Charity-Rennradfahrt in die Ukraine

Kristian Bauer

 · 22.11.2024

Charity-Rennradfahrt in die UkraineFoto: Herrmann
Bikeconvoy-Gründer Sebastian Herrmann
Eine Initiative der Rennradszene will Rettungswagen für die Ukraine finanzieren. Unter dem Namen Bikeconvoy soll es außerdem eine Charity-Rennradfahrt nach Lviv geben.

Die Ukraine kämpft weiter ums Überleben. In TOUR 09/2024 haben wir von einem Radmarathon in Lviv (Lemberg) berichtet. Genau in diese Stadt in der Westukraine soll im Juli 2025 eine Charity-Rennradfahrt führen. Die Idee für die Initiative kommt von Sebastian Herrmann, Journalist bei der SZ und Buchautor. Seine Mitstreiter kommen alle aus der Fahrradszene – vom Medienmanager über den Inhaber einer Marketingagentur bis zur Kommunikations-Expertin. Die Idee des Bikeconvoy: zehn gebrauchte Krankenwagen durch Spenden zu finanzieren und begleitet von einer Fahrradfahrt 2025 in die Ukraine bringen. Koordiniert wird der Krankenwagen-Transport von Bamberg:UA, eine gemeinnützige Organisation, die 2017 von ukrainischen Studierenden der Universität Bamberg gegründet wurde. Der gemeinnützige Verein hat seit 2022 mehr als 100 Fahrzeuge in die Ukraine gebracht, darunter 33 Rettungswagen. 18 davon wurden mithilfe von Bands finanziert; die Initiative dazu stammte von Rüdiger Linhof, Bassist der Sportfreunde Stiller. Auch Herrmann hat sich daran bereits beteiligt.

Gebrauchte Rettungswagen

Ein gebrauchter Rettungswagen kostet zwischen 12.000 und 20.000 Euro, je nach Baujahr und Antrieb. Die Fahrzeuge werden zusammen mit dem Partnerverein Bamberg:UA gekauft. Die Wagen und die darin enthaltenen medizinischen Geräte werden frisch TÜV-geprüft. Die Fahrzeuge sind mit Evakuierungstrage, Defibrillator, Infusomat, VAC-Pumpe und Sauerstoffgerät ausgestattet. Die Rettungswagen werden von Bamberg:UA vor Ort in Lviv im Westen der Ukraine an die Einsatzkräfte übergeben und dann im Osten und Süden der Ukraine eingesetzt. Im Schnitt rettet der Einsatz eines Wagens pro Tag das Leben von fünf verletzten Menschen. Jeder Wagen macht einen entscheidenden Unterschied. Die Rettungswagen sollen über eine Crowdfunding-Kampagne finanziert werden.

Rennradfahrt in die Ukraine

Begleitet wird die Lieferung der Fahrzeuge laut Plan durch eine Solidaritätsfahrt mit dem Rad. Der Plan ist am 5. Juli 2025 in München mit Rädern sowie Rettungswagen loszufahren. Die Strecke bis zur polnisch-ukrainischen Grenze nahe Przemysl beträgt etwa 1.270 Kilometer und knapp 7.000 Höhenmeter. Die Tour soll in zwei Varianten angeboten werden: zum einen als offizielles Brevet mit Zeitlimit, also als Langstreckenfahrt nach den Regularien des Audax Club Parisien, und zum anderen als Konvoi-Version ohne Zeitlimit, bei der die Strecke voraussichtlich in sechs Etappen aufgeteilt wird. Beide Varianten der Tour finden im Randonneurs- bzw. Bikepacking-Modus statt. Das heißt Verpflegung, Unterkunft sowie Rückreise muss auf eigene Faust organisiert werden. Ob die Teilnehmer am Ende über die Grenze in die Ukraine bis nach Lviv fahren können, hängt von der Situation im Sommer 2025 ab.

Link zu Bikeconvoy

Infos zu Bamberg:UA

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Kristian Bauer

Kristian Bauer

Redakteur

Kristian Bauer ist gebürtiger Münchner und liebt Ausdauersport – besonders wenn es in die Berge geht. Er ist ein Fan der Tour de France und bevorzugt solide Rennradtechnik. Er führt für TOUR Interviews, berichtet von Events im Hobbyradsport und schreibt Artikel über die Fahrradbranche sowie Trends im Rennradsport.

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