Sebastian Lindner
· 29.11.2024
Zum vierten Mal in Serie hat sich das Team SD Worx - Protime die Spitze der Weltrangliste zum Saisonende gesichert. Die niederländische Equipe ist damit mit Ausnahme der Saison 2020, als Trek die Mannschaftswertung für sich entschied, seit 2016 - damals noch unter dem Namen Boels Dolmans - das Nonplusultra im Frauenradsport.
Insgesamt sammelten die acht besten Fahrerinnen des Teams - Lotte Kopecky, Demi Vollering, Lorena Wiebes, Mischa Bredewold, Niamh Fisher-Black, Christine Majerus, Blanka Vas und Marlen Reusser - 19.501,45 Punkte ein, fast die gleich Summe wie im Vorjahr, als es 70 mehr waren. Der erste Verfolger Lidl-Trek bringt es auf 12.871,9 Zähler und damit rund 3500 mehr als noch 2023. Damit ist der Rückstand auf den Primus zwar geschrumpft, aber dennoch riesig.
Die beiden deutschen Teams in den Reihen der Women’s World Tour sind wie im Vorjahr erneut gut vertreten und konnten sich nochmal verbessern. Canyon//SRAM Racing verteidigte Platz drei in der Weltrangliste, packte mit 9511 Punkten nochmal rund 400 obendrauf. Ceratizit-WNT Pro Cycling konnte sogar fast 2800 Zähler mehr sammeln als 2023 (jetzt 6374,67) und sich damit von Weltranglistenplatz zehn auf acht verbessern.
Noch weiter oben im Ranking platziert sich das Team, das erst seit dieser Saison mit World-Tour-Lizenz unterwegs ist, nach der Anzahl an Siegen. Dort rangiert Ceratizit sogar auf Rang zwei. Nur SD Worx konnte 2024 häufiger jubeln. 63 Erfolge vereint das mit Abstand siegreichste Team auf sich. Ceratizit kommt auf 20 Siege. Lidl-Trek und Visma | Lease a Bike bringen es auf 17. In diesem Ranking rangiert Canyon mit nur fünf Siegen in 2024 abgeschlagen auf dem vorletzten Rang unter allen World Teams, nur Fenix-Deceuninck hat noch seltener gewonnen (2).
Noch dominanter als SD Worx in der Weltrangliste der Teams sind die Niederländerinnen in der Nationen-Wertung. Seit der Einführung des Rankings 2009 gab es nur einen Sieger. Allerdings ist der Vorsprung von Oranje auf die zweitplatzierten Italienerinnen deutlich geschrumpft. Während die Niederländerinnen mit Demi Vollering, Lorena Wiebes, Marianne Vos, Karlijn Swinkels und Charlotte Kool - die besten fünf Fahrerinnen eines Landes werden gewertet - knapp 500 Punkte weniger als im Vorjahr sammelten und jetzt auf 14.856,14 kommen, verzeichnet Italien mit Elisa Longo Borghini, Elisa Balsamo, Chiara Consonni, Gaia Realini und Eleonora Gasparrini ein Plus von 2800 Zählern und rangiert jetzt mit 11.865,62 Punkten noch 3000 hinter der Spitze.
Belgien rangiert weiter auf Rang drei, größter Verlierer ist die Schweiz, die ohne das dicke Punktekonto von Marlen Reusser vom vierten Platz aus den Top 10 gefallen sind. Auch Deutschland musste kleinere Verluste hinnehmen, verliert 400 Punkte und einen Platz in der Weltrangliste an Spanien, beschließt damit die Top 10. Liane Lippert, Antonia Niedermaier, Franziska Koch, Ricarda Bauernfeind und Hannah Ludwig sammelten gemeinsam 3711, 75 Zähler.
Sieben Siege konnten die Deutschen feiern, was Rang 14 in der Liste bedeutet. Mit 95 Erfolgen in 2024 thronen die Niederländerinnen an der Spitze. Italien auf Rang zwei hat 40 Siege, Belgien dahinter 22.