Kristian Bauer
· 15.06.2026
Über 2.000 Teilnehmer aus 26 Nationen starteten bei der 38. Dolomitenradrundfahrt und dem 11. SuperGiroDolomiti in Osttirol. Mit Martin Strobl ging der älteste Teilnehmer mit 81 Jahren an den Start, Lara Auer war mit 14 Jahren die jüngste Starterin. Helmut Wechselberger, in den 80er-Jahren Gewinner der Tour de Suisse und Österreich Rundfahrt, bestritt mit 73 Jahren den SuperGiroDolomiti.
Zu den Favoriten beim SuperGiroDolomiti zählten Vorjahressieger Jack Burke, MTB-Weltmeister Alban Lakata, Ötztaler-Sieger Daniel Federspiel, Ex-Sieger Patrick Hagenaars und der Tiroler Marathonspezialist Philip Handl. Burke hatte sich zwei Wochen zuvor beim Training bei einem Unfall mit einem Auto verletzt. Manuel Popp und der ehemalige Nationalkader-Rennrodler Miguel Brugger drückten von Beginn an aufs Tempo. Die beiden lagen bis zum Monte Zoncolan vorne. Bei Paluzza schlossen Anton Metternich und Quirin Raubinger auf. Eine vierköpfige Verfolgergruppe mit Lakata und Federspiel lag eine Minute zurück.
Nach dem Plöckenpass durchs Lesachtal setzte sich Brugger aus Sautens ab. Der Tiroler hatte den Ötztaler Radmarathon 2025 bereits in 7:02 Stunden absolviert. Bei Maria Luggau betrug sein Vorsprung bereits drei Minuten. Brugger fuhr einen ungefährdeten Sieg nach 6:30 Stunden nach Hause und verwies Daniel Federspiel mit sechs Minuten Rückstand auf Platz zwei. Der Südsteirer David Schöggl wurde Dritter. Brugger äußerte den Wunsch, in eine Continental-Mannschaft zu wechseln und Profirennen zu fahren. Federspiel lobte die Leistung des Ex-Rodlers.
Die Belgierin Ils van der Moeren, Siegerin von 2023 und 2024, zeigte sich beim SuperGiroDolomiti von Beginn an stark. Am Monte Zoncolan hatte sie bereits über fünf Minuten Vorsprung auf die zweifache Dolomitenrundfahrtsiegerin Eva Schien aus Deutschland. Van der Moeren baute ihren Vorsprung kontinuierlich aus und jubelte nach 7:28,43 Stunden über ihren dritten Triumph und einen neuen Streckenrekord. Schien erreichte mit sieben Minuten Rückstand den zweiten Platz. Katharina Machner fuhr nach 8:07 Stunden auf den dritten Platz in der Frauenwertung beim SuperGiroDolomiti.
Die Lokalmannschaft dolomite.bike stellte 40 Fahrer für die Dolomitenradrundfahrt. Zu den Favoriten zählten der Vierfachsieger Max Kuen, Marathon-Staatsmeister Anton Erlbacher, UCI-Weltmeister Johnny Hoogerland und Skibergsteig-Olympiastarter Paul Verbnjak. Vorjahressieger und Staatsmeister Rene Pammer musste nach einem Sturz vor Oberdrauburg aufgeben. Bis Maria Luggau im Lesachtal bildete sich eine neunköpfige Spitzengruppe mit Streckenrekordhalter Jan Kattanek, Anton Erlbacher, Paul Verbnjak, Johnny Hoogerland und Max Kuen. Der Zehntplatzierte lag kurz vor Obertilliach bereits zweieinhalb Minuten zurück.
Starker Gegenwind verhinderte auf dem Weg nach Lienz weitere Attacken. Die neun Fahrer entschieden das Rennen im Sprint. Der Kufsteiner Max Kuen setzte sich nach 2:50,14 Stunden durch und feierte seinen fünften Sieg bei der Dolomitenradrundfahrt. Jan Kattanek von Dolomite.bike wurde Zweiter, Amateur-Weltmeister Johnny Hoogerland komplettierte das Podium. Kattanek hält weiterhin den Streckenrekord von 2:46 Stunden. Kuen sagte nach seinem historischen fünften Triumph, dass das Rennen stark besetzt war und die jungen Fahrer nachrücken würden.
Der 15-jährige Schweizer Mic Willy verpasste als Vierter knapp das Podium. Sein Trainer Helmut Dollinger, der auch die WorldTour-Mannschaft XDS Astana betreut, sieht großes Potenzial in dem Graubündener. Felix Gall bestritt seine erste Dolomitenradrundfahrt ebenfalls im Alter von 15 Jahren und finishte damals in 3:15 Stunden. Mic Willy kam mit der Spitzengruppe nach 2:50 Stunden ins Ziel und unterbot Galls Zeit damit deutlich.
Die Vorjahressiegerin Daniela Traxl-Pintarelli und die Continental-Fahrerin Jana Gigele, amtierende Gravel-Staatsmeisterin, lieferten sich bei den Frauen ein hartes Duell. Gemeinsam passierten sie Maria Luggau mit fast drei Minuten Vorsprung und erreichten zusammen den Kartitscher Sattel. Gigele schied vermutlich wegen technischer Probleme aus. Die 42-jährige Tirolerin Traxl-Pintarelli gewann vor Lena Zeiringer und Corina Pichler.
Die Dolomitenradrundfahrt führte über 112 Kilometer mit dem Gailbergsattel und Kartitscher Sattel als Hauptanstiege. Der SuperGiroDolomiti verlangte den Startern 218 Kilometer und 5.060 Höhenmeter ab. Die Route führte von Lienz über Kärnten ins italienische Friaul und zurück nach Osttirol. Dabei mussten die Fahrer den Gailbergsattel, zweimal den Plöckenpass und den Monte Zoncolan bewältigen.Der Termin für das nächste Jahr steht bereits fest: am 13. Juni 2027 werden wieder tausende Radsportler in Lienz für die Dolomitenradrundfahrt und den SuperGiroDolomiti erwartet.
Osttirol steht auch in den kommenden Tagen im Mittelpunkt des Radsports. Der TVB Osttirol und die Gemeinde Nußdorf-Debant bereiten einen Empfang für den Giro-Zweiten Felix Gall vor. Am Freitag, den 19. Juni, werden hunderte Fans am Lienzer Hauptplatz erwartet. Die Teilnehmer können in eigens bereitgestellten "Giro del Gall"-Shirts vom Lienzer Hauptplatz zum Sportstadion Nußdorf-Debant radeln. Kostenlose Anmeldungen sind bis Donnerstag unter https://www.dolomitensport.at möglich.
Sportlich im Mittelpunkt steht Lienz am kommenden Wochenende: Die TOUR Transalp startet am 21. Juni in Lienz.

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