Zweite GenerationEx-Profi Contador präsentiert neues Aurum Magma

Julian Schultz

 · 29.05.2024

Hinter der spanischen Rennradmarke Aurum verbirgt sich Ex-Profi Alberto Contador.
Foto: Aurum
Angesichts der beeindruckenden One-Man-Show von Tadej Pogačar beim Giro d’Italia ging fast unter, dass das zweitklassige Polti-Kometa-Team mit einer neuen Rennmaschine von Aurum unterwegs war. Die zweite Generation des Magma soll die Aero-Schwäche des Ur-Modells beheben und trotzdem leichter sein. Preislich orientiert sich der Race-Allrounder weiter an der teuren Oberklasse.

Einen weiteren Etappensieg nach 2021 und 2023 konnte Alberto Contador bei der diesjährigen Italien-Rundfahrt zwar nicht bejubeln. Der Ex-Profi und Firmengründer von Aurum dürfte mit dem Auftritt des Teams Polti-Kometa dennoch zufrieden gewesen sein. Schließlich zeigten sich die Profis der zweitklassigen Equipe immer wieder an der Spitze des Pelotons und setzten damit das neue Magma in Szene.

Aurum Magma: Die wichtigsten Fakten

  • Gewicht Komplettrad: ab 6,5 Kilogramm
  • Gewicht Rahmen/Gabel: 780/375 Gramm (Größe 54)
  • Stack/Reach/STR: 570/393 Millimeter/1,45 (Größe 56)
  • Rahmengrößen: 48, 51, 54, 56, 58
  • Preise: 8099 bis 14999 Euro

Der Race-Allrounder war vor drei Jahren noch die einzige Plattform der jungen Marke von Contador und dessen ehemaligem Weggefährten Ivan Basso. Die neue Ausbaustufe des Magma ist inzwischen das vierte Modell von Aurum und wird neben dem etwas günstigeren Wettkampfrad Essentia und dem Gravelbike Manto im Online-Shop sowie bei einer Handvoll Händlern in Deutschland angeboten. Die Charakteristik bleibt unverändert: Das Magma ist ein Alleskönner, der geringes Gewicht und - zumindest laut Herstellerangabe - eine gute Aero-Leistung verbindet.

Die erste Generation des Magma war lange Zeit die einzige Plattform von Aurum. Inzwischen bieten die Spanier neben dem High-End-Boliden noch einen etwas günstigeren Ableger und ein Gravelbike an.Foto: AurumDie erste Generation des Magma war lange Zeit die einzige Plattform von Aurum. Inzwischen bieten die Spanier neben dem High-End-Boliden noch einen etwas günstigeren Ableger und ein Gravelbike an.

Welchen Stellenwert die aerodynamische Entwicklung einnahm, verdeutlichen die offiziellen Presseunterlagen. Auf fünf Seiten schlüsselt Aurum auf, was unternommen wurde, um einen zentralen Kritikpunkt im TOUR-Test des Ur-Modells zu beheben. Mit 231 Watt bei 45 km/h hatte das Testrad lediglich einen durchschnittlichen Wert für einen Race-Allrounder erreicht, vergleichbare Modelle sind mitunter bis zu 20 Watt schneller. Nun soll das neue Rahmen-Set von speziellen NACA-Rohrprofilen (National Advisory Committee for Aeronautics) profitieren, laut eigener CFD-Simulationen sparen Rahmen und Gabel sieben Watt ein.

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Zu erkennen ist das neue Design erst auf den zweiten Blick. Auffälliger ist die Änderung an der Steuerzentrale: Statt einer zweiteiligen Lenker-Vorbau-Kombi ist nun ein vollintegriertes Monocoque-Cockpit an den Gabelschaft geklemmt. Zehn Watt soll die Neuerung bringen, die allerdings zulasten von Positionsanpassung und Wartungsfreundlichkeit geht. Eine totale Zahl für die Aero-Performance gaben die Spanier nicht bekannt.

