexibler.
Mit minus viereinhalb Dioptrien bin ich praktisch blind. Zwar vertrage ich Kontaktlinsen gut und auch der Wechsel auf die Brille am Abend hat mich im Alltag kaum gestört. Dann das Schlüsselerlebnis bei einer Bikepacking-Tour in den Bergen: Auf einem Gipfel hatte mich nachts ein Gewitter überrascht und ich musste halbblind mein Biwak räumen und im Dunkeln ins Tal absteigen. Alles musste sehr schnell gehen, keine Zeit für Kontaktlinsen, und die Brille war bei dem Regen auch keine Hilfe.
Es gibt Sportbrillen mit integrierter Sehhilfe. War das eine Option für Dich?
Nein, das war für mich keine Option. Tageskontaktlinsen haben einen sehr hohen Tragekomfort, für mich war das lange die beste Lösung. Das ist aber sehr individuell. Ich kenne einige, die schon nach wenigen Stunden trockene oder juckende Augen von Kontaktlinsen bekommen.
Wie hast Du dich informiert und was hast Du gelernt?
Im ersten Schritt habe ich mich bei verschiedenen Anbietern in München informiert, ob Lasern in meinem Fall möglich ist. Stichwort Hornhautdicke, welche Methode infrage kommt, und so weiter. So eine Beratung kostet etwa 50 Euro und dauert rund vier Stunden. Dabei werden zahlreiche Tests durchgeführt. Jeder Fall ist anders und muss individuell beurteilt werden. Wichtig ist, dass die Sehstärke stabil ist und sich nicht mehr verändert. Das ist meist ab etwa 30 bis 35 Jahren der Fall. Der Grund: Wenn sich das Auge nach der Korrektur weiter verschlechtert, kann das Ergebnis langfristig beeinträchtigt werden.
Und wie ging es anschließend weiter?
Am Ende des Termins bespricht der Arzt die möglichen Verfahren, sofern die Augen geeignet sind – das ist nicht immer der Fall. Bei mir kam nur das PRK-Verfahren infrage. Das ist das älteste und günstigste Verfahren mit guten Erfolgsaussichten, allerdings mit mehr Schmerzen und einer deutlich längeren Heilungsphase. Ich habe rund 2.800 Euro für beide Augen bezahlt. Grundsätzlich gilt: Je höher der Dioptrienwert, desto teurer wird der Eingriff.
Wann konntest Du wieder aufs Rad steigen?
Das dauert. Zunächst sollte man mindestens eine Woche Urlaub einplanen. Autofahren ist oft erst nach mehreren Wochen wieder erlaubt. Über viele Wochen hinweg müssen die Augen regelmäßig getropft werden, anfangs stündlich. In den ersten Tagen hatte ich starke Schmerzen und habe fast nichts gesehen. Bis das endgültige Ergebnis erreicht ist, kann es beim PRK-Verfahren bis zu sechs Monate dauern. Bei mir war das ähnlich. Alltagstauglich, zumindest mit Sonnenbrille, war ich nach etwa anderthalb Wochen.
Hattest Du keine Bedenken wegen der Risiken?
Klar. Es geht ums Augenlicht und ein Restrisiko bleibt. Bei meiner Recherche bin ich in Foren auf regelrechte Horrorberichte gestoßen von Betroffenen, die noch Jahre später mit trockenen Augen zu kämpfen haben. Aber: In solchen Foren melden sich vor allem diejenigen zu Wort, bei denen es nicht optimal gelaufen ist. Insgesamt sind die Erfolgsaussichten auf ein gutes Endergebnis sehr hoch und deshalb hatte ich mich dafür entschieden.