Radsport-Herzland4 Rennrad-Klassiker in Südtirol

Andreas Haslauer

 · 29.11.2025

Radsport-Herzland: 4 Rennrad-Klassiker in SüdtirolFoto: Haslauer
Lebenstraum, Saisonziel, Bucket List – egal, wie man es nennt: Auf das Timmelsjoch will jeder Rennradfahrer mindestens ­einmal
Als Synonym für ein Rennradrevier, das allen Wünschen ­entspricht, nennen nicht wenige Radsportler: Südtirol. Für die Region kann man sich immer wieder aufs Neue begeistern. TOUR hat auch mal wieder einen Streifzug unternommen.

Welches sind denn nun die schönsten Touren in Südtirol? Das wollen wir von Claudio Camin wissen, einem ehemaligen Radprofi. Deswegen besuchen wir ihn auf seinem Weingut. Dort verrät uns der Bozener die besten Strecken – und die besten Restaurants. Es vergehen nur wenige Minuten, dann muss man ihn und alle anderen, die dort leben dürfen, beneiden. Das Leben der Südtiroler ist untrennbar mit dem farbenfrohen Alpenglühen, den faszinierenden Weißschattierungen der Gletscher, den klaren Hochgebirgsseen und den majestätischen Gipfeln verbunden. Die Folge: Die jahrtausendealten Geschichten dieser Berge spiegeln sich in den Gesichtern derer wider, die seit jeher hier leben und sie weitergeben. Ganz nach dem Motto: „Wir sind Berge.“

Südtirol oder Bali? Zum Glück Südtriol – ist zum Radfahren ja deutlich einfacher erreichbar ...Foto: HaslauerSüdtirol oder Bali? Zum Glück Südtriol – ist zum Radfahren ja deutlich einfacher erreichbar ...

Blick ins Paradies

Bevor Claudio Camin am Morgen aufs Rennrad steigt, nimmt er für gewöhnlich einen Cappuccino, setzt sich auf seine Terrasse. Wobei „Terrasse“ vielleicht nicht das richtige Wort ist. Denn während die meisten Menschen, sofern sie eine Terrasse haben, allenfalls auf ihren Garten schauen, blickt Claudio mit seiner Frau Brunhilde ins weit­läufige Paradies: aus ihrem Baumhaus auf dem „Ansitz Dolomytos“, einem Weingut oberhalb von Bozen. Wobei die zu Füßen liegende Landschaft nicht unbedingt nach Südtirol aussieht – eher hat man den Eindruck, als blicke man auf Reisfelder in Bali. Vor mehr als zehn Jahren hat der ehemalige Radprofi zusammen mit seiner Frau Brunhilde das Weingut von Rainer Zierock – einem ehemaligen Professor für griechische Mythologie und Agrar-Philosophie – gekauft. Bruni betont, alle Umbauten seien nach dem Fünf-Elemente-Prinzip der Lehre Rudolfs Steiners erfolgt, dem Begründer der Anthro­posophie und der Waldorf-Pädagogik. Das Pentagon im „Paradies“ prägt den Ort, der berührt, bewegt. Frauenzeitschriften würden so einen Ort „Kraftplatz“ nennen.

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Arbeitsweg ins Radgeschäft

Bewegen muss sich nun auch Claudio, schließlich kann er nicht den ganzen Tag Kaffee trinken, sondern muss auf Arbeit. Dort treffe ich den Südtiroler wieder, der bei der Tour de France mitfuhr und Vizeweltmeister im Bahnradfahren wurde: in seinem Rad-Laden. Größer könnte der Kontrast zu seinem Zuhause nicht sein. Auf 600 Quadratmetern verkauft der 55-Jährige in einem Gewerbegebiet Carbongeschosse der internationalen Top-Marken – aber auch Räder seiner Eigenmarke Camin. Wenn deutsche Touristen ihn besuchen, wollen sie vor allem: einen guten Service. Claudio mag zwar nicht so gerne darüber reden. Er druckst ein wenig herum, betont dann aber doch, dass er seinen Radladen in der Enzo-Ferrari-Straße wohl unter denen sieht, die ihre Kunden mit Betreuung überzeugen.

