Gravelbike gekauft?Diese 12 Must-haves brauchst du jetzt (plus 5 Upgrades)

Sandra Schuberth

 · 15.03.2026

Gravelbike gekauft?: Diese 12 Must-haves brauchst du jetzt (plus 5 Upgrades)Foto: Wolfgang Papp

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Du hast dir ein Gravelbike gekauft – Glückwunsch. Jetzt kommt der Teil, der über Spaß oder Frust entscheidet: die richtige Grundausstattung von Helm bis Pannenset. Diese Basics sorgen dafür, dass du auf jeder Strecke sicher, komfortabel und stressfrei unterwegs bist.

Damit du direkt startklar bist, findest du hier eine klare Liste mit Must-haves (für Sicherheit und Pannen) plus sinnvollen Extras, die Komfort und Performance spürbar erhöhen. Ohne Helm und Brille solltest du nicht losfahren. Es muss für den Anfang keine Radbrille sein, eine Alltagsbrille reicht, um einiges an Staub, Insekten und Sonne abzuhalten. Werkzeug und Erste-Hilfe-Set gibt dir Sicherheit.

Die 12 Must-haves für den Start

1. Helm (ohne Diskussion)

Ein gut sitzender Helm ist dein wichtigstes Sicherheitsprodukt. Entscheidend für den Schutz ist, dass du den Helm richtig aufsetzt. Achte auf korrekte Größe, Einstellsystem, gute Belüftung, idealerweise ein MIPS-ähnliches Schutzsystem, das dein Gehirn bei einem Sturz besser schützt.

Kurz-Check:

  • Helm sitzt waagerecht, nicht im Nacken
  • Kein Wackeln bei Kopfschütteln
  • Kinnriemen: zwei Finger Platz, nicht mehr

Ein Helm hilft nur, wenn er richtig passt und richtig sitzt.

2. Mini-Flickzeug oder Plug-Kit (je nach Setup)

Ich wünsche dir keinen Platten. Aber früher oder später wird es dazu kommen. Ob du ein klassisches Flickzeug brauchst oder spezielle Tubeless-Flicken, hängt davon ab, ob du mit Schlauch oder ohne Schlauch, aber mit Dichtmilch fährst.

3. Ersatzschlauch (ja, auch bei tubeless)

Einen kaputten Schlauch zu wechseln geht meist schneller, als ihn unterwegs zu flicken. Das kannst du in Ruhe zu Hause machen. Auch, wenn du tubeless unterwegs bist, empfehle ich dir, einen passenden Schlauch einzupacken. Die meisten Löcher im Reifen werden von der Dichtmilch verschlossen, für manche brauchst du einen Plug, manchmal reicht aber auch das nicht. Dann hilft nur ein Schlauch.

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Nimm mindestens einen passenden Schlauch mit. Achte beim Ersatzschlauch darauf, dass der Ventiltyp derselbe ist wie an deinem Rad. Auch die Ventillänge muss passen: Bei hohen Felgen brauchst du längere Ventile.

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4. Reifenheber (stabil, nicht zu weich)

Reifenheber sind klein, leicht und retten Nerven. Gerade bei strammen Gravelreifen willst du keine billigen Hebel, die abbrechen. Die Reifenheber von Schwalbe haben mich bislang noch nicht enttäuscht und kosten nicht viel >> bei Rosebikes oder Amazon erhältlich.

5. Multitool

Ein solides Multitool deckt die häufigsten Schrauben ab (Inbus/Torx), damit kannst du unterwegs fast alle kleinen Probleme lösen. Praktisch ist außerdem ein integrierter Kettennieter, falls unterwegs mal eine Kette reißt.

6. Luftpumpe

Du brauchst unterwegs eine verlässliche Möglichkeit, wieder Druck aufzubauen. Achte darauf, dass die Pumpe zu deinem Ventil passt. An den meisten Gravelbikes sind Presta- bzw. Rennradventile verbaut.

