Tour de France 2026Grand Départ in Barcelona – Premiere mit Geschichte

Kristian Bauer

 · 18.05.2026

Tour de France 2026: Grand Départ in Barcelona – Premiere mit Geschichte
Tour de France 2026 - Foto: A.S.O./Barcelona City Council
Spanien ist bekannt für seine Radsportbegeisterung. Die Tour de France 2026 markiert ein Novum in der über 120-jährigen Geschichte: Erstmals wird die Grande Boucle in Barcelona starten - zu Besuch war die Tour in der Stadt aber schon 1957. Ein Blick auf Gegenwart und Vergangenheit der Sportstadt Barcelona.

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Der Grand Départ in Barcelona ist eine Premiere - er knüpft aber an eine bereits bestehende Verbindung zwischen der iberischen Halbinsel und dem französischen Traditionsrennen an. Der Start in der katalanischen Metropole verspricht nicht nur tourismusfördernde Bilder vor der Kulisse der Sagrada Familia, sondern auch sportliche Herausforderungen.

Grand Départ in Spanien

Der Grand Départ 2026 ist ein neuer Punkt in der langen Sportgeschichte von Barcelona. Die Stadt hat bereits die Fußball-Weltmeisterschaft 1982, die Olympischen und Paralympischen Spiele 1992 sowie den America's Cup 2024 ausgetragen. Mit dem Tour-Start komplettiert Barcelona die Sammlung sportlicher Großereignisse. Die logistischen Herausforderungen des Starts in Spanien sind beträchtlich. Das Pressezentrum wird im Palau Sant Jordi eingerichtet, während die traditionelle Mannschaftspräsentation vor der weltberühmten Sagrada Familia stattfindet. Traditionell wird der Grand Départ medienwirksam inszeniert: die TV-Bilder sind direkte Werbung für den Tourismus. Die erste Etappe führt als Rundkurs durch Barcelona und endet am Montjuïc-Hügel, der trotz seiner moderaten Höhe von nur 185 Metern bereits in der zweiten Etappe für erste Zeitunterschiede sorgen könnte.

Erste Höhenmeter in Tarragona

Die Streckenführung von Tarragona zurück nach Barcelona verspricht bereits am zweiten Renntag hektische Rennmomente. Die Strecke führt die 176 Fahrer des Pelotons entlang der katalanischen Mittelmeerküste, bevor der finale Anstieg zum Montjuïc die ersten ernsthaften Attacken provozieren könnte. Diese frühe Bergwertung stellt eine Neuerung im Tour-Konzept dar, da traditionell die ersten Etappen den Sprintern vorbehalten blieben. Die Organisatoren versprechen sich davon eine erhöhte Spannung von Beginn an.

Spanien und die Tour-Tradition

Die Verbindung zwischen Spanien und der Tour de France reicht weit zurück. Die Tour-Geschichte erinnert auch an Besonderheiten die sich heute verrückt anhören: eine geteilte Etappe. Zunächst gab es 1957 am Vormittag eine 197 km lange Etappe 15a von Perpignan nach Barcelona. Als Dreingabe dann am gleichen Tag die Etappe 15b - ein Zeitfahren über 9,8 km. René Privat gewann die 15. Etappe von Perpignan in die katalanische Hauptstadt und Jacques Anquetil triumphierte im anschließenden Einzelzeitfahren. Und paar Jahre später war die Tour de France erneut zu Besuch in Barcelona: 1965 siegte der Spanier José Pérez Francés auf der Etappe von Aix-les-Thermes nach Barcelona. Der bislang letzte Barcelona-Besuch datiert aus dem Jahr 2009, als Thor Hushovd die 6. Etappe von Girona nach Barcelona gewann. Besonders für spanische Nachwuchstalente könnte der spanische Grand Départ zusätzliche Motivation bedeuten. Und mancher Radprofi hat es nicht weit zum Start. Bei Radprofis ist Katalonien als Zweitwohnsitz beliebt, weil ganzjährig gute Trainingsbedingungen herrschen. Rund um Girona wohnen einige bekannte Radprofis - 2001 wählte Lance Armstrong Girona als Trainingsbasis und startete damit einen Trend, der bis heute anhält.

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Kristian Bauer

Kristian Bauer

Redakteur

Kristian Bauer ist gebürtiger Münchner und liebt Ausdauersport – besonders wenn es in die Berge geht. Er ist ein Fan der Tour de France und bevorzugt solide Rennradtechnik. Er führt für TOUR Interviews, berichtet von Events im Hobbyradsport und schreibt Artikel über die Fahrradbranche sowie Trends im Rennradsport.

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