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Das Clik Valve System bricht mit der Tradition der filigranen Gewindestifte. Im Kern handelt es sich um ein Ventilsystem, das auf einer formschlüssigen Klick-Verbindung basiert. Anstatt einen Pumpenkopf mühsam aufzuschrauben oder per Klemmhebel zu fixieren, rastet der passende Kopf mit einem definierten Widerstand – dem namensgebenden „Clik“ – auf dem Ventilkopf ein.
Technisch gesehen ähnelt das Prinzip einer Schnellkupplung. Eine Nut am Ventilkopf dient als Rastpunkt für die Federkraft im Inneren des Pumpenkopfs. Dies sorgt für eine sofortige, dichte Verbindung, die auch bei hohen Drücken stabil bleibt.
Schwalbe hat das System so konzipiert, dass kein kompletter Schlauchwechsel nötig ist, sofern das vorhandene Ventil einen austauschbaren Kern besitzt.
Wichtiger Hinweis: Bei ultraleichten TPU-Schläuchen (z. B. Aerothan) ist Vorsicht geboten. Eine Umrüstung ist nur bei Modellen mit Aluminium-Schaft freigegeben. Schläuche mit Kunststoff-Ventilschaft sind aufgrund der thermischen und mechanischen Belastung beim Einschrauben nicht kompatibel.
Schwalbe bietet modular aufgebaute Sets an, um den Einstieg zu erleichtern:
Ein entscheidender Pluspunkt ist die Rückwärtskompatibilität. Das Clik Valve ist so dimensioniert, dass es im Notfall weiterhin mit herkömmlichen SV-Pumpenköpfen aufgepumpt werden kann. Man ist also nicht gestrandet, wenn man die eigene Pumpe nicht dabei hat. Allerdings hat sich in unseren bisherigen Tests gezeigt, dass mit herkömmlichen Pumpenköpfen die Handkräfte deutlich ansteigen und zudem die Manometer nicht den korrekten Druck anzeigen.
Für den vollen Komfort benötigt man also:
Etwas weniger praktisch sieht die Sache aus, wenn man Luft aus dem Reifen ablassen möchte oder den Druck mit einem Luftdruck-Checker prüfen will. Modelle, die eigentlich für SV-Ventile gedacht sind, zeigen den Druck an einem Clik Valve Ventil in der Regel nicht korrekt an - hier ist man dann wieder auf den Adapter oder ein spezielles Messgerät angewiesen.
Auch das Luft ablassen ging mit den klassischen Sclaverand-Ventilen intuitiver - Ventil aufschrauben und den Stift drücken - einfacher geht es kaum. Bei Clik Valve sitzt die Technik tiefer im Kern und man muss zumindest den Fingernager zu Hilfe nehmen, um den Stift zu drücken. Noch besser geht es mit einem Stöckchen oder einem kleinen Stein.
| Vorteile | Nachteile |
| Minimal höherer Luftdurchfluss gegenüber SV-Ventilen | Manometer-Abweichungen: Bei manchen Pumpen wurden im Test fehlerhafte Druckwerte angezeigt. |
| Verschleißfrei: Keine Gummis im Pumpenkopf, die durch Gewinde zerfetzt werden. | Feinfühligkeit: Das gezielte Ablassen von Luft ist etwas hakeliger als beim Sclaverand-Ventil. |
| Intuitive Bedienung: Einhandbedienung möglich, kein Verbiegen von Ventilstiften mehr. | Gewicht: Minimaler Gewichtszuwachs pro Ventil (ca. 1–3 g je nach Ausführung). |
| Sichere Abdichtung: Kein Zischen oder versehentliches Entleeren bei Querkräften. | Systembindung: Für vollen Komfort ist die Umrüstung aller Räder und Pumpen im Haushalt nötig. |
Für Tubeless-Fahrer hat Schwalbe ebenfalls passende Ventile mit Clik Valve im Programm. Im Zuge unseres Tubeless-Ventil-Tests konnten wir die Ventile bereits ausgiebig auf den Prüfstand stellen.
| Kategorie | Note |
| Gewicht (20%) | 0,5 |
| Handling (20%) | 3,1 |
| Airflow (30%) | 3,4 |
| Schutz vor Verstopfen (30%) | 3,0 |
| BIKE-NOTE | 2,6 |
Das Schwalbe Clik Valve ist mehr als nur ein Gimmick. Es adressiert die größten Schwachstellen des klassischen Sclaverand-Ventils: die Anfälligkeit gegen mechanische Beschädigung und die oft mühsame Verbindung zum Pumpenkopf.
Bestehende Ventile lassen sich mit wenig Aufwand und geringen Kosten umrüsten. Auch das neue Clik Valve Tubeless-Ventil lässt sich dank Innensechskant-Einsatz leicht montieren. In Verbindung mit dem speziellen Pumpenkopf erleichtert Clik Valve vor allem das Handling beim Aufpumpen – aufsetzen und abziehen geht ganz ohne Klemmhebel.
Den Luftdruck anzupassen ist aber fummelig, weil der Ventilstift tief im Kern sitzt. Das veränderte Design verbessert den Luftfluss im Vergleich zum klassischen Presta- oder Französischen Ventil, wie das Sclaverand-Fahrradventil auch genannt, kaum. Beim Tubeless-Setup bietet das Ventil daher keine Vorteile, vor dem Verstopfen mit Dichtflüssigkeit schützt es ebenfalls nur bedingt.
Um herauszufinden, welches Ventil den besten Airflow, also den besten Durchfluss bietet, haben wir umfangreiche Messreihen durchgeführt. Doch am anschaulichsten lässt sich der Effekt direkt am Laufrad nachweisen. Die Basis bildet ein 29 x 2,4 Zoll breiter MTB-Reifen, der mithilfe eines Digital-Manometers mit jeweils 2,0 Bar befüllt wird. Wir haben in mehreren Durchgängen gemessen, wie viel Luft in fünf Sekunden bei vollständiger Öffnung des jeweiligen Ventils entweicht.
Während sich alle Presta-Ventile – mit Abweichungen von +/- 2 Prozent – im Bereich von 34,1 Prozent bewegen, strömt durch das Topeak-Ventil in derselben Zeit die doppelte Menge an Luft. Bei Stan’s haben wir einen Luftverlust von 78 Prozent, bei Reserve 87,4 Prozent gemessen. Das kernlose Muc-Off schafft 100 Prozent Luftdurchsatz, das heißt, nach fünf Sekunden war gar kein messbarer Druck mehr im Reifen. Damit setzt es mit Abstand den Bestwert in diesem Vergleich. Das Schwalbe Clik Valve zeigt in Sachen Airflow kaum Vorteile gegenüber klassischen Presta-Ventilen.

Redakteur