EinzeltestLook 586

Unbekannt

 · 27.05.2008

Einzeltest: Look 586

Ein Rennrad, von dem man nach mehrstündiger Ausfahrt entspannt absteigt – das Modell ”586” des französischen Herstellers Look soll genau dies leisten

Blickfang am “586” und Bestandteil des Konzepts ist die “E-Post” genannte Sattelstütze. Sie erinnert auf den ers-ten Blick an eine der modischen integrierten Sattelstützen, funktioniert aber völlig anders. Auf die Sattelstütze, die im passend gekürzten Sitzrohr steckt, wird ein Elastomer-Element aufgeschoben, das es in drei verschiedenen Härten gibt. Der überstehende Rand des Elements stützt sich im montierten Zustand auf dem Sitzrohr ab und ergibt die minimalistische Federung. Zusätzliche Distanzstücke erlauben die Feinanpassung der Sattelhöhe. Ungewöhnlich auch die Einstellung des Lenk lagers am “586” mittels einer von Hand verstellbaren Kunststoffmutter. Das dafür erforderliche Gegengewinde sitzt auf einer Alu-Hülse, die per Sprengring über eine eingefräste Nut am Gabelschaft fixiert wird. Look sagt, der Schaft sei so bemessen, dass er durch die Nut nicht geschwächt wird.

Im Praxistest gefiel das “586” auf Anhieb. Die moderatsportliche Rahmengeometrie lässt eine entspannte Sitzposition zu, die umso angenehmer ist, je länger der Einsatz dauert. Eindruck machte auch das Gewicht von nur sieben Kilo, dem das Rad sein agiles Fahrverhalten verdankt. Maßgeblichen Anteil am geringen Gesamtgewicht hat der – ohne E-Post – nur 964 Gramm schwere Rahmen. Dass das “586” Fahrbahnschläge dämpft, lässt sich im direkten Vergleich mit anderen Rädern tatsächlich feststellen. Der angenehme Effekt hat allerdings noch eine andere Ursache als die Federstütze, die mit dem weichsten der drei Elastomere beachtlichen Federkomfort am Sattel bietet.

Der Blick auf die Messdaten zeigt auch, dass der “586” nicht zu den fahrstabilsten Vertretern seiner Gattung gehört. Rahmen mit ähnlichen Steifigkeitswerten fühlen sich oft ähnlich “nachgiebig” an, bieten allerdings in kritischen Fahrsitua tionen weniger Sicherheitsreserven als steifere Modelle. Doch wäre Angst vor unerwünschtem Rahmenflattern beim “586” übertrieben. Zur Einordnung: Klassische Stahlrahmen waren einst deutlich verwindungsanfälliger, außerdem steckt im “586” eine relativ seitensteife Gabel. In Kombination mit einem steifen Vorderrad müssen routinierte Fahrer ohne Übergewicht deshalb keine Probleme befürchten. Über den positiven Fahreindruck hinaus ist das “586” ein elegantes Rad mit eigenständiger Linienführung. Ärgerlich nur, dass sich die weißen Zierlinien auf dem Rahmen, die anders als die Schriftzüge nicht überlackiert sind, am Testrad ablösten. Angesichts des hohen Preises sollte Look hier unbedingt nachbessern.

PLUS: leicht; hoher Federkomfort am Sattel

MINUS: teuer; Zierlinien lösen sich

*Die getestete Rahmengröße ist fett gedruckt. **Sattel-Steuerrohr überhöhung bei 75 cm Sitzhöhe (Mitte Sattelgestell–Oberkante Steuerrohr).

***Bereinigtes Gewicht für Rahmengröße 57 und Gabelschaftlänge 225 mm.

****Gesamt- wie Teilnoten werden auf eine Stelle hinterm Komma gerundet angegeben. Für ihre Berechnung sind jedoch zwei Stellen hinterm Komma maßgeblich. In die Gesamtnote (Rahmen und Gabel 40 Prozent, Ausstattung 60 Prozent) fließen die Einzelnoten mit unterschiedlicher Gewichtung ein, die wir aus Platzgründen nur zum Teil angeben.

Foto: Daniel Simon