Die "schnellen Jungs" sitzen natürlich auf schnellem Material. Spannender als die aerodynamisch optimierten Rennmaschinen der Top-Sprinter ist deren Getriebewahl. Wir bekamen sowohl Antriebe mit einem Kettenblatt als auch klassische Zweifach-Varianten zu sehen. Da nur SRAM aktuell ein Mono-Kettenblatt für die Top-Gruppe Red AXS anbietet, dominieren die 1x12-Schaltungen natürlich bei Mannschaften mit den Komponenten des US-Herstellers. Eine Ausnahme bei den Profis mit Shimano ist Phil Bauhaus, der mit einem Kettenblatt von Digirit unterwegs ist.
Deutschlands Sprint-Hoffnung Phil Bauhaus (Bahrain - Victorious) hatte für die achte Etappe von seinen Mechanikern ein spezielles Setup bekommen. Der gebürtige Bocholter fährt als einziger Bahrain-Profi einen 1x12-Antrieb. Da Ausrüster Shimano für die Dura-Ace-Gruppe kein Mono-Kettenblatt im Angebot hat, musste Chefmechaniker Filip Tisma auf ein Modell des taiwanesischen Spezialisten Digirit zurückgreifen.
Die edlen Kettenblätter aus Carbon sind auch bei anderen Mannschaften wie Soudal Quick-Step oder Alpecin - Deceuninck im Einsatz. Bauhaus fährt auf dem flachen Teilstück mit der Übersetzung 54, 11-30 Zähne. Das Kettenblatt allein listet Digirit mit einem Preis von 301 US-Doller (ca. 257 Euro). An Bauhaus' Ersatzrad auf dem Teamfahrzeug war indes ein "klassischer" Zweifach-Antrieb mit der Kettenblatt-Kombi 56/44 Zähne und einer 11-30-Kassette verbaut.
Der Bocholter hat für die leicht ansteigende Zieleinfahrt zusammen mit Meeus den größten Gang zur Verfügung: Das 56er Kettenblatt kombiniert das Duo mit einer 11-30-Kassette. Überraschend: Milan ging die Etappe bei der Getriebewahl vergleichsweise defensiv an. Am Arbeitsgerät des Italieners ist ein Kettenblatt mit 54 Zähnen und eine Kassette in der Abstufung 10-36 Zähne montiert.
Fast alle Top-Sprinter setzen zudem auf zusätzliche Schalttasten im Lenkerbogen. An Groves' Renner fiel uns außerdem die kleine Bremsscheibe am Vorderrad auf. Der Australier fährt am Vorderrad ein Dura-Ace-Modell mit 140 Millimetern, Standard sind 160 Millimeter. Der Racer von Meeus unterscheidet sich in der Reifenwahl von dem seiner Red-Bull-Teamkollegen. Statt auf den Turbo Cotton rollt der Belgier auf dem RapidAir von Specialized.

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