Ob nun in einem topfebenen Massensprint oder in einem leichten Hang aus der kleinen Gruppe: Wiebes ist auf den letzten Metern die schnellste Frau der Welt. Letzteres bewies sie in Poza de la Sal, wo nach 125 Kilometern und einer 1600 Meter langen Schlussrampe mit 5,9 Steigungsprozenten die 1. Etappe der Vuelta a Burgos Feminas endete und damit auch die Führung in der Gesamtwertung übernahm. Es war der 101. Sieg ihrer Karriere. Vor fast zwei Monaten - für Wiebes eine nahezu endlos lange Zeit - hatte sie bei Gent-Wevelgem die große Marke geknackt.
Erst 1300 Meter vor dem Ziel wurden in Célia Gery (FDJ - Suez) und Steffi Häberlin (Team SD Worx - Protime) die letzten beiden Ausreißerinnen gestellt. Sie hatten sich aus einer Favoritengruppe herausgelöst, die entstand, als die ursprünglichen Ausreißerinnen knapp 40 Kilometer vor dem Ziel in einer Abfahrt gestellt wurden.
Und so musste ein Sprint in der finalen Rampe entscheiden. Wie schwer das Finale, zeigte sich auch daran, dass nach den ersten acht Fahrerinnen, unter denen auch Franziska Koch (Team Picnic PostNL) als Sechste beste Deutsche wurde, eine Lücke aufging. Marlen Reusser (Movistar Team) kassierte als eine der Favoritinnen auf den gesamtsieg so bereits fünf Sekunden Rückstand. Gleiches gilt aber auch für Juliette Labous (FDJ - Suez), in Vertretung von Demi Vollering Teamkapitänin, und Antonia Niedermaier (CANYON//SRAM zondacrypto).
| RG | Fahrer | Zeit |
|---|---|---|
| 1 | Team SD Worx - Protime | 03:22:31 |
| 2 | Lidl - Trek | +00:00:00 |
| 3 | Team SD Worx - Protime | +00:00:00 |
| 4 | UAE Team ADQ | +00:00:00 |
| 5 | CANYON//SRAM zondacrypto | +00:00:00 |
| 6 | Team Picnic PostNL | +00:00:00 |
Kurz nach dem Start der 1. Etappe, bei der Lidl - Trek bereits auf Gaia Realini verzichten musste, gab es die ersten Attacken. Prominentester Name war dabei Ally Wollaston (FDJ - SUEZ), doch die Australierin kam nicht allzu weit. Die Französin Morgane Coston (Roland) kam weiter und fuhr sich zwischenzeitlich mehr als fünf Minuten Vorsprung heraus. Idoia Eraso (Laboral Kutxa - Fundación Euskadi) aus Spanien war ihre Begleiterin.
50 Kilometer vor dem Ziel war davon noch die Hälfte übrig. Doch die Lücke schrumpfte schnell weiter. 37 Kilometer vor dem Ende wurden sie in einer längeren Abfahrt gestellt. Auf diesem Abschnitt riss auch das Feld auseinander - nicht alle Favoritinnen waren vorne dabei. Neben Kopecky, Wiebes und Longo Borghini (UAE Team ADQ) aber auch Koch und Niedermeier sowie Kathrin Schweinberger (Human Powered Health).
Die Gruppe war sich weitestgehend einig und hatte sich schnell bis zu 25 Sekunden herausgearbeitet. An der Bergwertung 25 Kilometer sprangen Balsamo und Reusser von hinten nach vorne. 18 Kilometer vor dem Ziel war dann aber doch die Luft raus, sodass die erste Verfolgergruppe Anschluss an der Spitze finden konnte. Kurz darauf nutzte Gery die Ruhe für eine Attacke, der Häberlin folgte. Mit 30 Sekunden Vorsprung ging da Duo auf die letzten zehn Kilometer, drei Kilometer später war es eine Minute.
Doch dann schrumpfte der Abstand wieder, weil Lidl für Balsamo die Arbeit übernahm. 1300 Meter vor dem Ende rauschte die Gruppe an den Beiden vorbei. Und es ging in den Schlussanstieg. Zunächst wurde es wieder etwas ruhiger. Kopecky setzte sich an die Spitze und kontrollierte das Feld von vorne, ehe sie den Sprint 200 Meter vor dem Strich ansetzte. Allerdings: Es half nichts. Von hinten flog erst Balsamo, dann Wiebes vorbei. Einmal mehr war die Europameisterin unwiderstehlich in ihren Sprintqualitäten.