Wer richtig fragt, bekommt auch eine gute Antwort. Wir hatten nach zehn Tagen Tour de France drei KI-Chatbots gebeten, das Podium der Tour de France vorherzusagen. ChatGPT, Gemini und Co. sind Sprachmodelle, die nicht in die Zukunft schauen können. Was die Modelle aber können, ist Wissen im Internet aufsaugen und daraus Schlüsse ziehen. Wir haben es den GPTs leicht gemacht indem wir sie gebeten haben, sich an Wettquoten und den Einschätzungen von Radsportjournalisten zu orientieren. Alle drei GPT-Modelle haben den Sieger der Tour de France 2025, Tadej Pogačar, richtig vorhergesagt. Und alle drei Modelle haben richtig getippt, dass Jonas Vingegaard auf den zweiten Rang fährt. Mit der Orientierung an den Wettquoten und den Einschätzungen wichtiger Radsportmedien war dieser Tipp aber nicht allzu kompliziert. Die Überlegenheit von Pogačar hat sich schon seit Monaten abgezeichnet und war nach den ersten Etappen offensichtlich - vermutlich hätte nur ein schlimmer Sturz den Slowenen stoppen können. Auch beim Verfolger war der Tipp relativ einfach: Vingegaard hatte diesen Anspruch von Beginn der Tour an unterstrichen. Alle KI-Chatbots lagen beim Dänen richtig. Beim dritten Platz hingegen waren Radsportjournalisten ebenso überrascht wie die KI. Alle drei Modelle hatten Remco Evenepoel vorhergesagt, der vorzeitig ausgeschieden ist.
Googles Gemini und ChatGPT hatten Florian Lipowitz gar nicht auf dem Zettel - er wurde nicht einmal im erweiterten Favoritenkreis erwähnt. Das europäische Model Le Chat von Mistral hatte Lipowitz zumindest zum erweiterten Kreis der Podiums-Anwärter gezählt: “Ein aufstrebender Fahrer, der beim Critérium du Dauphiné beeindruckte und eine Überraschung sein könnte”, urteilte das GPT.
Die Antwort der Sprachmodelle hängt entscheidend vom Prompt oder den bereitgestellten Daten bzw. Quellen ab. Der dritte Rang von Lipowitz hat die Euphorie in Deutschland angetrieben. Spiegelt sich das auch in der Einschätzung der Sprachmodelle? Wir haben gefragt, ob Florian Lipowitz zukünftig die Tour de France gewinnen kann und was er und sein Team verbessern müssen. Das sind die Antworten:
Florian Lippowitz kann die Tour de France gewinnen. Sein dritter Platz ist ein klares Indiz für sein Potenzial.
Verbesserungsbereiche
Er muss sich vor allem im Zeitfahren und an den schwersten Berganstiegen weiterentwickeln. Auch seine Konstanz über drei Wochen und sein taktisches Geschick im Rennen können noch zulegen.
Team-Anpassungen
Sein Team braucht stärkere Berghelfer und eine verbesserte Rennstrategie sowie die nötige Erfahrung, um einen Tour-Favoriten optimal zu unterstützen.
Prognose
Florian Lipowitz verfügt mit 23 Jahren bereits über das Potenzial, langfristig um den Toursieg mitzufahren. Der Rückstand von knapp 4 Minuten auf Tadej Pogačar ist allerdings erheblich – ein Zeitpolster, das er nur über mehrere Jahre kontinuierlicher Entwicklung ausgleichen kann.
Verbesserungsfelder
Teamanpassungen
Florian Lippowitz hat das Potenzial, zukünftig die Tour de France zu gewinnen. Er müsste jedoch seine Ausdauer verbessern, um in den entscheidenden Etappen konsequent stark zu bleiben. Taktische Fehler sollten minimiert und die Teamstrategie könnte besser auf kritische Rennmomente abgestimmt werden. Mit mehr Erfahrung und diesen Anpassungen könnte er seine Chancen deutlich erhöhen.
Fazit: Verbesserungen im Zeitfahren, mehr Helfer für die Berge und taktische Verbesserungen - das hat besonders ChatGPT gut zusammengefasst. Radsportmedien haben im Internet genau auf diese Punkte hingewiesen. Als Radsport-Experten wissen wir, dass man einen Toursieg nicht planen kann. In Frankreich träumt man seit Jahrzehnten von einem französischen Toursieg. Die neu entstandene deutsche Euphorie rund um Lipowitz ist schön - bis zu einem Sieg bei der Tour de France ist es aber noch ganz weit. Viele Teams und Radsportler haben hart für diesen Traum gearbeitet und ihn trotzdem nie erreicht.
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Redakteur