Cross-Rennräder 2011

Unbekannt

 · 22.11.2010

Cross-Rennräder 2011Foto: Markus Greber

Seit Scheibenbremsen in Crossrennen erlaubt sind, steigen die Chancen, dass sich die moderne Bremstechnik am Crossrad durchsetzt. Noch allerdings sind Geländerenner mit Scheibenbremsen rar. Unser Test zeigt sechs Modelle von 1.150 bis 7.200 Euro.

Manchmal geschehen tatsächlich Wunder. Im Juni 2010 verkündete der Radsportweltverband UCI eine Reihe von Regeländerungen für den Querfeldein-Sport. Unter anderem wurde der Gebrauch von Scheibenbremsen in Crossrennen freigegeben, was bis dato explizit verboten war. Die Änderung kam selbst für viele Insider überraschend. Noch vor vier Jahren hatte der für Querfeldein zuständige UCI-Koordinator Peter van den Abeele gegenüber TOUR behauptet, er habe noch nie gehört, dass irgendjemand Scheibenbremsen für Crossräder fordere.

Gerüchte besagen, dass es vor allem der Komponentenhersteller Shimano war, der die UCI zum Umdenken bewegt hatte. Argumente pro Scheibenbremse gab und gibt es ohnehin genug. Vor allem bei Nässe verzögern sie um Welten besser als die bei Crossrädern bislang üblichen Cantilever-Bremsen, die man eigentlich mit dem Warnhinweis “Vorsicht: Bremse entspricht nicht dem Stand der Technik” verkaufen müsste. Zwar hatte es in den vergangenen Jahren viele Versuche gegeben, die notorischen Probleme dieses Bremstyps – schwache Bremswirkung, Bremsstottern, umständliche Montage – konstruktiv zu lösen. Trotzdem wusste jeder, der über ein wenig Sachverstand verfügt, dass die technisch perfekte Lösung für das Crossrad nur die Scheibenbremse sein kann. Das Mountainbike hat es vorgemacht: Hier sind Scheibenbremsen längst in allen Preisklassen etabliert, nach Felgenbremsen fragt heute kaum noch jemand.

Unser Test vermittelt einen guten Überblick über das derzeit noch sehr überschaubare Angebot an Crossrädern mit Scheibenbremsen. Allen Rädern ist gemein, dass sie mit mechanischen Bremsen ausgestattet sind. Vier Mal ist die “BB7” von Avid montiert, einmal die “BB5” des gleichen Herstellers. Nur Kocmo verbaut mit der “Bengal” von Tektro eine andere Bremse. Eine wichtige Erkenntnis vorweg: Bei allen Testrädern sind die Bremswege deutlich kürzer als bei Modellen mit Cantileverbremsen – ein unwiderlegbares Argument für die Scheibe.

KURZ & KNAPP

Bei einer Preisspanne von 1.150 bis 7.200 Euro lässt sich schwer ein Testsieger küren. Trotzdem verdient es ein Rad, besonders herausgestellt zu werden. Der Titan-Crosser von Kocmo begeistert durch Agilität und moderates Gewicht. Optisch ist der Stahl-Crosser von Fixie schwer zu schlagen, zudem gibt er sich technisch keine Blöße. Die Modelle von Merida und Nox sind vor allem über ihren Preis interessant, mit Schutzblechen mutieren sie zu perfekten Winterrennern.

Die Testergebnisse der Cross-Rennräder finden Sie unten als PDF-Download.

  Super Stopper: „Bengal“-Scheibenbremse von Tektro (bei Kocmo)...Foto: Markus Greber
Super Stopper: „Bengal“-Scheibenbremse von Tektro (bei Kocmo)...
  ...und die noch etwas bissigere „BB7“ von Avid (hier bei Fixie Inc.)Foto: Markus Greber
...und die noch etwas bissigere „BB7“ von Avid (hier bei Fixie Inc.)
  Knackiger Hintern: Monostay-Hinterbau bei Fixie Inc. (links). Hohe Kunst: Niemand zelebriert das Schweißen so wie Moots. Der Steuersatz mit Lenkanschlag stammt vom deutschen Anbieter Trickstuff.Foto: Markus Greber
Knackiger Hintern: Monostay-Hinterbau bei Fixie Inc. (links). Hohe Kunst: Niemand zelebriert das Schweißen so wie Moots. Der Steuersatz mit Lenkanschlag stammt vom deutschen Anbieter Trickstuff.

Downloads:
Download