Also dann, heraus mit der Sprache: Welches sind hier die besten Rennradstrecken? Was immer geht, sagt Claudio, seien der Mendelpass, das Penser Joch und der Gampenpass. Wenn er mit seinen Gästen pedaliert, dann meist von Bozen aus Richtung Ritten. Und natürlich der Klassiker aller Klassiker: durch das wunderschöne Passeiertal nach St. Leonhard und rauf auf das Timmelsjoch.

Bergsteiger: Kraftvoller Antritt? ­Letztes Aufbäumen? Spielt am ­Gipfel keine Rolle mehrFoto: HaslauerBergsteiger: Kraftvoller Antritt? ­Letztes Aufbäumen? Spielt am ­Gipfel keine Rolle mehr

Shuttle statt Rad

Claudio hatte auch mal die Idee, Rennradtouren anzubieten, die in seinem Weingut enden. Das war dann jedoch im Nachhinein keine so gute Idee. Das Rennradfahren an sich war nicht das Problem. Nach dem guten Essen war die steile Passstraße zurück das Problem. Vielleicht, meint er, hätte es aber neben den vielen guten Gesprächen auch an den vielen Gläsern Wein gelegen. Seitdem buchen seine Gäste ein Shuttle zurück nach Bozen. Wir hingegen trinken noch einen Espresso zusammen und verabreden uns für den nächsten Morgen zum Frühstück im Magdalener Hof. Der liegt auf dem Weg von seinem Weingut zum Passo del Rombo, dem Timmelsjoch. Der Grenzpass verbindet Südtirol bzw. die autonome Provinz Bozen mit dem österreichischen Bundesland Tirol.



Also sitze ich am nächsten Morgen im Magdalener Hof und frühstücke mit Hoteldirektor Jakob Ramoser. Jakob ist einer von den Menschen, die im Corona-Lockdown mit dem Rennradfahren begonnen haben und jetzt nicht mehr vom Rad runter zu bekommen sind. Nun trainiert er (ausnahmsweise) mit Freunden für den New York-Marathon. Dann klingelt das Telefon. Claudio ist dran. Ein Kollege sei gestern Abend beim Radfahren von einem Auto angefahren worden. Er könne leider nicht mit, müsse sich um ihn und die Firma kümmern. Kein Problem, sage ich. Ich weiß ja, wo ich hin muss. Ich fahre also raus aus Bozen, entlang der neu asphaltierten Hauptstraße. Um mich mit meiner „Aufwärmtour“ am ersten Tag nicht gleich ins Aus zu befördern, nehme ich das Auto und parke am Ende des Passeiertals in Sankt Leonhard. Dort geht dann die Kraxelei los. Man fahre, wie beim Stelvio, Kurve für Kurve, bekäme aber deutlich mehr zu sehen – so hat es mir Claudio versprochen. Er hat mir auch mit auf den Weg gegeben, dass das Passeiertal die Heimat des Tiroler Volkshelden Andreas Hofer sei. Und außerdem ­eines der urigsten und landschaftlich vielseitigsten Täler Südtirols mit mehr als 300 Sonnentagen im Jahr.

Rebenregion: Auf den Touren rund um Bozen kann man ­begutachten, wo der Wein fürs Abendessen wächstFoto: HaslauerRebenregion: Auf den Touren rund um Bozen kann man ­begutachten, wo der Wein fürs Abendessen wächst

Zum Aufwärmen aufs Timmelsjoch

Ich bin gut drauf, kurbele Kurve für Kurve. Dann kommt das Mieseste, was ich jemals beim Rennradfahren erlebt habe: Eine Speckhütte, die besser duftet als jedes Lebkuchenhaus in einem Märchen. Also fahre ich rechts ran, zische mir schnell eine Cola rein, packe ein Vinschgerl mit Speck und Gurke in meine Trikottasche. Für schlechte Zeiten. Noch ein paar Kehren, dann habe ich es geschafft. Oben angekommen, zeigt sich der Gebirgspass von seiner schönsten Seite. Obwohl es karg dort oben ist, wird mir bei solchen Pässen immer warm ums Herz.

Ich muss an Stefan Bogner denken. Der Fotograf der „Curves“-Bildbände äußert immer wieder seinen Respekt gegenüber den Baumeistern, denen wir diese Monumente in den Alpen verdanken. „Das ist eine unglaubliche Meisterleistung. Die Pässe sind für mich die Pyramiden der Alpen. Nur noch viel schöner und beeindruckender“, erzählte der Kurvenstraßen-Fotograf einmal. Für seine Arbeit wäre der heutige Tag jedoch nichts. Die Sonne strahlt. Blauer Himmel. Fürchterlich. „So sind die Berge nicht. Sie sind wild, unberechenbar. Blauer Himmel ist für mich Worst-Case, der Super-Gau“, so Bogner.

