Best of test 2025Die drei schnellsten Rennräder im Test

Jens Klötzer

 · 02.01.2026

Best of test 2025: Die drei schnellsten Rennräder im TestFoto: Wolfgang Papp
Das Van Rysel NCR CF Tiagra in Aktion
Mit unseren Versuchen im Windkanal setzen wir Maßstäbe: Die aerodynamische Performance von Rennrädern lässt sich nur auf diese Weise neutral ermitteln und vergleichen. Dabei manifestiert sich eine Art Schallmauer für die Besten. Das ist die Top 3 aus diesjährigen TOUR-Tests.

Beim Aerodynamiktest gab es 2025 eine neue Bestmarke zu vermelden. Seit 2022 hielt sie das Simplon Pride II mit 199 Watt. Wirklich schneller sind Rennräder seitdem nicht geworden, obwohl das Reglement der UCI den Herstellern neue Freiheiten bei den Rahmenformen einräumt. Unterboten wurde die Marke 2025 von Storck, allerdings um die Winzigkeit von nur einem Watt, was innerhalb der Messgenauigkeit liegt – und mit einem Kniff: Das Aerfast.5 Pro kam für den Windkanaltest mit Einfach-Antrieb ohne Umwerfer – und damit einer nicht wirklich kompletten Übersetzung für ein Straßenrennrad.

Dafür ballen sich weitere Modelle an die Schallmauer von 200 Watt: Mit dem Colnago Y1Rs (199 Watt) und dem Van Rysel RCR-F (200 Watt) stoßen noch zwei Räder in diese Liga vor. Interessante Erkenntnis: Das größte Verbesserungspotenzial bieten derzeit offenbar weniger die Rahmen und Laufräder, sondern die Reifen: Mit dem Conti-Reifen Aero 111, der bei allen drei Messungen am Vorderrad aufgezogen war, sind bis zu vier Watt Einsparung drin.

3. Platz: Colnago Y1Rs

Colnago Y1RsFoto: Wolfgang PappColnago Y1Rs

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Sehr neugierig waren wir auf die Aerodynamik des neuen Colnago Y1Rs. Nicht nur wegen seiner Form ist das Rad aufsehenerregend, sondern auch, weil es dem Superstar Tadej Pogačar als Arbeitsgerät dient. Während die Testredakteure sonst mit ihren Wetten zur Aero-Qualität nach dem optischen Eindruck ziemlich gut liegen, waren sie beim neuen Colnago uneins: Pfeil oder Gurke? Das ließ sich an Rahmenform und Historie kaum festmachen, schließlich ist es das erste echte Aero- Rennrad der Italiener. Am Ende erwies es sich als Pfeil, auch wenn wir dem ein bisschen auf die Sprünge helfen mussten. Die Laufräder im Testrad schöpften das Potenzial nicht aus, trotzdem waren 204 Watt schon schnell. Mit DT Swiss und Aero-Reifen klettert das Rad sicher aufs Podium: 199 Watt. Nachteile: kompliziert, schwer, mäßig komfortabel und fahrstabil – und extrem teuer. Tadej Pogačar eilt damit aber von Sieg zu Sieg.

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  • Gewicht: 7,4 Kilogramm
  • Aerodynamik: 204 Watt
  • TOUR-Gesamtnote: 2,1/Best of test 2025
  • Preis: 12.300 Euro

2. Platz: Van Rysel RCR-F

Van Rysel RCR-F ProFoto: Wolfgang PappVan Rysel RCR-F Pro

Vergleichbar hoch war die Spannung beim RCR-F der Decathlon-Marke Van Rysel. Mit dem RCR-R, dem Allrounder der Equipe Decathlon-AG2R, hatten die Entwickler aus Lille bereits unter Beweis gestellt, dass sie die etablierte Konkurrenz technisch angreifen wollen und können. Dessen 207 Watt sind für einen Allroundrenner ein Top-Ergebnis. Würde das aerodynamisch optimierte RCR-F diesen Wert signifikant unterbieten, wäre das Rad vom Start weg unter den Schnellsten. Im Frühjahr dann die Bestätigung: Mit 200 Watt im Serien-Trimm ist das Rad eines der Besten im Profi-Peloton, und das ganz ohne Tricks und Kniffe. Die von uns gemessene Ausstattungsvariante ist ebenso alltagstauglich wie bestellbar und mit 9.000 Euro einigermaßen preiswert. Auch hier hilft der Aero-Pneu, gehört aber zur Serienausstattung.

  • Gewicht: 7,5 Kilogramm
  • Aerodynamik: 200 Watt
  • TOUR-Gesamtnote: 1,9/Best of test 2025
  • Preis: 9499 Euro

​1. Platz: Storck Aerfast.5 Pro

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Storck Aerfast.5 ProFoto: Matthias Borchers[[Image]] Storck Aerfast.5 Pro

Markus Storck hegte schon mit dem Vorgänger Aerfast.4 Ambitionen auf den Titel des schnellsten Rennrades der Welt, musste seinerzeit aber dem Simplon Pride knapp den Vortritt lassen. Mit dem Aerfast.5, vorgestellt Ende 2024, hat es geklappt. Für den Rekord zog Storck beim Aufbau des Testrades alle aerodynamischen Register: Die extrem hohen Carbonlaufräder samt Aero-Bereifung sind typische Merkmale schneller Boliden, der sehr schmale Lenker mit einem Hauch von Lenkerband vielleicht noch Geschmackssache.

Der Einfach-Antrieb mit Aero-Kettenblatt dagegen ist mindestens diskutabel. Die eingeschränkte Zwölffach-Übersetzung mit 50-33 im kleinsten Gang ist selbst für welliges Terrain zu dick. Aber auch mit gängigem Übersetzungsspektrum – das zweite Kettenblatt samt Umwerfer lässt sich optional ordern und bedeutet aerodynamisch rund drei Watt Nachteil – gehört das Aerfast.5 noch zu den schnellsten Bikes auf dem Planeten. Kaum änderbare Kompromisse betreffen das brettharte Fahrwerk und das im Vergleich zu ähnlich ausgestatteten Rädern recht hohe Gewicht. Dafür ist der Preis vergleichsweise attraktiv: Mit den schnellen DT Swiss-Laufrädern und einer Top-Gruppe von Shimano oder SRAM bleibt das Rad unter 9.000 Euro.

  • Gewicht: 7,3 Kilogramm
  • Aerodynamik: 198 Watt
  • TOUR-Gesamtnote: 1,9/Best of test 2025
  • Preis: 8799 Euro
Jens Klötzer

Jens Klötzer

Redakteur

Jens Klötzer ist gelernter Wirtschaftsingenieur und bei TOUR der Experte für Komponenten aller Art: Bremsen, Schaltungen, Laufräder oder Reifen – alles testet Jens auf Herz und Nieren. Er sammelt historische Rennräder, besitzt sowohl ein modernes Zeitfahrrad wie ein Gravel-Reise-Rennrad aus Titan. Auf Reisen erkundet er gern unbekannte Straßen in Osteuropa – auf breiten, aber schnellen Reifen.

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