So schlugen sich die Top-Talente 2023Piccolo setzt mit etwas Glück ein rotes Ausrufezeichen

Sebastian Lindner

 · 22.10.2023

So schlugen sich die Top-Talente 2023: Piccolo setzt mit etwas Glück ein rotes AusrufezeichenFoto: DPA Picture Alliance
Andrea Piccolo schlüpfte während der Vuelta zwischenzeitlich ins Rote Trikot.
Zu Beginn der Saison 2023 hatte TOUR den Blick auf zehn Youngster geworfen, die gute Chancen auf einen Durchbruch im Peloton der Profis haben. So lief das Jahr für Andrea Piccolo.

Auf der Homepage seines Arbeitgebers beantwortet Andrea Piccolo die Frage, was er am meisten am Radsport liebt, mit dem Kennenlernen vieler neuer Länder und Lifestyles. Wirklich zugute kam ihm zumindest der ständige Wechsel seiner Teams in der Vergangenheit aber nicht. Sechs verschiedene Mannschaften in vier unterschiedlichen Ländern innerhalb von drei Jahren stehen bereits in seiner Vita.



Seit Piccolo im August 2022 in die World Tour zu EF Education - EasyPost wechselte, ist etwas Konstanz eingekehrt. 2023 hat er nun erstmals ein komplettes Jahr in einem Team verbracht, noch dazu in einem professionellen. Und das spiegelt sich auch in seinen Leistungen wieder.

Doch es dauerte, bis der 22-jährige Italiener aus Magenta in Fahrt kam. Nach einem starken Auftakt Anfang Februar beim Etoile de Besseges, bei dem er sich auf der 1. Etappe als Fünfter nur großen Namen geschlagen geben musste, blieben Ergebnisse aus. Vor allem in seiner eigentlichen Paradedisziplin aus jüngeren Jahren, dem Zeitfahren, konnte Piccolo die wenigen Chancen, die sich ihm boten, nicht nutzen, um gute Platzierungen einzufahren.

Piccolo in Rot: Youngster sichert sich für einen Tag die Gesamtführung der Vuelta

Erst Richtung Saisonende kam der Youngster besser in Fahrt. Richtig stark präsentierte er sich vor allem bei seiner ersten Grand Tour, der Vuelta. Schon beim Auftakt im Mannschaftszeitfahren kam er mit seinem Team nur sechs Sekunden hinter den Siegern von dsm-firmenich ins Ziel. Die gute Ausgangsposition nutzte er dann auf der 2. Etappe für seinen großen Coup. Auf dem Teilstück wurde bereits neun Kilometer vor dem Ziel aufgrund schwieriger Wetterbedingungen die Zeit fürs Gesamtklassement gestoppt. Piccolo hatte sich den Tag ausgesucht, um in die Ausreißergruppe des Tages zu gehen.

Trotz eines Sturzes rettete sich Piccolo gemeinsam mit Matteo Sobrero als verbliebenes Duo über den virtuellen Zielstrich für die Zeitmessung. Da der Jayco-AlUla-Fahrer aber deutlich mehr Rückstand aufwies, ging das Rote Trikot an Piccolo. Zwar musste er es einen Tag später bereits wieder abgeben, doch der reichte schon, um dem jungen Mann aus Norditalien Selbstbewusstsein einzuimpfen. Noch zwei weitere Male ging er auf schweren Bergetappen in die Ausreißergruppe und landete beide Male in den Top 20. Vor der Vuelta hatte Piccolo in der gesamten Saison nur einmal die Flucht gewagt.

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Fazit: Piccolo hat sich etabliert, kann sich aber noch steigern

In Summe reichte es für Piccolo trotzdem nicht, um an die gute zweite Saisonhälfte von 2022 im EF-Trikot anzuknüpfen. Doch Konstanz ist etwas, womit die meisten jungen Profis Probleme haben. Etabliert hat er sich dennoch im Peloton.

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