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Einzeltest: Rose Xeon Team GF

Unbekannt

 · 11.10.2013

Einzeltest: Rose Xeon Team GFFoto: Philipp Schieder

Mit dem Xeon GF bringt Rose ein überfälliges Langstrecken-Rennrad auf den Markt. Wir haben die günstige Version mit Alu-Rahmen im Labor und auf der Straße getestet.

Dass die Mehrzahl der Käufer von Rose-Rennrädern Hobbysportler sind, bezweifelt niemand. Doch dem Bocholter Versandhändler fehlte bisher ein typisches Komfortmodell im Portfolio: ein tourenorientiertes Rennrad mit etwas entspannterer Sitzposition. Viele der bestellten Räder wurden daher mit Distanzring-Türmchen unter dem Vorbau ausgeliefert – optisch nicht die schönste Lösung. Das Xeon Team GF (für Gran Fondo) soll diese Lücke nun schließen – neben dem getesteten Alu-Modell wird es auch eine teurere Variante aus Carbon geben. Chefentwickler Jürgen Telahr legte Wert auf die konsequente Umsetzung des Komfortgedankens, auch eine eigenständige Designsprache war ihm für das neue Modell wichtig.

Auffällig ist der aufgeräumte Hinterbau des Rades. Die Bremse wanderte als Direct-Mount-Version unter das Tretlager, die Sitzstreben sind tief angesetzt, kommen ohne verbindenden Steg aus und besitzen einen auffälligen Knick auf Reifenhöhe. Die integrierte Sattelklemme bildet einen formschönen Abschluss nach oben. Alle Züge sind im Rahmen verlegt, der auch für elektrische Schaltungen vorbereitet ist. Weniger augenfällig, aber technisch intelligent und schön gelöst, sind einschraubbare Einsätze am Steuerrohr, die auch das obere Steuerlager aufnehmen. Wer aufrechter und komfortabel sitzen will, kann mit Hilfe dieser Einsätze das Cockpit um zwei bis vier Zentimeter nach oben verlagern. Ohne die Einsätze kann man aber auf dem Xeon GF auch vergleichsweise sportlich sitzen.

Die konstruktiven Anstrengungen schlagen sich leider im Gewicht des Rahmen-Sets nieder – gut 1.500 Gramm sind für einen Alu-Rahmen ordentlich, aber nicht sonderlich leicht. In allen anderen Disziplinen trägt die Arbeit der Entwickler jedoch Früchte: Für die Steifigkeits- und Komfortwerte konnten wir Bestwerte vergeben. Besondere Erwähnung verdient die leichte Gabel, die es schafft, Seitensteifigkeit und Federkomfort zu vereinen und in beiden Disziplinen sehr gute Noten einzufahren – so gut war bisher keine andere Gabel auf unserem Messtisch. Der Grundstein für ein neues Erfolgsmodell von Rose ist damit gelegt. Das Testrad mit Shimanos Ultegra ist in der nächsten Saison für 1.800 Euro zu haben.

Preis Komplettrad 1.899 Euro
Gewicht 7,6 Kilo
Erhältlich über den Versandhandel

Rahmengrößen*** XXS, XS, S, M, L, XL, XXL
Sitz-/Lenkwinkel 74,5°/72,5°
Sitz-/Ober-/Steuerrohr 520/550/185mm plus 23mm Steuersatzkappe
Radstand/Nachlauf 995/58mm
Stack/Reach/STR**** 584/387mm/1,51

AUSSTATTUNG
Lenklager Rose, oben 1-1/8, unten 1-1/4 Zoll
Bremsen/Schaltung/Tretlager Shimano Ultegra (50/34 Z., Pr ess-Fit)
Laufräder/Reifen DT Swiss Spline R23/Continental Grand Prix 4000S
Lenker/Vorbau Ritchey WCS Carbon/Ritchey WCS
Sattel/-stütze Fizik Arione/Rit chey WCS (27,2mm)

MESSWERTE & EINZELNOTEN
Gewicht Komplettrad 7,6 kg (o. Pedale)
Gewicht Rahmen/Gabel/Steuerlager**** 1.517/352/53g
Normiertes Gewicht Rahmen-Set***** 1.983g: 3,7
Lenkkopfsteifigkeit 109 Nm/°: 1,0
Seitensteifigkeit Gabel 53 N/mm: 1,0
Tretlagersteifigkeit 66 N/mm: 1,0
Komfort Rahmen 137 N/mm: 1,7
Komfort Gabel 64 N/mm: 1,7

Foto: TOUR Magazin
Foto: TOUR Magazin

* In die Gesamtnote gehen das Rahmen-Set mit 40 Prozent, die Ausstattung mit 60 Prozent ein. In diese Bewertung fließen Einzelnoten ein, die wir aus Platzgründen nur zum Teil abdrucken. Die Noten werden bis zur Endnote mit allen Nachkommastellen gerechnet; zur besseren Übersichtlichkeit geben wir aber alle Noten mit gerundeter Nachkommastelle an.
** Herstellerangaben; Testgröße fett.
*** Stack/Reach: projiziertes senkrechtes/waagerechtes Maß von Mitte Tretlager bis Oberkante Steuerrohr; STR (Stack to Reach): 1,36 bedeutet eine sehr gestreckte, 1,60 eine aufrechte Sitzposition.
**** Gewogene Gewichte.
***** Bereinigtes Gewicht für Rahmengröße 57 cm und Gabelschaftlänge 225 mm.