Neues Super PrestigeUnveröffentliches Stevens bei Cross-WM gesichtet

Julian Schultz

 · 04.02.2026

Prototyp im Einsatz: Bei der Cross-WM war der Belgier Joran Wyseure auf einem unveröffentlichten Cyclocrosser von Stevens unterwegs.
Foto: Crelan Corendon
Kaum ein anderer Hersteller kann eine größere Historie im Cyclocross vorweisen als Stevens. Trotz Gravel-Boom hält der Hamburger Hersteller am Querfeldeinsport fest - und schickt demnächst ein neues Super Prestige in den Matsch. Bei der Weltmeisterschaft war ein Prototyp erstmals im Renneinsatz.

Durch die große Show des neuen WM-Rekordsiegers Mathieu van der Poel ging bei der Cross-WM im niederländischen Hulst fast unter, dass ein neuer Cyclocrosser im Feld zu sehen war. Die Rede ist von einem bislang unveröffentlichten Super Prestige von Stevens. Joran Wyseure (Belgien) vom Team Crelan Corendon verhalf dem Prototypen zu seiner Rennpremiere und fuhr damit auf Rang 13. Doch was ist neu am Nachfolger des Super Prestige, das einst auch Van der Poel pilotierte und damit U23-Weltmeister wurde?



Insgesamt wirkt das bislang unveröffentlichte Geländerad filigraner und in der Formensprache moderner als das aktuelle Modell. Wie Stevens auf Nachfrage mitteilte, soll das grazilere Rahmen-Set vor allem helfen, das Gewicht zu optimieren. Das Potenzial liege bei rund 200 Gramm, wie der Hamburger Fahrradbauer mitteilte. Das markanteste Update betrifft das Oberrohr: Durch eine flache Form und einen fließenden Übergang zum Hinterbau werden die Trageeigenschaften verbessert, so Stevens.

Das Rahmen-Set des Prototypen ist filigraner als am aktuellen Super Prestige.Foto: Crelan CorendonDas Rahmen-Set des Prototypen ist filigraner als am aktuellen Super Prestige.

Neben der optischen Frischzellenkur änderte Stevens auch die Rahmengeometrie. Durch einen kürzeren Reach soll sich das Super Prestige noch spielerischer durch verwinkelte Kurse steuern lassen. Bereits der aktuelle CX-Spezialist überzeugte im TOUR-Test mit einer extremen Agilität. Spannend ist die Angabe über eine größere Reifenfreiheit. Im Rennbetrieb dürfen Wyseure & Co. zwar maximal 33-Millimeter-Pneus fahren, durch das oftmals aufgeweichte Gelände würden die Profis aber von einer Plattform mit mehr Durchlauf profitieren. Eine offizielle Angabe zur maximalen Reifenfreiheit machte Stevens nicht. Das aktuelle Super Prestige fasst laut unserer Erfahrung bereits bis zu 40 Millimeter breite Gummis. Typische Race-Gravelbikes wie das Camino RS von Stevens rollen auf nicht viel breiteren Stollenreifen.

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Inwiefern der Prototyp schon Serienreife hat, ist nicht bekannt. Stevens teilte gegenüber TOUR allerdings mit, dass das neue Super Prestige ab kommenden Herbst mit elektronischen Schaltgruppen in den Handel kommen soll. Außerdem werde wie bislang ein Rahmen-Set erhältlich sein. Aktuell bieten die Hamburger Kompletträder des Super Prestige zwischen 3299 und 3999 Euro an. Zudem lässt sich der Cyclocrosser im hauseigenen Konfigurator individuell aufbauen.

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