EinzeltestBreezer Venturi 2012

Unbekannt

 · 23.03.2012

Einzeltest: Breezer Venturi 2012Foto: Markus Greber
Breezer Venturi 2012

Der Stahlrenner Venturi von Breezer wirbt um Rennradler, die sich von der Masse abheben wollen. Ob das Rad dafür eine gute Wahl ist, verrät unser Test.

Gehobene Handwerkskunst und lange Markentradition sind für Fans von Stahlrennern oft ebenso wichtig wie technische Werte. Das Venturi von Breezer bedient solche emotionalen Bedürfnisse. Die Geschichte dieser Marke reicht in die frühen 1970er-Jahre zurück. Gründer Joe Breeze gehörte damals zu einer Clique radverrückter Hippies in Kalifornien, die zur Keimzelle des Mountainbike-Sports wurde. Später war Breeze der erste, der Mountainbikes in Serie herstellte. Dass er auch Rennradrahmen baute und zudem ein passabler Amateurrennfahrer war, wissen heute die Wenigsten, aber so schließt sich der Kreis zum aktuellen Modell Venturi. Auch nachdem Breeze seine Marke 2008 an den Rad-Multi Advanced Sports International (u.a. Fuji und Kestrel) verkauft hat, ist er weiter in die Entwicklung von Breezer-Modellen involviert.

Verlagssonderveröffentlichung

Stahl trifft Carbon

  Extrabreit: BB86-Innenlager im StahlrahmenFoto: Markus Greber
Extrabreit: BB86-Innenlager im Stahlrahmen

Der in Taiwan geschweißte Rohrverbund wartet mit Details auf, die für Stahlrahmen eher ungewöhnlich sind. Ober- und Unterrohr sind zum Steuerrohr hin oben beziehungsweise unten abgeflacht. Das überbreite Tretlagergehäuse beherbergt ein gewindeloses BB86-Innenlager. Die Lenklager sind ins Steuerrohr integriert, was den homogenen Anschluss einer im Rahmendekor lackierten Carbongabel erlaubt. Die hübsche Retrolackierung ist erfreulich schlagfest und lässt die schlanken Rohre gut zur Geltung kommen. Mit kompletter Ultegra-Gruppe samt Laufräder ist das Venturi gut ausgestattet. Ob die modern gezeichnete Ultegra optisch mit dem klassisch-filigranen Rahmen harmoniert, lässt sich sicher diskutieren. Puristen, die diesen Mix nicht mögen, bekommen das Rahmen-Set auch zum Selbstaufbau für 999 Euro.

Nichts zu kritteln gibt es am Fahrverhalten – wenn man die extrem gestreckte Sitzposition und das wendige Lenkverhalten mag. Die Fahrstabilität ist für einen Stahlrahmen ungewöhnlich hoch. Leider gilt das auch fürs Gewicht, das selbst in Anbetracht des Werkstoffs happig ausfällt. Das ändert aber nichts daran, dass das Venturi eine interessante Option für alle ist, die ein Rad jenseits des Mainstream suchen.

Preis Komplettrad 2.499 Euro
Preis Rahmen-Set 999 E uro
Gewicht 8,7 Kilo

Rahmengrößen** 51, 54, 57, 60 cm
Sitz-/Lenkwinkel 73,5°/74,5°
Sitz-/Ober-/Steuerrohr 540/575/139 plus 15 mm Steuersatzkappe
Radstand/Nachlauf 980/50 mm
Stack/Reach/STR 550/411 mm/1,34

AUSSTATTUNG
Lenklager Oval, 1-1/8 Zoll
Bremsen/Schaltung/Tretlager Shimano Ultegra (50/34 Z., BB86 Press-Fit)
Laufräder/Reifen Shimano Ultegra/Hutchinson Equinox
Lenker/Vorbau Breezer/Breezer
Sattel/-stütze Oval R700/Oval R700 (27,2 mm)

MESSWERTE & EINZELNOTEN
Gewicht Komplettrad (ohne Pedale): 8,7 kg
Gewicht Rahmen/Gabel/Steuerlager 2.119/611/82 g
Normiertes Gewicht Rahmen-Set 2.815 g: 5,0
Lenkkopfsteifigkeit 84 Nm/°: 2,3
Seitensteifigkeit Gabel 58 N/mm: 1,0
Tretlagersteifigkeit 58 N/mm: 1,3
Komfort Rahmen 217 N/mm: 1,7
Komfort Gabel 109 N/mm: 5,0

Foto: TOUR Magazin
Foto: TOUR Magazin

* In die Gesamtnote gehen das Rahmen-Set mit 40 Prozent, die Ausstattung mit 60 Prozent ein. In diese beiden Bewertungen fließen Einzelnoten ein, die wir aus Platzgründen nur zum Teil abdrucken. Die Noten werden bis zur Endnote mit allen Nachkommastellen gerechnet; zur besseren Übersichtlichkeit geben wir aber alle Noten mit gerundeter Nachkommastelle an.
** Getestete Rahmengröße gefettet.
*** Stack/Reach: projiziertes senkrechtes/ waagerechtes Maß von Mitte Tretlager bis Oberkante Steuerkappe; STR (Stack to Reach): Werte zwischen 1,45 und 1,55 bedeuten eine sportliche Sitzposition, Werte darunter rennmäßig, darüber komfortabel.
**** Bereinigtes Gewicht für Rahmengröße 57 cm und Gabelschaftlänge 225 mm.