Abends geht’s zur Tafelrunde

Der Super-Gau ist für mich nun mein Magen. Er knurrt wie wild. Mir fällt auf, dass ich den ganzen Tag – außer meiner eisernen Speckbrötchen-Reserve – noch nichts gegessen habe. Also düse ich vom Timmelsjoch wieder schnell runter, zurück durchs Passeiertal und rein ins Örtchen Lana. Dort ist heute in einem der wohl schönsten Hotels hier „Tavolata“-Abend – „Tafelrunde“. Wir sitzen im „1477 Reichhalter” an einem langen Tisch, genießen den Balegò-Thunfisch, das Tatar vom Rind. Anschließend das Pak Choi von Kohljus, Meeresfrüchte „Shanghai-Style“ sowie Lamm und Rib Eye vom Grill. Danach: Espresso und Safran-Vanille-Eis mit fermentierten Brombeeren und Schafjoghurt. „Mangia bene, ridi spesso, ama molto“, lautet die Devise: „Esse gut, lache oft, liebe viel“. Über den anschließenden Rückweg nach Bozen decken wir lieber den Mantel des Schweigens.

Schöner kann ein Radtag in Südtirol nicht ausklingenFoto: HaslauerSchöner kann ein Radtag in Südtirol nicht ausklingen

Südtirol-Juwel: der Karersee

Zum Glück steht am zweiten Tag eine leichte Tour Richtung Sankt Zyprian an. Die Aussicht auf den Rosengarten im Naturpark Schlern-Rosengarten ist nicht nur sagenhaft schön, um den Rosengarten ranken sich auch etliche Sagen. Ich habe jedoch keine Zeit, mich mit dem Zwergenkönig Laurin zu beschäftigen, muss ich doch weiter meine 240 Watt halten. Die Belohnung ist sagenhaft: Dieses Mal in Gestalt des sagenhaft schönen Karersees, in dem angeblich mal eine Seejungfrau gelebt haben soll. Die Zeitschrift „National Geographic“ nennt den Karersee einen der „schönsten Seen im gesamten Alpenraum“. Leider – und auch das gehört zur Wahrheit – ist das schöne Fleckchen Erde zu einem touristischen Hot-Spot avanciert. Auf Deutsch: Es ist die Hölle los. Ich bewundere ihn trotzdem und stopfe mir währenddessen ein paar Gels rein, um meine spontane Entscheidung abzusichern, noch eine Runde über Obereggen und den Passo di Lavaze, also das Lavazejoch einzubauen. Nochmal 15 Kilometer und 600 Höhenmeter on top zu den 1800 Höhenmetern, die wir an dem Tag zurücklegen werden. Warum nicht?

Klassikerrunde

An Tag drei fahre ich Richtung Kaltern und von dort aus über den Mendelpass. Eigentlich ist er gar nicht so steil und auch nicht so lang (13,5 Kilometer und 880 Höhenmeter), aber heute brennt der Planet mal so richtig. Also halte ich an einem Café an, hole mir ein Eiswürfel-Säckchen und stecke es mir hinten ins Trikot. Ich habe mal gehört, das würden die Profis auch machen. Leider fahre ich trotzdem maximal halb so schnell. Dennoch fühle ich mich gut, pedaliere in der Gluthitze erst den Mendelpass hoch, dann noch über den Gampenpass. In Lana, wo ich gestern zu Abend gegessen habe, biege ich rechts ab Richtung Bozen – zum „Mondschein“.

Das Hotel lädt als neuer Stützpunkt für Ausdauerathleten in Südtirol ein, mit der Rad-Manufaktur Standert in Berlin besteht gar eine Kooperation. Einschlägige Lifestyle­-Magazine titulieren es als „Hipster-Stätte aus dem 3-D-Drucker“, das Belle-Époque-Hotel lade zu „Gelati und Siesta unter dem Zitronenbaum“ ein. Ich entscheide mich dort zu meiner Lieblingsspeise Spaghetti Vongole. Danach lasse ich den lieben Gott einen guten Mann sein, gönne mir einen Aperol Spritz am Pool. Kleine Empfehlung: Essen Sie dort kein Tiramisu. Auf! Keinen! Fall! Mit einer Portion werden Sie niemals auskommen. Sie werden ein zweites bestellen müssen, vielleicht auch ein drittes.

