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· 12.04.2026
Nach dem Sekunden-Krimi im strömenden Regen war Florian Lipowitz erleichtert. «Eine harte Woche geht zu Ende. Es war eine wirklich schwere Etappe. Ich bin froh, dass wir trotzdem noch den zweiten Platz sichern konnten, auch wenn es am Ende nur drei Sekunden waren», sagte der deutsche Radstar, nachdem er zum Abschluss der Baskenland-Rundfahrt den zweiten Gesamtrang gerade noch vor dem Norweger Tobias Johannessen gerettet hatte.
Der Tour-de-France-Dritte liegt beim Formaufbau für den Saison-Höhepunkt voll im Plan. Nach dem dritten Gesamtrang bei der hochklassig besetzten Katalonien-Rundfahrt schaffte es der 25-Jährige wieder auf das Podest. Damit sorgte Lipowitz für die beste deutsche Platzierung bei dem Traditionsrennen seit dem Sieg von Andreas Klöden im Jahr 2011.
Nur das französische Supertalent Paul Seixas war dieses Mal nicht zu schlagen. Der 19-Jährige, der insgesamt drei Tagessiege im Baskenland holte, hatte nach sechs schweren Etappen mit vielen Höhenmetern insgesamt 2:30 Minuten Vorsprung auf Lipowitz.
Dafür dass die deutsche Radsport-Hoffnung erst kurzfristig an den Start gegangen war, ist das Ergebnis für Lipowitz beachtlich. Zum Vergleich: Der eigentlich als Kapitän vorgesehene Altstar Primoz Roglic belegte nur Platz 16.
«Jetzt heißt es auf jeden Fall, ein paar Tage zu regenerieren und sich dann auf die nächsten Ziele vorzubereiten», betonte Lipowitz. Ende April kann er sich dann bei der Tour de Romandie mit Superstar Tadej Pogacar messen. Der viermalige Tour-Champion wird dann auch beim Saison-Highlight in Frankreich der Gradmesser sein.
Womöglich kommt es für Lipowitz im Kampf um einen Tour-Podestplatz dann auch zum erneuten Duell mit Seixas. Frankreichs Jungstar soll in den kommenden Jahren bei der Tour endlich für den ersten Gesamtsieg eines einheimischen Fahrers nach mehr als 40 Jahren sorgen. Den bislang letzten französischen Sieg hatte Bernard Hinault 1985 geschafft.
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