Tour de France 2025Welche Übersetzungen fahren Sprinter?

Julian Schultz

 · 17.07.2025

Im Vorjahr war das Cube von Biniam Girmay noch Grün. Kann er die Punktewertung nochmal für sich entscheiden?
Foto: Julian Schultz
Die Sprinter duellieren sich bei der Tour de France 2025 nicht nur um Etappensiege, sie kämpfen auch um den Gewinn der Punktewertung - das Grüne Trikot. TOUR ist bei der Frankreich-Rundfahrt vor Ort und hat einen Blick auf die Übersetzung der Sprinter geworfen.

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Shimano-Fahrer sprinten mit zwei Kettenblättern

Die Shimano Dura-Ace gibt es aktuell nur mit zwei KettenblätternFoto: Julian SchultzDie Shimano Dura-Ace gibt es aktuell nur mit zwei Kettenblättern

Die "schnellen Jungs" sitzen natürlich auf schnellem Material. Spannender als die aerodynamisch optimierten Rennmaschinen der Top-Sprinter ist deren Getriebewahl. Wir bekamen sowohl Antriebe mit einem Kettenblatt als auch klassische Zweifach-Varianten zu sehen. Da nur SRAM aktuell ein Mono-Kettenblatt für die Top-Gruppe Red AXS anbietet, dominieren die 1x12-Schaltungen natürlich bei Mannschaften mit den Komponenten des US-Herstellers. Eine Ausnahme bei den Profis mit Shimano ist Phil Bauhaus, der mit einem Kettenblatt von Digirit unterwegs ist.

Spezial-Setup für Phil Bauhaus

Eigentlich ist Phil Bauhaus mit einer Dura-Ace unterwegs. Für ausgewählte Etappen fährt er aber vorne mit einem einfachen Kettenblatt von DigiritFoto: Julian SchultzEigentlich ist Phil Bauhaus mit einer Dura-Ace unterwegs. Für ausgewählte Etappen fährt er aber vorne mit einem einfachen Kettenblatt von Digirit

Deutschlands Sprint-Hoffnung Phil Bauhaus (Bahrain - Victorious) hatte für die achte Etappe von seinen Mechanikern ein spezielles Setup bekommen. Der gebürtige Bocholter fährt als einziger Bahrain-Profi einen 1x12-Antrieb. Da Ausrüster Shimano für die Dura-Ace-Gruppe kein Mono-Kettenblatt im Angebot hat, musste Chefmechaniker Filip Tisma auf ein Modell des taiwanesischen Spezialisten Digirit zurückgreifen.

Die edlen Kettenblätter aus Carbon sind auch bei anderen Mannschaften wie Soudal Quick-Step oder Alpecin - Deceuninck im Einsatz. Bauhaus fährt auf dem flachen Teilstück mit der Übersetzung 54, 11-30 Zähne. Das Kettenblatt allein listet Digirit mit einem Preis von 301 US-Doller (ca. 257 Euro). An Bauhaus' Ersatzrad auf dem Teamfahrzeug war indes ein "klassischer" Zweifach-Antrieb mit der Kettenblatt-Kombi 56/44 Zähne und einer 11-30-Kassette verbaut.

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Milan mit kleinerer Übersetzung als Bauhaus und Meeus

Kleine Ritzel für ein schnelles FinaleFoto: Julian SchultzKleine Ritzel für ein schnelles Finale

Der Bocholter hat für die leicht ansteigende Zieleinfahrt zusammen mit Meeus den größten Gang zur Verfügung: Das 56er Kettenblatt kombiniert das Duo mit einer 11-30-Kassette. Überraschend: Milan ging die Etappe bei der Getriebewahl vergleichsweise defensiv an. Am Arbeitsgerät des Italieners ist ein Kettenblatt mit 54 Zähnen und eine Kassette in der Abstufung 10-36 Zähne montiert.

Fast alle Top-Sprinter setzen zudem auf zusätzliche Schalttasten im Lenkerbogen. An Groves' Renner fiel uns außerdem die kleine Bremsscheibe am Vorderrad auf. Der Australier fährt am Vorderrad ein Dura-Ace-Modell mit 140 Millimetern, Standard sind 160 Millimeter. Der Racer von Meeus unterscheidet sich in der Reifenwahl von dem seiner Red-Bull-Teamkollegen. Statt auf den Turbo Cotton rollt der Belgier auf dem RapidAir von Specialized.

Die Übersetzungen der Top-Sprinter

  • Pascal Ackermann | Shimano Dura-Ace (2x12, 56/44, 11-34 Z.)
  • Phil Bauhaus | Shimano Dura-Ace/Digirit (1x12, 56, 11-30 Z.)
  • Binjam Girmay | Shimano Dura-Ace (2x12; 56/44, 11-34 Z.)
  • Kaden Groves | Shimano Dura-Ace (2x12, 55/40, 11-30 Z.)
  • Jordi Meeus | SRAM Red AXS (1x12, 56, 10-30 Z.)
  • Jonathan Milan | SRAM Red AXS (1x12; 54, 10-36 Z.)

Julian Schultz ist studierter Sportwissenschaftler und gelernter Sportjournalist und zeichnet für Tests von Kompletträdern verantwortlich. Vom Wettkampfboliden bis zum Gravelbike testet er die neuesten Modelle und hält die Augen nach aktuellen Trends offen. So auch bei der Tour de France, wo sich der Test-Redakteur seit 2022 auf die Suche nach technischen Details und Geschichten aus dem Fahrerlager macht.

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