Anschließend radle ich zurück in mein Basecamp, den Magdalener Hof. Schnell duschen, schließlich will ich meinen Abend im „Alma9“ ausklingen lassen. Patrick, der Fotograf, und ich probieren das Sharing-Menü mit Hummus, Gemüse, Falafel, gewürzter Kebab, Zatar-Knödel und den orientalischen Salat mit Fenchel. Was Elad, der Mann aus Tel-Aviv, mit seiner orientalisch angehauchten Küche, auftischt, ist ein Gedicht. Erst recht das Dessert: Malabi, ein israelischer Milchpudding mit Rosenwasser, Sirup und Kokosflocken. Der Geist von Alma Beach, Elads Heimat, lebt hier weiter.

Paradies zu buchen

Meine letzte Radtour führt auf den Ritten, den Hausberg der Bozener. Hausberg, das hört sich eigentlich nett und harmlos an. Die Strecke ist zwar nur 16 Kilometer lang, hat es aber echt in sich. Also quäle ich mich hoch, genieße auf 1300 Metern Höhe auf dem weitläufigen Bergrücken im Südosten der Sarntaler Alpen die Aussicht. Ein Traum ist das Ausflugsziel. Dann muss ich weiter zu Claudio. Der ehemalige Radprofi, der 1996 an der Tour de France teilnahm, sie allerdings im Gegensatz zum damaligen Sieger Bjarne Riis nicht beendete, ist aber noch nicht da. Er lässt ausrichten, dass er ein wenig später kommt. Unangekündigt seien ein paar deutsche Rennradfahrer aufgetaucht und wollten ihre Maschinen noch einem Service unterziehen Auch Brunhilde ist im Stress. Am Abend kommen Gäste, schließlich kann man das Paradies hier oben buchen. Später wird sie Schlutzkrapfen servieren, danach Gulasch mit Knödeln, ihre preisgekrönten Weine dazu kredenzen. Sie liebt es, über ihre Bio-Weine zu sprechen, ebenso über den Gründer des Hotels. Er sei ein Visionär gewesen, sagt Brunhilde. Ein Genie, ein Tüftler – aber auch ein Chaot. Vielleicht passten sie und ihr Claudio deswegen so gut hier her, sagt sie lachend.

Der Anstieg nach Ritten und Klobenstein zieht sich lang und gleichmäßigFoto: HaslauerDer Anstieg nach Ritten und Klobenstein zieht sich lang und gleichmäßig

Cappuccino und Croissant

Am nächsten Morgen sitzt Claudio wieder auf seiner Terrasse mit Blick ins Paradies, mit einem Cappuccino und einem Croissant. Wenn er aus seinem Baumhaus schaue, löse das in ihm immer ein wohliges Gefühl aus, sagt er. Natürlich gebe es auch schöne flache Länder, aber ihm fehle in diesen Ländern immer die dritte Dimension. Eine vollkommen flache Landschaft mache ihn depressiv, ohne Berge werde er schwermütig, ergänzt er durchaus ernst. Die meisten Menschen, die in Südtirol aufgewachsen sind, ziehe es in die Höhe. Es helfe, über den Dingen zu stehen, sich einen Überblick zu verschaffen. „Die Berge zeigen einem einfach, wo es lang geht“, sagt Claudio.

Das Leben der Südtiroler ist deshalb untrennbar mit dem farbenfrohen Alpenglühen der Dolomiten, den faszinierenden Weißschattierungen der Gletscher, den glasklaren Hochgebirgsseen und den majestätischen Gipfeln hier in der Region verbunden. Die Folge: Die jahrtausendealten Geschichten dieser Berge spiegeln sich in den Gesichtern derer wider, die seit jeher hier leben und sie weitergeben. Nun aber Schluss mit Philosophieren. Claudio muss zur Arbeit. Wohin sonst. Er setzt sich auf sein Rennrad, fährt wie jeden Tag vom Paradies in seine Werkstatt. Er könnte glücklicher nicht sein.

