Günstig RasenCanyon Endurace Young Hero im Test

Jens Klötzer

 · 06.01.2026

Das Canyon Endurance Young Hero
Foto: Wolfgang Papp

Mit dem Canyon Endurace Young Hero sollen längere Touren und erste Rennerfahrungen möglich werden. Wieviel Rennrad steckt im preiswerten Flitzer?

​Für Canyon-Gründer Roman Arnold ist die Nachwuchsförderung im Radsport eine Herzensangelegenheit. Im Sommer 2025 legte der Koblenzer Hersteller und Versandhändler unter dem Namen „Young Hero“ seine Reihe von Kinder- und Jugendrädern neu auf, die moderne Technik für kleine Menschen zu bezahlbaren Preisen bieten soll. Neben vier Mountainbike-Varianten sind auch zwei Räder mit Rennlenker darunter: Das sportliche Wettkampfrennrad Ultimate CF aus Carbon und das komfortabel ausgerichtete Endurace mit Aluminiumrahmen. Letzteres basiert noch auf dem Vorgänger Endurace AL, das aus dem Canyon-Sortiment inzwischen aussortiert und durch das schwerere, einfacher verarbeitete Endurace Allroad ersetzt wurde.



Das Rad kommt, mit leicht profilierter 35-Millimeter-Bereifung ausgestattet, eher als Gravelbike daher, was es für den Einstieg und für gemeinsame Touren mit den Eltern attraktiv macht. Ebenfalls attraktiv erscheint der Preis: Für 1299 Euro bietet Canyon das Endurace an, für ein vollwertiges Jugend-­Rennrad ist es damit konkurrenzlos günstig.

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Teile aus dem Standardregal

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Der günstige Preis zeigt aber Begleit­erscheinungen. Mit mehr als neun Kilogramm fällt das Rad vergleichsweise schwer aus. Nicht nur der Alu-Rahmen, sondern auch die günstige Ausstattung treiben das Gewicht in die Höhe. Speziell konzipierte leichte Teile für das geringere Gewicht von Kindern finden sich kaum. Vor allem die ­robusten Laufräder, die preiswerte Kurbel und das Cockpit aus Aluminium wiegen ­relativ schwer.

Bei den Young-Hero-Modellen setzt Canyon nicht auf eine eigens entwickelte Rahmengeometrie für Kinder, sondern greift auf die kleinsten Größen der Standardmodelle zurück. Die fallen mit 3XS und 2XS immerhin wirklich klein aus; schon früh nutzte Canyon für diese Größen zudem das kleinere Lauf­rad­format 650B. Damit bleibt die Geometrie kurz und das Fahrverhalten handlich. Allzu früh gelingt der Einstieg mit dem Canyon dennoch nicht, denn für Kinder im Grundschulalter sind die Rahmen allein wegen der Überstandshöhe von 68 Zentimetern noch zu groß. Canyon empfiehlt eine Körpergröße von mindestens 150 Zentimetern, das heißt ab etwa elf bis 13 Jahren.

Unhandlich - Die wuchtigen Tiagra-­Hebel und der breite Lenker wirken etwas überdimensioniertFoto: Wolfgang PappUnhandlich - Die wuchtigen Tiagra-­Hebel und der breite Lenker wirken etwas überdimensioniert

In diesem Alter kann man den Kids auch den Umgang mit der Zweifach-Schaltung zumuten, die an beiden Modellen montiert ist. Die Kurbellänge von 160 Millimetern ist ­gerade noch gut auf die Körpergröße abgestimmt, etwas überdimensioniert wirkt der Lenker. Mit 38 Zentimetern fällt er sehr breit aus, auch der Abstand zum Unterlenker ist relativ weit, was das Umgreifen erschwert. Die voluminösen Shimano-Tiagra-Hebel sind eine Herausforderung für Kinderhände, in dieser Preisklasse gibt’s aber nichts anderes. Elektronische Di2-Hebel wären schlanker, ließen sich besser greifen und bedienen, die Schaltung würde das Rad aber mindestens doppelt so teuer machen. Mit der bequemen Sitzposition und den breiten Reifen eignet sich das Endurace gut, um erste längere Touren in Angriff zu nehmen.

Auf der Straße rollt es angenehm leicht, mit den Reifen sind aber auch Feld- und Waldwege kein Problem. Auf dem Oberrohr finden sich Befestigungsösen für eine kleine Tasche. Als Alltagsrad eignet sich das Endurace aufgrund fehlender Schutzblechbefestigungen allerdings nur eingeschränkt. Das Getriebe ist fein abgestuft und bietet auch einen leichten Berggang. Es ist zudem ausgelegt für die Teilnahme an U13-Rennen; die dafür vor­geschriebene Übersetzungsbeschränkung für den größten Gang realisiert Canyon mit einer Kurbel von Miche mit kleinerer Abstufung (48/34) und einer Jugendkassette des gleichen Anbieters, deren kleinstes Ritzel 18 Zähne besitzt. Ersten Versuchen im Rennsport steht damit wenig im Weg; die ­geländetauglichen Reifen ließen sich recht einfach gegen schnellere Straßenpneus ­tauschen. Wenn der Straßenradsport ernsthaftes Ziel sein soll, wäre das Ultimate Young Hero aber die bessere Wahl: Es ist nicht nur deutlich leichter, sondern bietet auch die sportlichere Sitzposition.

​Canyon Endurance Young Hero: Infos

  • Preis: 1299 Euro
  • Gewicht Komplettrad: 9,3 Kilo
  • Rahmengrößen: 3XS, 2XS

Geometrie

  • Sitz-/Ober-/Steuerrohr: 400/498/124 Millimeter
  • Stack/Reach/STR: 510/346 Millimeter/1,47
  • Stack+/Reach+/STR+: 570/501 Millimeter/1,14
  • Radstand/Nachlauf: 961/64 Millimeter

Ausstattung

  • Antrieb/Schaltung: Shimano Tiagra (48/34, 18-32 Zähne)
  • Bremsen: Shimano Tiagra (160/160 Millimeter)
  • Reifen: Schwalbe G-One Allround, 35 mm
  • Laufräder: DT Swiss Endurance LN

Vor- und Nachteile des Canyon Endurance Young Hero

  • Plus: günstig, solide ausgestattet, zwei Rahmengrößen
  • Minus: relativ schwer, breiter Lenker

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