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Im Windkanal der Universiät Valencia wurden die CFD-Daten auf Plausibilität überprüft. Totale Zahlen für die Aero-Leistung nennt Aurum trotzdem nicht.Foto: AurumIm Windkanal der Universiät Valencia wurden die CFD-Daten auf Plausibilität überprüft. Totale Zahlen für die Aero-Leistung nennt Aurum trotzdem nicht.

Trotz des etwas flächigeren Rahmens soll das Chassis leichter geworden sein. Möglich mache das vor allem ein höherer Druck in der Negativform, wodurch das Laminat aus hochwertigen Carbonfasern und individueller Harzmischung “präziser verdichtet” werden könne und sich eine “stärkere, leichtere Struktur” bildet. Für Größe 54 nennt Aurum ein Rahmengewicht von 780 Gramm, was rund 180 Gramm unter dem gemessenen Rahmengewicht des Vorgängers liegt. Die Gabel soll 375 Gramm wiegen und damit das Niveau des alten Modells erreichen. Die leichteste Ausstattungsvariante liege bei rund 6,5 Kilogramm.

Bei den Steifigkeiten ließ sich bereits das erste Magma nichts zu Schulden kommen. Auch für die zweite Generation dürfte sich daran nichts ändern. Wie der spanische Hersteller mitteilt, soll das Chassis sogar noch verwindungssteifer geworden sein. Fraglich ist dagegen, ob die neue Aero-Sattelstütze an das Federniveau der runden Carbonstütze am Vorgänger herankommt. Durch die gestiegene Reifenfreiheit ließe sich zumindest nachhelfen. Statt bislang 30 passen nun bis zu 35 Millimeter breite Gummis durch Gabel und Rahmen.

Ausstattungen und Preise

Zum Marktstart ist das neue Magma in zehn Ausstattungsvarianten erhältlich - und leider sehr teuer. Bereits die Basismodelle mit Force AXS oder Ultegra Di2 und Laufrädern von Enve kosten knapp über 8000 Euro. Mit Dura-Ace Di2 oder neuer Red AXS sowie High-Tech-Laufrädern von Enve, Princeton oder Lightweight wird das Preisschild fünfstellig. Das Rahmen-Set gibt’s für 4499 Euro, inklusive Lenker-Vorbau-Kombi wird ein Aufpreis von 500 Euro fällig. ,

Magma Force

  • Antrieb/Schaltung: SRAM Force AXS (2x12; 48/35, 10-33 Z.)
  • Laufräder: Enve Foundation 45 oder Enve SES 3.4
  • Reifen: Vittoria Corsa Pro TLR (28 mm)
  • Powermeter: nein
  • Preise: 8099 oder 9199 Euro

Magma Ultegra

  • Antrieb/Schaltung: Shimano Ultegra (2x12; 52/36, 11-30 Z.)
  • Laufräder: Enve Foundation 45 oder Enve SES 3.4
  • Reifen: Vittoria Corsa Pro TLR (28 mm)
  • Powermeter: nein
  • Preise: 8499 oder 9599 Euro

Magma Red

  • Antrieb/Schaltung: SRAM Red AXS (2x12; 48/35, 10-33 Z.)
  • Laufräder: Enve SES 3.4, Princeton Peak 4550 oder Lightweight Obermayer
  • Reifen: Vittoria Corsa Pro TLR (28 mm)
  • Powermeter: ja
  • Preise: 11499, 11899 oder 14999 Euro

Magma Dura-Ace

  • Antrieb/Schaltung: Shimano Dura-Ace (2x12; 52/36, 11-30 Z.)
  • Laufräder: Enve SES 3.4, Princeton Peak 4550 oder Lightweight Obermayer
  • Reifen: Vittoria Corsa Pro TLR (28 mm)
  • Powermeter: nein
  • Preise: 11499, 11899 oder 14999 Euro

Julian Schultz ist studierter Sportwissenschaftler und gelernter Sportjournalist und zeichnet für Tests von Kompletträdern verantwortlich. Vom Wettkampfboliden bis zum Gravelbike testet er die neuesten Modelle und hält die Augen nach aktuellen Trends offen. So auch bei der Tour de France, wo sich der Test-Redakteur seit 2022 auf die Suche nach technischen Details und Geschichten aus dem Fahrerlager macht.

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