Südtirol: Info für den Radurlaub

Anreise

Der Klassiker ist die Anreise mit dem Auto über den Brenner. Das geht immer. Allerdings wollen das viele. Sehr viele. Insgesamt knapp neun Millionen im vergangenen Jahr in Südtirol, meldet das ASTAT, das offizielle Statistikinstitut des Landes Südtirol. Unterm Strich waren das mehr als 37 Millionen Übernachtungen, Tendenz: steigend. Aus diesem Grund ist die Anreise mit der Bahn nicht nur entspannt, sondern auch komfortabel. Man steigt zusammen mit seinem Rennrad in München, Mainz oder Mönchengladbach ein und freut sich dann mit einer TOUR in der Hand bei einem Kaffee auf die kommenden Rad-Tage in der autarken Provinz. Vor Ort braucht man ohnehin kaum ein Auto, schließlich bietet die Region den „Südtirol Guest Pass“ an – die Kosten für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel übernimmt Südtirol. Das bedeutet: Man kann alle Regionalzüge, Regionalbusse sowie alle Stadt- und Überlandbusse, ebenso die Seilbahnen auf den Ritten, in Kohlern, ­Mölten und Vöran kostenlos nutzen.

Unterkünfte

Für Radsportler bietet Südtirol tolle Unterkünfte, von der günstigen Pension bis zu noblen Grand-Hotels. Ganz nach dem Motto: Alles kann, nichts muss. Auf der Bett & Bike-Seite von „Südtirol Info“ sind übersichtlich alle relevanten Häuser gelistet. Die Seite ist sinnvoll und hilfreich, weil man seine Strecke mit wechselnden Etappenzielen planen kann. Die spezialisierten Unterkünfte bieten alles, was für einen Rad­urlaub wichtig ist.

Inspiration bietet auch die Seite „Bikehotels“, dort dann Südtirol. Die Web-Seite ist erste ­Adresse, wenn es um Rennradurlaub auf der Südseite der Alpen geht. Aufgeführt sind drei Dutzend Bike-Hotels, die neben schönen ­Zimmern, gutem Essen, sonnigen Pools auch Werkstatt, Abstellräume und mehr anbieten.

Hotels

Magdalener Hof
Telefon +39 0471 978 267

www.magdalenerhof.it

Wer gleich in der Früh Richtung Ritten und Klobenstein losfahren will, wählt den Magdalener Hof, etwas außerhalb von Bozen. Das Boutique-­Hotel liegt direkt an der Straße zum bekannten Ausflugsziel. Einziger „Haken“: Das reichhaltige und fantastische Essen. Daher der Tipp: Nicht zu lange beim Frühstück schlemmen, sonst kommt man mit mehr Kilos auf den Rippen aus dem Urlaub als man bei der Hinfahrt hatte. Nach der Radtour wartet zur Entspannung der Pool. Empfehlung: „Spaghetti chitarra allo scoglio”, also Pasta mit Meeresfrüchten. Am Abend: „Chefs Filet” mit Grillgemüse und Kartoffelröstinchen.

Parkhotel Mondschein
Telefon +39 0471 975642

www.parkhotelmondschein.com/de

Wer nicht gerne aufwendig plant, bucht beispielsweise einen Vier-Tages-Trip im Parkhotel Mondschein. Mit dabei: Vier Nächte inklusive Frühstück in dem Grand-Hotel mitten in Bozen, zwei Dinner im Restaurant „Luna“, ein Mittagessen im „1477 Reichhalter“ sowie drei geführte Rennradtouren zusammen mit der Berliner Stahlrahmen-Schmiede Standert. Ebenfalls in dem Arrangement enthalten: eine Stunde „Yin & Sound“ im Arise­-Yogastudio. Geplant sind drei Touren mit knapp 300 Kilometern und 4500 Höhenmetern. Im Preis von 967 Euro sind inkludiert: Sichere Fahrrad­unterkunft, Self-Service-Bike Station, Selfcare für sich und Rad. Das „Mondschein“ gilt als ­derzeit angesagtes Rennrad-Hotel.

Besondere Empfehlung: „Tavolata“-Abend im „1477 Reichhalter“ in Lana. Gereicht wird: Balegò-Thunfisch, Tatar vom Rind. Dann Pak Choi von Kohljus, Meeresfrüchte „Shanghai-Style“ sowie das Lamm und Rib Eye vom Grill. Danach: Espresso und Safran-Vanille­-Eis mit fermentierten Brombeeren und Schafjoghurt.

