Traditionell markiert der Omloop Het Nieuwsblad am sogenannten “Opening Weekend” den Beginn der Klassikersaison, gefolgt von Kuurne-Brüssel-Kuurne (bei den Frauen Omloop Van Het Hageland). Kopfsteinpflaster und kurze, aber steile Anstiegen sind charakteristisch für Omloop Het Nieuwsblad. Auch das Wetter spielt eine wichtige Rolle: Temperaturen im einstelligen Bereich oder knapp über dem Gefrierpunkt sowie Regen sind keine Seltenheit.
Der Omloop Het Nieuwsblad 2025 knackt die 200-Kilometer-Marke nicht mit 197 Kilometern - 2024 waren es noch 202,2 Kilometer. Allerdings wird das Rennen dadurch nicht wesentlich leichter. Die ersten rund 100 Kilometer sind zwar noch nicht sehr anspruchsvoll. Mit dem Leberg, der insgesamt dreimal gefahren wird, wartet nur eine der insgesamt elf Hellingen auf diesem Abschnitt. Von den Kasseien, den Kopfsteinpflasterpassagen, werden bis Kilometer 101 zwei gefahren.
Anschließend geht es zur Sache. Anstiege und Kopfsteinpflasterpassagen wechseln sich in den Ardennen zwischen Oudenaarde und Zottegem munter ab. Mit Molenberg, Leberg, Berendries und der Kombination Elverenberg-Vossenhol beginnt das Finale. Die 1100 Meter lange und berüchtigte Mauer von Geraardsbergen 16 Kilometer vor dem Ziel mit ihren bis zu 20 Prozent steilen, gepflasterten Rampen sowie die rund 1000 Meter den Bosberg hinauf vier Kilometer später bringen dann wohl wieder die Vorentscheidung.
Für die Frauen stehen 137,9 Kilometer auf dem Programm, die letzten rund 50 Kilometer ab dem Wolvenberg sind dabei identisch mit denen der Männer. Auch die ersten 38 Kilometer bis Munkzwalm sind dieselben. Die Entscheidung dürfte auch hier im schweren Finale mit Mauer von Geraardsbergen und Bosberg fallen.
Der Omloop Het Nieuwsblad 2025 ist in Deutschland im TV und im Live-Stream zu sehen. Eurosport 2 berichtet ab 13:30 Uhr live von den Rennen - zunächst von den Männern, nach dem Zieleinlauf dann von den Frauen. Discovery Plus (kostenpflichtig) bietet ab 13:30 Uhr einen Live-Stream zu Männerrennen an, ab 16:00 Uhr einen Stream zum Frauenwettbewerb.
Der Omloop wurde ursprünglich als Konkurrenz zur Flandern-Rundfahrt ins Leben gerufen und fand erstmals im März 1945, unmittelbar nach der Befreiung Belgiens durch die Alliierten, statt. Wie in der Geschichte des Radsports oft üblich, waren auch hier Tageszeitungen die treibende Kraft hinter der Organisation des Rennens. Bei seiner Premiere trug das Rennen den Namen Omloop van Vlaanderen, doch bereits ein Jahr später wurde es in Omloop Het Volk umbenannt. Damit war deutlich erkennbar, welches Medium hinter dem Event stand – während die Flandern-Rundfahrt damals von Het Nieuwsblad organisiert wurde.
Das Rennen startete traditionell in Gent, und bis auf wenige Ausnahmen blieb dies auch so. Erst ab 1950 wurden die ikonischen Anstiege der flämischen Ardennen in die Strecke integriert. Lange Zeit führte das Rennen ebenfalls nach Gent zurück, bevor Mitte der 90er Jahre Lokeren zum Zielort wurde.
Im Jahr 2009 wurde das Rennen in Omloop Het Nieuwsblad umbenannt, nachdem die Zeitung Het Nieuwsblad ihre Konkurrenzzeitung aufgekauft hatte. Ein Jahr später übernahm der renommierte Rennveranstalter Flanders Classics die Organisation des Events. An der Streckenführung änderte sich zunächst wenig – erst 2018 kam es zu einer bedeutenden Änderung. Nachdem die Flandern-Rundfahrt 2012 ihr Ziel von Meerbeke-Ninove nach Oudenaarde verlegt hatte, wurden die legendären Anstiege der Muur von Geraardsbergen und des Bosbergs quasi frei verfügbar. Um diese traditionsreichen Passagen im Radsportkalender zu bewahren, integrierte der Omloop sie in sein Finale und führt seitdem bis nach Ninove.
Das Rennen musste in seiner Geschichte dreimal abgesagt werden: 1960 aus Protest gegen die UCI, da sich die Organisatoren ungerecht behandelt fühlten, sowie 1986 und 2004 wegen unpassierbarer, verschneiter Straßen. Somit steht im Jahr 2025 die 80. Austragung des Rennens an. Bei den Frauen, die seit 2006 am Start sind, wird es die 17. Auflage sein.
Obwohl der Omloop Nieuwsblad 80 Jahre alt ist, hat es bisher kein Fahrer geschafft, sich als absoluter Rekordsieger zu etablieren. Die Herausforderungen des Kurses und das stets notwendige Quäntchen Glück haben verhindert, dass jemand das Rennen öfter als dreimal gewinnen konnte. Die Belgier Ernest Sterckx (1952, 1953, 1956), Joseph Bruyere (1974, 197, 1980) und zuletzt Peter Van Petegem (1997, 1998, 2002) konnten jeweils dreimal triumphieren. Der einzige deutsche Sieger war Andreas Kappes im Jahr 1991. Nils Poliit war 2024 sehr nahe dran am zweiten deutschen Sieg. Der Kölner wurde Zweiter hinter Jan Tratnik.
| RG | Fahrer | Zeit |
|---|---|---|
| 1 | Team Visma | Lease a Bike | 04:31:28 |
| 2 | UAE Team Emirates | +00:00:03 |
| 3 | Team Visma | Lease a Bike | +00:00:08 |
| 4 | Decathlon AG2R La Mondiale Team | +00:00:08 |
| 5 | Team Visma | Lease a Bike | +00:00:08 |
| 6 | Intermarché - Wanty | +00:00:08 |
| RG | Fahrer | Zeit |
|---|---|---|
| 1 | Team Visma | Lease a Bike | 03:27:15 |
| 2 | Team SD Worx - Protime | +00:00:00 |
| 3 | Lidl - Trek | +00:00:00 |
| 4 | Lidl - Trek | +00:00:00 |
| 5 | Lotto Dstny Ladies | +00:01:08 |
| 6 | Team SD Worx - Protime | +00:01:08 |
In der vergleichsweise jungen Geschichte des Frauenrennens konnten mehrere Fahrerinnen bereits doppelt triumphieren. Suzanne de Goede (2006, 2009), Emma Johansson (2010, 2011), Anna van der Breggen (2015, 2021) und Annemiek van Vleuten (2020, 2022) stehen an der Spitze der Siegerliste. Bislang hat keine deutsche Fahrerin das Rennen gewonnen. Die besten Platzierungen erreichten Angela Hennig mit einem zweiten Platz im Jahr 2008 sowie Tanja Hennes (2006) und Trixi Worrack (2012), die jeweils den dritten Rang belegten.