Wie beim C68 Road wird der Rahmen aus Einzelteilen zusammengesetzt. Mit der Muffenbauweise des ikonischen Vorgänger hat die Fertigungstechnik zwar nichts mehr zu tun, da inzwischen separat gefertigte Module an den Knotenpunkten miteinander verklebt werden. Trotzdem greift das Gravelbike die Designsprache des Klassikers auf und ist auf der Schotterpiste als eigenständige Konstruktion zu erkennen.
Für den Einsatz im Gelände passt Colnago die Rahmengeometrie an. Im Vergleich zur Straßen- und Allroad-Variante sitzt man minimal aufrechter. Für ein Gravelbike fällt die Sitzposition trotzdem rennmäßig aus. Laut Herstellerangaben ergibt sich für die mittlere Rahmengröße 51 ein STR-Quotient von 1,46. Auf Race-Gravelbikes wie dem Scott Addict Gravel oder Specialized Crux sitzt man ähnlich gestreckt. Gleichzeitig spendieren die Italiener dem C68 Gravel einen längeren Radstand und flacheren Lenkwinkel, wodurch die Fahrstabilität in schwierigem Gelände erhöht werden soll. Ein Plus an Kontrolle verspricht die neue Lenker-Vorbau-Kombi, die am Unterlenker etwas weiter ausgestellt ist als am Straßenrad.
Zu den Gewichten machte Colnago keine Angabe. Zur Einordnung: Der Rahmen des C68 Road (Größe 53) hing mit 1060 Gramm an der TOUR-Waage. Insgesamt wogen wir das Rad im Aufbau mit Dura-Ace-Komponenten für unseren Einzeltest mit 7,3 Kilogramm. Apropos Rahmen: Nachdem der Hauptsponsor des Top-Teams UAE Emirates um Superstar Tadej Pogacar bereits bei der Straßenversion die Größenvielfalt reduzierte und damit ein unter Fans beliebtes Alleinstellungsmerkmal aufgab, ist das Gravelbike nur noch in fünf Rahmengrößen erhältlich.
Bei der maximalen Reifenfreiheit zeigt sich das neue C-Modell ebenfalls recht sportlich, da durch Rahmen und Gabel maximal 42 Millimeter breite Pneus passen. Ab Werk sind schnelle 40er-Reifen von Pirelli aufgezogen. Auf Anschraubpunkte für Taschen, Schutzbleche oder Gepäckträger verzichtet Colnago. Das praktische, ins Steuerrohr integrierte Mini-Tool des C68 Road ist den Produktbilder nach zu urteilen nicht mehr Bestandteil. Der Rahmen kann ausschließlich mit Einfach-Antrieben gefahren werden und ist mit Cockpits oder Federgabeln von Drittanbietern kompatibel.
Colnago bietet drei Versionen des C68 Gravel an - zu exklusiven Preisen und mit ungewöhnlichen Ausstattungen. In den Modellen mit mechanischer Shimano GRX oder elektronischer SRAM Force XPLR stecken robuste Alu-Laufradsätze von Fulcrum, die Preisschilder fallen mit 7250 bzw. 8690 Euro trotzdem üppig aus. Einzig die Top-Version ist mit leichten Carbonlaufrädern von Zipp und aufgebaut, mit 12010 Euro aber endgültig an (Design-)Liebhaber adressiert. Das Rahmen-Set ist für 5935 Euro erhältlich.

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