Bei Cross-WMNeues Stevens Super Prestige gesichtet

Julian Schultz

 · 07.02.2026

Prototyp im Einsatz: Bei der Cross-WM war der Belgier Joran Wyseure auf einem unveröffentlichten Cyclocrosser von Stevens unterwegs.
Foto: Crelan Corendon
Stevens setzt trotz Gravel-Boom weiterhin auf Cyclocrosser. Bei den Cross-Weltmeisterschaften wurde ein Prototyp eines neuen Super Prestige gesichtet. Ab wann kommt das Rad in Serie?

Durch die große Show des neuen WM-Rekordsiegers Mathieu van der Poel ging bei der Cross-WM im niederländischen Hulst fast unter, dass ein neuer Cyclocrosser im Feld zu sehen war. Die Rede ist von einem bislang unveröffentlichten Super Prestige von Stevens. Joran Wyseure (Belgien) vom Team Crelan Corendon verhalf dem Prototypen zu seiner Rennpremiere und fuhr damit auf Rang 13. Doch was ist neu am Nachfolger des Super Prestige, das einst auch Van der Poel pilotierte und damit U23-Weltmeister wurde?



Insgesamt wirkt das bislang unveröffentlichte Geländerad filigraner und in der Formensprache moderner als das aktuelle Modell. Wie Stevens auf Nachfrage mitteilte, soll das grazilere Rahmen-Set vor allem helfen, das Gewicht zu optimieren. Das Potenzial liege bei rund 200 Gramm, wie der Hamburger Fahrradbauer mitteilte. Das markanteste Update betrifft das Oberrohr: Durch eine flache Form und einen fließenden Übergang zum Hinterbau werden die Trageeigenschaften verbessert, so Stevens.

Das Rahmen-Set des Prototypen ist filigraner als am aktuellen Super Prestige.Foto: Crelan CorendonDas Rahmen-Set des Prototypen ist filigraner als am aktuellen Super Prestige.

Neben der optischen Frischzellenkur änderte Stevens auch die Rahmengeometrie. Durch einen kürzeren Reach soll sich das Super Prestige noch spielerischer durch verwinkelte Kurse steuern lassen. Bereits der aktuelle CX-Spezialist überzeugte im TOUR-Test mit einer extremen Agilität. Spannend ist die Angabe über eine größere Reifenfreiheit. Im Rennbetrieb dürfen Wyseure & Co. zwar maximal 33-Millimeter-Pneus fahren, durch das oftmals aufgeweichte Gelände würden die Profis aber von einer Plattform mit mehr Durchlauf profitieren. Eine offizielle Angabe zur maximalen Reifenfreiheit machte Stevens nicht. Das aktuelle Super Prestige fasst laut unserer Erfahrung bereits bis zu 40 Millimeter breite Gummis. Typische Race-Gravelbikes wie das Camino RS von Stevens rollen auf nicht viel breiteren Stollenreifen.

Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?

Inwiefern der Prototyp schon Serienreife hat, ist nicht bekannt. Stevens teilte gegenüber TOUR allerdings mit, dass das neue Super Prestige ab kommenden Herbst mit elektronischen Schaltgruppen in den Handel kommen soll. Außerdem werde wie bislang ein Rahmen-Set erhältlich sein. Aktuell bieten die Hamburger Kompletträder des Super Prestige zwischen 3299 und 3999 Euro an. Zudem lässt sich der Cyclocrosser im hauseigenen Konfigurator individuell aufbauen.

Julian Schultz ist studierter Sportwissenschaftler und gelernter Sportjournalist und zeichnet für Tests von Kompletträdern verantwortlich. Vom Wettkampfboliden bis zum Gravelbike testet er die neuesten Modelle und hält die Augen nach aktuellen Trends offen. So auch bei der Tour de France, wo sich der Test-Redakteur seit 2022 auf die Suche nach technischen Details und Geschichten aus dem Fahrerlager macht.

Meistgelesen in der Rubrik Rennräder