Cyclocross ist Radsport abseits der Straße: Die Strecken führen über Wiesen, durch Sand, über Treppen und durch Schlamm. Eine kurze, technisch anspruchsvolle Runde wird dabei mehrfach absolviert. Wie viele Runden das sind, entscheidet die Zeit – eine grobe Orientierung gibt es aber vorab. In der Hobbyklasse sind Rennen oft mit 30 bis 40 Minuten angegeben. Abspringen, laufen und wieder aufs Rad springen gehört zum Cyclocross wie die Glocke, die die letzte Runde einläutet. Zu weit Zurückgefallene oder Überrundete werden von den Kommissären aus dem Rennen genommen. Gefahren wird von Oktober bis Februar, mitten im Winter.
Wer zum ersten Mal an den Start gehen möchte, hat grundsätzlich zwei Möglichkeiten.
Hobbyrennen bieten viele Radsportvereine im Rahmenprogramm ihrer Lizenzveranstaltungen an. Zugelassen sind ausschließlich Starterinnen und Starter ohne Lizenz. Die Einstiegshürde ist denkbar niedrig: anmelden, anreisen, Rennen fahren.
Lizenzrennen werden ehrenamtlich von Radsportvereinen ausgerichtet, die Durchführung folgt klaren Regeln des Dachverbands German Cycling (ehemals Bund Deutscher Radfahrer, BDR). Teilnehmen darf nur, wer eine Rennlizenz besitzt.
Eine Rennlizenz ist die Erlaubnis, an offiziellen Radrennen teilzunehmen. In Deutschland wird sie durch German Cycling ausgestellt, beantragt wird die Lizenz über rad-net.de. Voraussetzung für eine Jahreslizenz ist die Mitgliedschaft in einem Radsportverein, der German Cycling angehört. Eine Qualifikation oder ein Eignungstest ist nicht nötig.
Wer erst einmal reinschnuppern möchte: Neben der Jahreslizenz gibt es Tageslizenzen, von denen man bis zu fünf pro Kalenderjahr lösen darf. Sie können direkt über rad-net.de beantragt werden – unkompliziert und ohne Vereinsmitgliedschaft.
Ein Cyclocross-Rad wäre ideal. Für Lizenzrennen gelten klare Materialvorschriften: Es muss ein Cross- oder Gravelbike mit gebogenem Lenker und ohne Federung sein. Die Reifenbreite darf 33 mm an der breitesten Stelle nicht überschreiten.
Für Hobbyrennen lohnt sich ein Blick in die jeweilige Ausschreibung: Manche Veranstalter übernehmen die Lizenzklassen-Regeln, andere sind großzügiger und erlauben auch breitere Reifen, dann ist auch ein Gravelbike erlaubt. Im Zweifel einfach beim Veranstalter nachfragen.
Crossrennen verteilen sich von Oktober bis Februar quer durch die Republik – von Greifswald bis Frankfurt, von Hannover bis Berlin. Den Löwenanteil tragen Norddeutschland und die mitteldeutschen Bundesländer, aber kein Teil Deutschlands ist ohne Programm.
Das Aushängeschild ist die Cyclo-Cross Bundesliga, die höchste nationale Rennserie. Sie macht unter anderem Station in Perl im Saarland und in München. Daneben gibt es eine Vielzahl regionaler Cupsysteme, die über mehrere Läufe ausgetragen werden und einen schönen roten Faden durch den Winter bieten. Im Norden etwa der Stevens CycloCross-Cup mit Stationen in Hannover, Bad Harzburg, Mölln, Norderstedt und Plate bei Schwerin, oder der Weser-Ems Cup rund um Osnabrück und Bad Essen. In Mitteldeutschland gibt es die GUNSHA Cross Challenge mit Läufen in Borna, Erfurt, Jena und weiteren. In Niedersachsen den CX-Cup Niedersachsen.
Dazu kommen Dutzende Einzelveranstaltungen quer durch die Republik: Der GaloppCross in Bremen, der RangerRace in Nürnberg, das Crossrennen Rund ums Waldstadion in Herxheim, der Cross am Park in Blankenfelde. Selbst in kleinen Orten wie Kloster Lehnin, Zossen oder Wörth an der Donau wird Cross gefahren. Irgendwo ist immer ein Rennen.
Die vollständige und stets aktuelle Übersicht aller deutschen Cyclocross-Rennen gibt es auf rad-net.de. Da siehst du auch, wann Meldeschluss ist und findest einen Link zur Anmeldung.

Redakteurin
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