Mahlzeit! Nudeln als Kraftquelle dürfen in Südtirol auch mal nobel daherkommenFoto: HaslauerMahlzeit! Nudeln als Kraftquelle dürfen in Südtirol auch mal nobel daherkommen

Essen & Trinken

Restaurants

Alma9 Wer am Abend mal keine Lust auf Schlutzkrapfen und Knödel hat, der geht ins Alma 9 von Elad aus Tel-Aviv. Natürlich kann man bei ihm auch hausgemachte Tagliatelle mit Ragù vom Villnösser Brillenschaf bestellen. Oder aber einen gewürzten Truthahnspieß mit Couscous, Erbsen und Salat. Auch möglich: Kebab-Spieß von Leber und Lunge, dazu einen orientalischen Salat. Oder einfach den Jerusalem-Mix: gewürztes Huhn mit roten Zwiebeln, Paprika und Tahini. Dazu einen leckeren Wein in dem Hinterhof – und der Abend wird zu einem unvergesslichen Genuss. Der Geist von Alma Beach, Elads Heimat, lebt hier weiter. „Bete Avon“ ist Hebräisch, heißt Guten Appetit.
https://alma9.com/

Löwengrube Ein kultureller Schmelztiegel kulinarischer Gaumenfreuden – Bozens ­älteste Gaststube, die Löwengrube. Jeder Südtiroler aus der Region geht mit seinen Gästen dorthin. Es geht los mit Blumenkohlsalat und Kümmeldressing, Almkäse-Spänen, Nüssen, Datteln und Granatapfelkernen. Dann gibt’s beispielsweise gefüllte Zucchini-­Blüten im Pankomehl­-Mantel oder eine Kalbszunge à la Löwengrube. Mit dabei: Meerrettichcreme, Rauke­pesto, ­fermentierte Radieschen und eingelegte ­Tropea-Zwiebel.
https://www.loewengrube.it/

Südtiroler Spezialität: Törggelen

Es gibt über dem Brenner den Frühling, den Sommer, Herbst und Winter. Und Törggelen, die fünfte Jahreszeit. Dort, wo Kastanien und Wein wachsen, öffnen von Anfang Oktober bis Ende November Buschen- und Hofschenken ihre Bauernstuben. Verkosten kann man dort Köstlichkeiten wie Schlutzkrapfen, Knödel, Surfleisch und Hauswürste mit Sauerkraut, süße Krapfen und gebratene Kastanien. Dazu wird traditionell der „Siaße“ (Traubenmost) und junger Wein serviert. Der Begriff Törggelen ­bezieht sich auf die „Torggl“, die hölzerne Weinpresse in den Kellern der Bauern.
Kleiner Tipp Fahren Sie mit den Öffentlichen hin. Der Wein ist doch sehr lecker.
https://www.suedtirol.info/de/de/jahreszeiten/herbst/toerggelen

Info Südtirol

Offiziell die „Autonome Provinz Bozen – Südtirol“, bildet die Region die nördlichste Provinz Italiens und grenzt mit einer Fläche von rund 7400 Quadratkilometern und etwa 530.000 Einwohnern an Österreich und die Schweiz. Etwa 62 Prozent der Bevölkerung sind deutschsprachig, 23 Prozent italienischsprachig und rund vier Prozent sprechen Ladinisch, eine alte rätoromanische Sprache, die hauptsächlich in den Dolomitentälern verbreitet ist.

Die Landschaft Südtirols dominieren im Norden und Osten die Gipfel der Alpen, darunter der Ortler mit 3905 Metern als höchster Berg der Region. Die Dolomiten prägen das östliche Landschaftsbild. Durch das Haupttal zieht sich die Etsch, einer der längsten Flüsse Italiens, der in Südtirol entspringt. Während in den höheren Lagen alpine Bedingungen herrschen, genießen die tieferen Regionen, besonders um Meran und Bozen, ein fast mediterranes Klima, das den Anbau von Wein und Obst begünstigt. Die Südtiroler Apfelplantagen produzieren etwa zehn Prozent der europäischen Apfelernte, während die Weinberge für hochwertige Weine wie Vernatsch, Lagrein oder Gewürztraminer bekannt sind. Sechs Naturparks und der Nationalpark Stilfserjoch schützen die Biodiversität der Region.

