Beim Amstel Gold Race ist der Ausgang des Rennens alles andere als gewiss. Bei den letzten neun Austragungen gab es neun verschiedene Sieger. Und das obwohl Tadej Pogačar, Mathieu van der Poel und Tom Pidcock mehrfach am Start standen. Im vergangenen Jahr setzte Pogačar zum Solo an, wurde jedoch von Remco Evenepoel wieder eingeholt, welcher Mattias Skjelmose am Hinterrad mitbrachte. Im Zielsprint überraschte der Däne die beiden Favoriten und gewann das Rennen.
Als Topfavorit gilt Remco Evenepoel. Er bringt die ideale Kombination aus Explosivität und Zeitfahrstärke mit und kann das Rennen mit einer späten Attacke alleine entscheiden. Dahinter gehört Mattias Skjelmose zu den heißesten Kandidaten. Er ist sehr komplett, kennt das Rennen gut und kann sowohl attackieren als auch aus einer kleinen Gruppe sprinten. Als Titelverteidiger muss man den Dänen auf der Rechnung haben, vor allem wenn sich alle Augen auf den Topfavoriten Evenepoel richten. Ebenfalls hoch einzuschätzen ist Ben Healy, der mit seinem aggressiven Fahrstil besonders in einem offenen, unruhigen Rennen gefährlich werden kann.
In der zweiten Reihe stehen Matteo Jorgenson und Tim Wellens. Sie haben das Niveau für einen Sieg, brauchen aber ein günstiges Rennszenario, etwa eine starke Gruppe oder das richtige Timing im Finale. Während Jorgenson in dieser Saison konstant gute Leistungen zeigte, musste sich Tim Wellens nach einem Schlüsselbeinbruch bei Kuurne-Brüssel-Kuurne erst einmal auskurieren. In welcher Form der Belgier an den Start kommt ist also fraglich.
Aber auch der Teamkollege von Jorgenson, Christophe Laporte, zeigte bei den letzten fünf Klassikern die er fuhr seine Klasse. Der 33-jährige belegte bei allen dieser fünf Rennen eine Top-Ten Platzierung, unter anderem bei der Flandern-Rundfahrt und Paris-Roubaix. Team Visma | Lease a Bike könnte daher auch auf eine Doppelspitze mit Laporte und Jorgenson setzen und die Kapitänsrolle je nach Rennverlauf vergeben.
Als Außenseiter sollte man Namen wie Bauke Mollema, Quinn Simmons oder Georg Zimmermann im Blick behalten. Gerade weil einige der ganz großen Stars wie Tadej Pogačar fehlen, ist das Rennen einmal mehr sehr offen.
Werkstudent