  • Minipumpe: zuverlässig, überall erlaubt, etwas langsamer
  • Elektronische Luftpumpe: sehr schnell und bequem, aber abhängig von Akku/Ladestand (und oft etwas schwerer)

Tipp: Probiere vor der ersten Tour einmal aus, wie du mit deiner Pumpe den Reifen aufpumpst.

7. Mini-Erste-Hilfe-Set

Wie beim Werkzeug ist beim Erste-Hilfe-Set immer die Hoffnung, es umsonst mitzuschleppen. Wenn doch mal was passiert, ist es gut, was dabei zu haben. Ein kleines Set reicht, das von Cyclite ist auf Radfahren abgestimmt.

8. Fahrradbeleuchtung (auch wenn du “nur tagsüber” fährst)

Ich schau ja immer, wie ich andere Leute im Verkehr wahrnehme und muss gestehen, ohne Licht in der Dämmerung oder Dunkelheit sehe ich andere oft erst spät. Fahrradbeleuchtung ist essentiell. Nicht nur nachts, auch tagsüber, wenn sich die Sichtverhältnisse ändern. Ein kleines Licht-Set, das sich per USB-C aufladen lässt, ist ein wichtiges Sicherheitsfeature für dich, auch wenn du selbst vielleicht noch ausreichend viel siehst.

9. Trinkflaschen + Flaschenhalter (oder Trinksystem)

Du kannst eine Flasche in einen Rucksack stecken. Dann hast du aber immer einen Rucksack dabei – und bei einem Sturz auf den Rücken landest du direkt auf der Flasche. Mit Flaschenhalter am Rad plus passender Trinkflasche kannst du sogar während der Fahrt trinken - vorausgesetzt du kannst eine Hand vom Lenker entbehren.

10. Satteltasche oder Rahmen-/Lenkertasche

Irgendwo muss das ganze Zeug hin. Es gibt Fahrräder mit kleinem “Kofferraum” im Unterrohr. Da passt meist das Nötigste rein, was du für eine Panne brauchst. Wenn dein Rad keinen Kofferraum hat, empfiehlt sich eine kleine Satteltasche, die immer am Rad bleibt. So hast du immer alles dabei. In eine Rahmentasche oder Oberrohrtasche finden Erste-Hilfe-Set, Snacks, Portemonnaie und andere Kleinigkeiten Platz.

11. Kettenschmiermittel + kleines Tuch

Ob Wachs oder Öl entscheidest du. Wachs hat Vorteile, ist aber gerade am Anfang deutlich aufwendiger. Für den Anfang empfehle ich, die Kette regelmäßig zu ölen und mit einem Lappen überschüssiges Öl abzuwischen.

Praktisch für Bikepacking-Touren: ein Mini-Fläschchen für unterwegs, eine große Flasche für zuhause.

12. Schloss (kurz stoppen ohne Bauchweh)

  • Für den Alltag: ein solides Schloss (hier gibt’s einen Fahrradschloss-Test)
  • Für kurze Stopps unterwegs: eine Wegfahrsperre in Form eines Mini-Schlosses, das ist nicht wirklich sicher aber besser als nichts

5 Upgrades für mehr Komfort und Kontrolle

1. Radschuhe (mit passenden Pedalen)

Du kannst mit Turnschuhen Rad fahren. Gerade bei weichen Laufschuhen kann es aber sein, dass dir damit die Füße einschlafen. Besser sind festere Sohlen. Mit Klickpedalen fährst du effizienter und kontrollierter, musst dich aber erst daran gewöhnen und vielleicht kippst du am Anfang ein-, zweimal zur Seite um, wenn du plötzlich anhalten musst und noch nicht so vertraut mit dem System bist. Mit etwas Übung geht das aber in einen Automatismus über. Eine große Auswahl an Fahrradschuhe gibt’s bei Bike-Components oder Bike24.