​ Bozen ist die Landeshauptstadt der autonomen Provinz Südtirol in Italien und Sitz der Landesregierung sowie des Landtags. Die Stadt liegt in einem Talkessel, der an drei Seiten von hohen Gebirgsgruppen eingerahmt wird: im Norden von den Sarntaler Alpen, im Südosten von den Fleimstaler Alpen und im Westen von der Nonsberggruppe. Durch diese besondere geografische Lage entwickelte sich Bozen schon früh zu einem bedeutenden Handelsplatz. Die Stadt wird von den Flüssen Etsch, Eisack und Talfer durchflossen. Als wichtiger Knotenpunkt, der von Brennerautobahn sowie Brennerstaatsstraße durchquert wird, leidet die Stadt allerdings auch unter dem Verkehr. Seit den 1990er-Jahren wurden die Radwege aber systematisch zu einem funktionierenden Netz ausgebaut; es entspricht zwar nicht immer den in Deutschland üblichen hohen Anforderungen an moderne Radwege, erlaubt es aber trotzdem auch Rennradlern, die Stadt sicher und einigermaßen zügig zu durchqueren.

​Alle Informationen rund um die Region:
https://www.suedtirol.info/de/de

Nicht verpassen!

Passmuseum Timmelsjoch

Grenzüberschreitend: Auf Nordtiroler Boden erbaut, ragt die beeindruckende Konstruktion 16 Meter nach Südtirol hinein. Bei der Pla­nung ließ sich Architekt Werner Tscholl von lokalen Gesteinsformen inspirieren. Die (für motorisierte Fahrzeuge) mautpflichtige Passstraße führt vom Ötztal in Nordtirol in das Passeiertal in Südtirol. 2018 wurde auf Südtiroler Seite anlässlich des 50. Jubiläums der Timmelsjoch-Hochalpenstraße ergänzend die museale Struktur „Timmel Transit“ eröffnet, die sich ganz der Straßenbaugeschichte dieser besonderen Panoramastraße widmet. https://www.tyrol.tl/en/highlights/museums-and-exhibitions/timmelsjoch-pass-museum/

Radservice

Passion für das Fahrrad und fundierte Fachkompetenz sind der Antrieb des ehemaligen Radprofis und Tour-de-France-Teilnehmers Claudio Camin. Zentral in Bozen Süd gelegen, betreibt er auf 600 Quadratmetern Fachgeschäft und Werkstatt, zum Sortiment gehören neben den internationalen Top-Marken wie Cannondale, Specialized & Co. auch Räder seiner Eigenmarke Camin. https://www.sportcamin.it/de

Claudio Camin managt Hotel und Radladen in BozenFoto: HaslauerClaudio Camin managt Hotel und Radladen in Bozen

4 Südtirol-Touren: Karte, Höhenprofile, GPS-Daten

4 Südtirol-Touren: Karte, Höhenprofile, GPS-Daten4 Südtirol-Touren: Karte, Höhenprofile, GPS-Daten

​Tour 1: Timmelsjoch

​Schön symmetrisch: Das Timmelsjoch ist nicht nur als Ötztaler-Finale eine Herausforderung; man kann sich den Pass auch mal „solo“ vornehmen.

​Tour 1: Timmelsjoch​Tour 1: Timmelsjoch

Tour 2: Passo Lavaze

​Vorbei am Karersee und hinauf zum Passo Lavaze – vor dem knackigen Finale kann man kurz durchschnaufen. Dafür muss man sich den Downhill auf dem Rückweg erst wieder erarbeiten.

Tour 2: Passo LavazeTour 2: Passo Lavaze

Tour 3: Über Mendel- und Gampenpass

​Die Runde über Mendelpass, Gampenpass und Lana ist so etwas wie der Südtirol-Klassiker, den viele Südtirol-Fans immer wieder mit Genuss unter die Räder nehmen.

Tour 3: Über Mendel- und GampenpassTour 3: Über Mendel- und Gampenpass

Tour 4: Auf den Ritten

​Ein schöner „Zieher“ mit fantastischen Aussichten über Bozen und die gesamte Region. Zum Beispiel am Anreisetag noch ein reizvolles „Apero“.

Tour 4: Auf den RittenTour 4: Auf den Ritten

Die GPS-Daten zu den Südtirol-Touren finden Sie hier zum Download:

Empfohlener redaktioneller Inhalttouren.bike-magazin.de

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