Einzeltest 2014Rose Xeon Team CGF-4000

Unbekannt

 · 16.07.2014

Einzeltest 2014: Rose Xeon Team CGF-4000Foto: Markus Greber

Rennräder mit Komfort- oder Marathongeometrie sind derzeit schwer gefragt. Klar, dass auch ein Versender wie Rose deshalb in dem wachsenden Marktsegment vertreten sein muss. Im Test: das luxuriös ausgestattete Xeon Team CGF-4000.

Dem Prinzip Komfort folgt Rose gleich mit zwei Renn­rädern: Neben dem Alu-Modell Xeon Team GF (siehe Test in TOUR 3/2014->) entspricht der ganz ähnlich konzipierte Carbonrahmen Xeon Team CGF-4000 dem Trend zur Komfortgeometrie. ­Allerdings wurde auf die aufschraubbaren Hülsen verzichtet, mit denen sich das Steuerrohr des Alu-Modells in drei Längen variieren lässt. Bei einem Carbonrahmen wäre diese Lösung sehr aufwendig gewesen.
Rose-typisch ist der individuelle Aufbau des Testrades. Laut Katalog liegt der Preis mit soliden DT-Swiss-Laufrädern bei 3.049 Euro. Da Ausstattungen bei Rose aber nur als Vorschlag zu verstehen sind, bekam das Rad als Upgrade leichte Ksyrium-SLS-Laufräder von Mavic mit auf den Weg. 398 Euro extra sind dafür fällig, womit der Preis des schwarzen Flitzers auf 3.447 Euro ansteigt. Dafür wurde an nichts gespart: komplette mechanische Dura-Ace-Gruppe, hoch­wertige Anbauteile von Ritchey, Top-Reifen von Conti – luxuriöser lässt sich ein Rennrad kaum ausstatten. Vor diesem Hintergrund ist der Preis mehr als fair. Das Baukastenprinzip erlaubt jedoch auch deutlich günstigere – und noch teurere – Aufbauten.

Schnittig und bequem

Der Carbonrahmen präsentiert sich formal eigenständig. Die Profile von Unter- und Sitzrohr wirken mit ihren Abrisskanten, als sei das Modell im Windkanal entwickelt worden. Durch die ins Oberrohr integrierte Segment-Klemmung für die Sattelstütze, durch die der sonst übliche Überstand des Sitzrohrs über das Oberrohr entfällt, kann die ohnehin komfortable Carbonstütze von Ritchey noch besser federn als sonst. Auch die Verlegung der hinteren Bremse hinters Tretlager steigert den Komfort am Heck. Denn dadurch kann der Bremssteg wegfallen, die Sitzstreben werden nachgiebiger. Weil das Rad zudem auf 25-Millimeter-Pneus rollt, stellt sich am Sattel ein fast luftkissenartiges Fahrgefühl ein, ohne dass das Rad etwa schwammig wirken würde. Der Rahmen selbst ist mit gut 1.200 Gramm für einen Carbonrahmen nicht ­besonders leicht; doch weil die leichte Gabel und das Lenk­lager ordentlich Gewicht sparen, ist das Set-Gewicht unterm Strich ­attraktiv. Dabei ist der Rahmen extrem steif, was zusammen mit dem relativ langen Radstand eine fabel­hafte Laufruhe garantiert. Die Sitzposition fällt entspannt, aber keineswegs unsportlich aus. Mit einem Stack-to-Reach-Quotienten von 1,5 liegt der Rahmen ­exakt an der Grenze zwischen klassischer und Komfort­geometrie.

  Viele individuelle Details verleihen dem Rahmen des Rose Xeon Team CGF-4000 Charakter.Foto: Markus Greber
Viele individuelle Details verleihen dem Rahmen des Rose Xeon Team CGF-4000 Charakter.

Dass es schließlich großen Spaß macht, das Rad zu fahren, liegt an weiteren durch­dachten Details: Der oben ovalisierte Lenker ist ergonomisch perfekt, der Flite-Sattel mit Monolink-Klemmung dürfte vielen Fahrern passen. Der einzige Kritikpunkt ist die hintere Direct-Mount-Bremse von Shimano, die man relativ weit öffnen muss, um ein Schleifen der Beläge im Wiegetritt zuverlässig zu verhindern. Ein großes Problem ist das nicht – doch verdichtet sich nach dieser Erfahrung mehr und mehr der Eindruck, dass die von mehreren ­Herstellern forcierte Verlegung der Hinter­radbremse hinter das Tretlager vielleicht nicht die allerbeste Idee ist.

Beim Blick auf die Endnote für das Komplettrad haben wir uns kurz gefragt, ob wir uns irgendwo verrechnet haben. Haben wir aber nicht. Mit der Note 1,4 zählt Roses Xeon Team CGF-4000 zu den besten Kompletträdern in der Testgeschichte von TOUR – Chapeau! Sensationell ist das Ergebnis vor ­allem in Anbetracht des vergleichsweise günstigen Preises.

Preis 3.447 Euro
Gewicht 6,7 Kilo
Erhältlich über den Versandhandel

Bezug/Info www.rose.de

Rahmengrößen** 50, 53, 55, 57, 59, 62 cm
Sitz-/Lenk­winkel 74,5°/73°
Sitz-/Ober-/Steuerrohr 520/555/186 mm plus 27 mm Steuersatzkappe
Radstand/Nachlauf 1.000/50 mm
Stack/Reach/STR*** 584/390 mm/1,50

AUSSTATTUNG
Lenklager FSA, oben 1-1/8, unten 1-1/4 Zoll
Bremsen/­Schaltung/Tretlager Shimano Dura-Ace 9000 (50/34 Z., Press-Fit)
Laufräder/Reifen Mavic Ksyrium SLS/Conti­nental Grand Prix 4000S 25C
Lenker/Vorbau Ritchey WCS/Ritchey WCS Streem 2
Sattel/-stütze Selle Italia Flite Monolink/Ritchey WCS (27,2 mm)

MESSWERTE & EINZELNOTEN
Gewicht Komplettrad**** 6,7 Kilo (o. Pedale)
Gewicht Rahmen/Gabel/Steuerlager**** 1.210/292/58 g
Normiertes Gewicht Rahmen-Set*****: 1.594 g2,3
Lenkkopfsteifigkeit 110 Nm/°: 1,0
Seitensteifigkeit Gabel 54 N/mm: 1,0
Tretlagersteifigkeit 76 N/mm: 1,0
Komfort Rahmen 118 N/mm: 1,3
Komfort Gabel 50 N/mm: 1,0

Foto: Tour Magazin
Foto: TOUR Magazin

* In die Gesamtnote gehen das Rahmen-Set mit 40 Prozent, die Ausstattung mit 60 Prozent ein. In diese Bewertung fließen Einzelnoten ein, die wir aus Platzgründen nur zum Teil abdrucken. Die Noten werden bis zur Endnote mit allen Nachkommastellen gerechnet; zur besseren Übersichtlichkeit geben wir aber alle Noten mit gerun­deter Nachkommastelle an.
** Herstellerangaben; Testgröße fett.
*** Stack/Reach projiziertes senkrechtes/waagerechtes Maß von Mitte Tretlager bis Oberkante Steuerrohr; STR (Stack to Reach): 1,36 bedeutet eine sehr gestreckte, 1,60 eine aufrechte Sitzposition.
**** Gewogene Gewichte.
***** Bereinigtes Gewicht für Rahmengröße 57 cm und Gabelschaftlänge 225 mm.