2. Radhose

Für den Anfang kannst du jede Sporthose anziehen. Gerade Nähte im Schritt können aber schnell stören. Deshalb empfehle ich, auf Dauer in eine gute Radhose zu investieren. Sie sollte nicht zu locker sitzen, da das Reibung verursachen kann. Die meisten Fahrradhosen haben ein Polster im Sitzbereich, dass den Druck gleichmäßig verteilen soll. Achte hier auf ein festes Polster und auf einen guten Sitz der Hose. Mit oder ohne Träger? Ich plädiere für mit. Gerade auf Dauer ist das, jedenfalls für mich, viel angenehmer am Bauch, da hier nichts einschneidet.

3. Trikot (Taschen = Gamechanger)

Du kannst zum Radfahren ein T-Shirt anziehen. Ein Radtrikot ist aerodynamischer, der hoch geschlossene Kragen verhindert, dass Insekten hineinfliegen und vielleicht stechen und am Rücken haben Fahrradtrikots meist Taschen für Essentials während der Fahrt.

4. Handschuhe

Handschuhe brauchst du, wenn es kalt ist. Es müssen keine spezifischen Fahrradhandschuhe sein. Aber auch im Sommer sind Handschuhe sinnvoll. Im Falle eines Sturzes zerschrammen erst die Handschuhe, dann die Hände. Ich trage selbst im Hochsommer oft dünne Langfingerhandschuhe. Mit schwitzigen Händen kann ich sonst oft weniger präzise bremsen. Kurzfingerhandschuhe sind aber auch eine Option.

5. Fahrradbrille

Eigentlich gehört eine Brille zu den Must-haves. Sie schützt deine Augen vor Staub, Insekten, Fahrtwind und tief stehender Sonne. Du kannst erstmal irgendeine (Sonnen-)Brille aufsetzen. Sportbrillen sind aber so geformt, dass sie möglichst viel Wind – und damit auch Schmutz – abhalten und deine Augen besser schützen als eine Alltagsbrille.

Was du wirklich brauchst

KategorieMust-have für den StartOptionales Upgrade
SicherheitHelm, Licht, Mini-Erste-HilfeHandschuhe, Brille
PannenhilfeSchlauch/Plug-Kit, Reifenheber, Multitool, Pumpe/CO₂Ventilkern-Tool, Ersatz-Bremsbeläge
TransportSatteltasche oder RahmentascheLenkertasche, Top-Tube-Bag
KomfortTrinkflaschen/FlaschenhalterRadhose, Trikot, Radschuhe

Fazit: Erst absichern, dann optimieren

Wenn du nach dem Gravelbike-Kauf nur eines mitnimmst, dann das: Sicherheit und Pannenschutz zuerst. Danach kommen Komfort und Performance. Wenn du dauerhaft Schmerzen auf dem Rad hast, läuft etwas nicht richtig und es empfiehlt sich, die Sitzposition zu überprüfen mit Sattelhöhe, Sattelneigung, Lenkerposition und wenn du mit Klickpedalen fährst auch die Position der Pedalplatten unter dem Schuh. Auch wird im Fitting geschaut, ob der Sattel, den du fährst überhaupt zu deinem Po passt.


Psst: Du hast noch nie einen Schlauch gewechselt? Kein Problem. Mit etwas Übung ist das gar nicht so schwer. Du kannst einen Schrauberkurs für Einsteiger besuchen – vielleicht gibt es so etwas auch bei dir in der Nähe. Alternativ findest du viele gute Tutorials online. Besonders empfehlen kann ich das Video von Anke is Awesome: Sie zeigt Schritt für Schritt, was zu tun ist, und hat auch Tipps parat, wenn es nicht auf Anhieb klappt.

Sandra Schuberth

Sandra Schuberth

Redakteurin

Sandra Schuberth, mal Feierabendrunde, mal Trainingsride, mal unsupported Bikepacking-Challenge. Hauptsache sie und ihr Gravelbike – abseits vom Verkehr. Seven Serpents, Badlands oder Bright Midnight: Sie hat anspruchsvolle Bikepacking-Rennen gefinisht. Gravel und Bikepacking sind ihre Herzensthemen, ihr Anspruch an Equipment ist hoch. Was sie fährt, nutzt und empfiehlt, muss draußen bestehen: nicht im Marketing, sondern im echten Leben.

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